Entwicklung, Vermarktung und Lobbying

Pharmaindustrie. Der Arzneimittelsektor verzeichnet starkes Wachstum, kämpft jedoch mit hohen Kosten. Die Entwicklung, aber auch die Vermarktung von Medikamenten ist entsprechend Gegenstand einer Reihe von Lehrgängen.

Auch in der Pharmabranche ist die Digitalisierung ein wichtiges Thema.
Auch in der Pharmabranche ist die Digitalisierung ein wichtiges Thema.
Auch in der Pharmabranche ist die Digitalisierung ein wichtiges Thema. – (c) Syda Productions - stock.adobe.c (lev dolgachov)

Die Herausforderungen, mit denen die Pharmaindustrie konfrontiert ist, sind vielfältiger Natur. Zu den größten zählt sicherlich, dass die Forschung immer mehr Mittel benötigt. „Das ist darauf zurückzuführen, dass diese in zunehmend komplexeren therapeutischen Forschungsgebieten kostenaufwendiger ist“, sagt Michael Ogertschnig, Leiter des Studiengangs Pharmamanagement, der von der Donau-Universität Krems angeboten wird. Nicht von der Hand zu weisen sei zudem die zunehmende Dynamik in der Pharmabranche, die sich etwa in den zahlreichen Fusionen großer Unternehmen in letzter Zeit zeige.

 

Medizin-Apps als Thema

Aber auch mit der Digitalisierung müsse man sich auseinandersetzen, wie Elisabeth Prähauser, Leiterin des Bachelorstudiums Pharmazie der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU), festhält. Das habe sich unter anderem bei der Fachmesse Expopharm 2018 gezeigt, bei der von der Bestellung mittels Apps über biometrische Zugangsverfahren – zum Beispiel Venenscan – bis hin zur digitalen Sichtwahl an modernen Terminals in der Apotheke digitale Themen und Trends behandelt wurden.

Dementsprechend präsent ist die Digitalisierung in einschlägigen Aus- und Weiterbildungsangeboten. An der Pharmig Academy setzten sich die Teilnehmer des Seminars „Digitale Kommunikation und Pharma“ etwa mit Tools und Strategien auseinander, wie sie den Diskurs in der virtuellen Öffentlichkeit proaktiv mitgestalten können, berichtet die Akademieleiterin, Eva Waldmann. In ihrem Haus geht es freilich nicht nur um die digitale Transformation. „Wir sind gerade dabei, die Akademie neu aufzustellen.“

 

Lobbying-Seminar

Bereits herausgebracht habe man etwa den Lehrgang Market Access sowie im Bereich Leadership ein Training zum Thema Change Management, das Martin Munte, Präsident der Pharmig, des Verbands der pharmazeutischen Industrie Österreichs, leitet. Zum Thema Government Affairs und Lobbying werde man im Februar ein Seminar anbieten. „Dabei handelt es sich um ein wichtiges Thema“, erklärt Waldmann.

An der Pharmig Academy finden pro Jahr rund 40 Veranstaltungen statt. Dazu zählen neben einschlägigen Seminaren, Lehrgängen, Workshops und In-House-Programmen auch Großveranstaltungen wie das Health Care Symposium und der Rare-Diseases-Dialog. „Wir sehen einen großen Bedarf an sehr praxisorientierten Veranstaltungen“, so Waldmann. Beim diesjährigen Health Care Symposium am 12. November unter dem Motto „Yes, we innovate“ geht es etwa um Themen wie die Zukunft der Pharmawirtschaft in Österreich und Europa sowie Innovation und Forschung.

 

Externe Experten

Dass zu den Vortragenden an der Pharmig Academy rund 200 internationale Experten aus der Pharmaindustrie, aus Behörden sowie aus dem Gesundheitssystem zählen, ist für Waldmann ein besonderes Asset ihres Hauses. Dazu komme ein renommiertes Expertenteam aus der Pharmig, das sehr gut mit Behörden und anderen Partnern im Gesundheitssystem vernetzt sei.

Auch die Donau-Universität Krems hat ein breites Angebot an branchenspezifischen Weiterbildungsprogrammen. Mit dem Lehrgang Pharmamanagement, der an der Donau-Universität als Akademischer Experte, Master of Science und MBA angeboten wird, wolle man Generalisten ausbilden, die die Funktionsweise des Markts und der Unternehmen verstehen, so Ogertschnig. „Dabei schauen wir uns den kompletten Zyklus an – von der Produktentwicklung bis hin zu Marketing und Vertrieb.“ Weitere wichtige Themen sind Regulierung, rechtliche Grundlagen und Zulassungsverfahren. Ein integraler Bestandteil des Programms sei auch die Digitalisierung.

„Genau dieses Querschnittswissen brauchen auch Führungskräfte und Personen, die eine Managementposition anstreben“, sagt Ogertschnig. Der überwiegende Teil der Studierenden sei bereits in der Pharmabranche tätig und verfüge über mehrjährige Berufserfahrung. Viele bereiteten sich mit dem Studium auf den nächsten Karriereschritt vor.

 

Praktika in allen Bereichen

An der PMU sind im vergangenen Herbst die ersten Studierenden in den ersten Jahrgang von Pharmazie gestartet. Auch in Salzburg legt man laut Prähauser viel Wert auf Praxisorientierung. Das bezieht sich nicht nur auf den Umstand, das viele Lehrende aus der Praxis kommen. Die Studierenden müssen auch verpflichtende Praktika in den vier größten Berufsbildern der Pharmazie absolvieren. Diese seien Apotheke, Industrie, Forschung und Klinik. Stichwort Klinik: Zu den wichtigsten Entwicklungen in der Pharmazie zählt Prähauser, dass in den vergangenen Jahren die Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Pharmazeuten in den Kliniken immer bedeutender geworden ist.

Web:www.pharmig-academy.at

 

www.donau-uni.ac.at

 

www.pmu.ac.at

 

www.apotheker.or.at

 

www.univie.ac.at

 

www.uni-graz.at

 

www.uibk.ac.at

 

www.fh-krems.ac.at

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.11.2018)

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