Kurse für Unis und Unternehmen

Offene Onlinekurse etablieren sich als MOOCs in der Hochschullandschaft, und auch Unternehmen können von dieser Form der Wissensvermittlung profitieren.

Offene Onlinekurse machen Wissen leicht zugänglich.
Offene Onlinekurse machen Wissen leicht zugänglich.
Offene Onlinekurse machen Wissen leicht zugänglich. – (c) Bilderbox

Eine im November veröffentlichte Studie des deutschen Hochschulforums zeigt, dass die veränderten Lernmöglichkeiten durch Internet und mobile Geräte von den meisten Hochschulen noch vernachlässigt werden. Mitgearbeitet an der Studie hat auch Martin Ebner, Präsident des Forums Neue Medien Austria und Leiter des Bereichs Lehr- und Lerntechnologien an der TU Graz. Er ist überzeugt, dass „im Spannungsfeld der Lehre und Technologien die Herausforderungen der Universität von morgen liegen, der Anteil der Onlinelehre wird wachsen“. Deshalb käme es über kurz oder lang zur Verschmelzung von digitalen und analogen Inhalten.

Onlinekurse für die Massen

Dies werde zum Teil von Schlagworten wie MOOCs begleitet. Unter MOOCs (Massive Open Online Courses) versteht man virtuelle Kurse, die für jeden offenstehen, und an denen sehr viele Menschen teilnehmen. „Sinnvoll sind sie ab einer Teilnehmerzahl von mindestens 80 Personen“, sagt Christian F. Freisleben-Teutscher, Verantwortlicher für Inverted Classroom am Service- und Kompetenzzentrum für Innovatives Lehren und Lernen an der Fachhochschule Sankt Pölten. Seiner Meinung nach nutzen Hochschulen Lern- und Lehrinstrumente und -methoden viel zu wenig, das Potenzial werde nicht wahrgenommen: „Lehrende und Lernende könnten sich viel besser vernetzen, sie kämen vom klassischen Lehrer-Schüler-Modell weg und könnten gemeinsam forschen.“ Das „umgedrehte Klassenzimmer“ beispielsweise funktioniert an der FH Sankt Pölten bereits in einigen Lehrveranstaltungen. Dabei bekommen Studierende verschiedene Materialien zur Verfügung gestellt, mit denen sie sich von zu Hause aus auf die anschließenden Präsenzphasen vorbereiten. Im realen Klassenzimmer konzentriert man sich dann auf die Vertiefung der Inhalte, die gemeinsame Diskussion, das Ausprobieren, Einüben und Weiterentwickeln. Teil einer solchen Vorbereitung könnte auch ein MOOC sein.

MOOCs können nicht nur im Hochschulumfeld, sondern auch in Unternehmen eingesetzt werden. Dann nennt man sie COOCs, Corporate Open Online Courses. „Das ist eine gute Methode, um Wissensmanagement im Unternehmen weiterzuentwickeln, aber auch, um externes Wissen zu integrieren“, sagt David Röthler, Mitbegründer des Instituts zur Förderung digitaler Mediennutzung werdedigital.at.

Gute Quellen, passende Inhalte

Wichtig bei der Konzeption von COOCs sind laut dem Experten vertrauenswürdigen Quellen und Inhalte, die auf den Arbeitsplatz abgestimmt sind. Förderlich ist darüber hinaus, dass Lernende und Lehrenden miteinander kommunizieren können. Auch Gruppenarbeiten und ein gewisser Wettbewerbscharakter seien sinnvoll.

COOCs könnten sogar zu einem Teil von Öffentlichkeitsarbeit werden – wenn man sich traue, für die Allgemeinheit so offen zu sein. Am Anfang steht allerdings der Inhalt, den es zu generieren gilt. Wie man MOOCs in der Erwachsenenbildung einsetzt, erfahren Interessierte beispielsweise bei EBMOOC, einem kostenlosen Onlinekurs, der im März 2017 startet.

Web: www.erwachsenenbildung.at/ebmooc


[N536H]

(Print-Ausgabe, 17.12.2016)

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