Damit am Bau was weitergeht

Baustellenmanagement. Für viele primär ein Ärgernis, sind Baustellen hochkomplexe Projekte, die entsprechend koordiniert werden müssen.

Neben technischem Wissen sind für Bauleiter auch Führungsskills gefragt.
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Neben technischem Wissen sind für Bauleiter auch Führungsskills gefragt.
Neben technischem Wissen sind für Bauleiter auch Führungsskills gefragt. – (c) imago/Westend61 (imago stock&people)

Gerade zu Beginn der Reisezeit sind Baustellen und damit verbundener Staus häufiger Quell für Ärger. Bei allem Verständnis für die Notwendigkeit meinen viele, bessere Organisation könnte die Arbeiten beschleunigen. Da ist grundsätzlich was dran. Baustellen sind komplexe Unternehmungen, die perfekt gemanagt werden wollen. Gute Bauleiter müssen deshalb nicht nur das Bauen, sondern auch Bereiche wie Projektmanagement oder Mitarbeiterführung beherrschen. Basisausbildungen sind mehrtägige Seminare wie sie das WIFI, der TÜV Austria oder die Bauakademien der Landesinnungen für Praktiker mit technischer Ausbildung und Erfahrung am Bau anbieten. Es gibt aber auch eine Reihe akademischer Angebote.

Zum Beispiel das Bachelor- und Masterstudium „Bauingenieurwesen – Baumanagement“ an der FH Campus Wien, das Vollzeit oder berufsbegleitend absolviert werden kann. „Unser Berufsbild ist der Bauleiter, der von der Technik über Wirtschaft und Recht bis zu Soft-Skills wie Führungsaufgaben ein breites Wissen benötigt“, sagt Studiengangsleiterin Claudia Link. Die Ausbildung sei äußerst praxisorientiert. So müssen alle Bachelor-Vollzeitstudierenden ein zweimonatiges Praktikum absolvieren. Stolz ist die FH-Professorin auf ein Talentförderungsprogramm im Masterstudium: „Ausgewählte Studierende vernetzen wir mit Firmen, die sie mit Praktika und vielen anderem unterstützen.“ Ein erfolgreicher Abschluss soll jedenfalls ein Ticket für einen Job sein. „Es gibt unter unseren Absolventen keinen, der ohne Arbeitsplatz ist“, sagt Link.

 

Studium mit Lehre und Praxis

Ein Bachelorprogramm Baustellenmanagement, an dem auch immer wieder Österreicher teilnehmen, hat die FH Münster gemeinsam mit dem Berufsförderungswerk der Bauindustrie NRW im Programm. Dieses Studium kann mit abgeschlossener Lehre in einem Bauberuf und dreijähriger Praxis besucht werden. „Viele Absolventen dieser Ausbildung haben heute Führungspositionen inne“, sagt Lehrgangsleiter Ulrich Weber. Nicht allein die Fähigkeiten für das Leiten von großen Baustellen, sondern auch von Bauunternehmen will der berufsbegleitende Studiengang MBA-Bauwirtschaft vermitteln. Er wird von der OÖ Bauakademie gemeinsam mit der Donauuni Krems angeboten. Im Mittelpunkt steht die Verbindung von Bautechnik und Wirtschaft. „Vielen Bautechnikern fehlt das für Führungspositionen notwendige Managementwissen“, erläutert Harald Kopecek, Leiter und Geschäftsführer der OÖ Bauakademie. Hier setzt der Lehrgang an. Rechnungswesen und Kostenrechnung im Baubetrieb, BWL für die Bauwirtschaft oder strategische Unternehmensführung werden gelehrt. Das Wissen sei laut Kopecek sofort umzusetzen. „Wir sind nicht wissenschaftlich unterwegs, sondern setzen den Fokus klar auf Praxis.“

An den technischen Universitäten findet sich kein speziell auf Bauleitung zugeschnittenes Studium. „Aber der neue Studienplan ist sehr innovativ. Im Bauingenieur-Bachelor bieten wir eine sehr breite Grundlagenausbildung“, sagt Gerald Goger, Professor am Institut für interdisziplinäres Bauprozessmanagement der TU Wien. Hier gibt es Module wie Bauwirtschaft und Bauprojektmanagement oder Kosten und Terminplanung und damit das Wissen, um Bauvorhaben schnell und effizient abzuwickeln – damit es bei der Fahrt in den Urlaub möglichst wenig staut.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.07.2017)

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