Österreicher überschätzen ihr IT-Können

Drei Viertel haben schlechte Computerkenntnisse. Das kann weder an der Ausstattung mit PC und Co. liegen noch an der Zeit vorm Computer.

(c) APA/ROLAND SCHLAGER (ROLAND SCHLAGER)

Viele Österreicher scheitern am Computer schon an den simpelsten Aufgaben – wenn es beispielsweise um das Verschieben von Dateien in einen Ordner geht. Wie eine aktuelle Studie der Österreichischen Computer Gesellschaft (ÖCG) zeigt, haben drei Viertel der Österreicher schlechte oder sehr schlechte Computergrundkenntnisse.

Zugleich überschätzen sie ihr Können aber enorm: So glauben 78 Prozent, dass ihre IT-Grundkenntnisse eigentlich gut oder sogar sehr gut seien. Tatsächlich schneiden im Test nur sieben Prozent mit sehr gut ab, 18 Prozent gut bis mittelmäßig. Besser, aber immer noch nicht sehr gut sieht es beim Internet aus: Rund die Hälfte kennt sich hier sehr gut bis mittelmäßig aus.



Im Altersvergleich weisen die 15- bis 29-Jährigen – wenig überraschend – bei den PC-Fähigkeiten mit 55 Prozent die geringste Rate der Kategorie schlecht bis sehr schlecht auf, gefolgt von 61 Prozent bei den 30 bis 49-Jährigen und 68 Prozent bei den 50- bis 60-Jährigen. Sehr gute Kenntnisse haben auch bei den Jungen nur sieben Prozent.

Viele mehr als drei Stunden privat am PC

An der mangelnden Verfügbarkeit von Computern und anderen IT-Geräten kann es jedenfalls nicht liegen, wie die Studie ebenfalls zeigt: Drei Viertel haben zu Hause ein Notebook, zwei Drittel der Befragten haben zu Hause Internet und PC oder Notebook und ein weiteres Gerät – etwa ein Smartphone oder Tablet.

Auch genügend Zeit verbringen die Österreicher am Computer: Bei 54 Prozent sind es ein bis drei Stunden täglich, bei weiteren 25 Prozent sogar mehr als drei. 51 Prozent der Befragten verbringen mindestens die Hälfte ihrer Arbeitszeit am Computer. Für 74 Prozent sind Computerkenntnisse auch beruflich eher oder sogar sehr wichtig.

Social Media wie Facebook, YouTube und whatsApp werden häufig genutzt. Zwei Drittel der Befragten haben innerhalb der vergangenen sieben Tage Facebook aufgerufen, 56 Prozent sogar bereits am selben Tag. Bei YouTube sind es 66 bzw. 31 Prozent, es folgt der Nachrichtendienst whatsApp mit 50 bzw. 38 Prozent.

Die Studie

Für die Studie wurden im Zeitraum von 21. Jänner bis 12. Februar 1260 Österreicher im Alter von 15 bis 60 Jahren vom Umfrageinstitut meinungsraum.at befragt. Neben einer Online-Umfrage wurden 494 Tests durchgeführt, in denen die Teilnehmer ihre Kenntnisse auch in der Anwendung beweisen mussten.

(Red.)

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