"Der Dow Jones steigt 2014 auf 17.000 Punkte"

Der Anlageexperte Heiko Thieme ist für die Börsen optimistisch, erwartet im Frühjahr aber eine Korrektur.

(c) EPA (JUSTIN LANE)

New York/Wien. Für den deutsch-amerikanischen Anlagespezialisten Heiko Thieme sieht die Börsenwelt mittelfristig rosig aus: Die Kurse würden auch 2014 steigen, allerdings werde es im momentan „technisch überkauften“ Markt vorher wohl eine Korrektur um fünf bis zehn Prozent geben, sagte Thieme im Gespräch mit der „Presse“. Eine Weihnachtsrallye sei dadurch aber nicht gefährdet: Wahrscheinlich werde diese Marktkorrektur Anfang des kommenden Jahres, etwa im Februar oder März, passieren, meint der Chairman des New Yorker American Heritage Management, der auf Einladung des Business-Circle-Wertpapierforums Ende November in Wien auftreten wird.

Anleger, die sich angesichts der dünner werdenden Börsenluft zu fürchten beginnen, beruhigt Thieme: Er sieht den Dow-Jones-Index, der derzeit bei knapp 16.000 Punkten liegt, gegen Ende des kommenden Jahres in der Gegend von 17.000 Punkten. Möglich sei auch ein Anstieg auf 18.000 Zähler, aber das wäre schon „eine echte Herausforderung“.

Auch für den derzeit in der Gegend von 9100 Punkten liegenden deutschen Leitindex DAX sieht der Anlageexperte noch Potenzial: Der werde zwar nicht, wie einige Analysten meinen, schon heuer an die 10.000-er-Schwelle kommen. Im kommenden Jahr seien die 10.000 Punkte aber realistisch.

Thieme konzediert zwar, dass die Weltbörsen derzeit stark liquiditätsgetrieben sind, also von der Geldflut der Notenbanken leben. Das sei aber kurz- und mittelfristig kein Problem: Die US-Notenbank werde ihr Anleihenkaufprogramm (derzeit 85 Mrd. Dollar pro Monat) wohl bis 2016 weiterziehen. Möglich seien vorher höchstens kleinere Reduzierungen des Ankaufsvolumens. Auf die sollten Anleger freilich auch achten: Wie man gesehen hat, reagieren Aktien, obwohl sie nach Ansicht des Experten trotz der scharfen Kursanstiege der jüngsten Zeit noch nicht überbewertet seien, extrem empfindlich auf Drehungen am Liquiditätshahn.

 

Keine Alternative zu Aktien

Interessante Anlagemöglichkeiten sieht Thieme derzeit in den Sektoren Pharmazie und Technologie, auch Bankaktien seien attraktiv, wobei man sehr selektiv vorgehen sollte. Bessere Möglichkeiten als in Europa werde es in nächster Zeit in den USA geben, wo auch die Konjunktur schon wieder ein wenig in Schwung gekommen sei. Im deutschen DAX empfiehlt der seit 35 Jahren in den USA lebende Leipziger nur ein Papier: die Aktie des Energiekonzerns E.ON, wenngleich hier kurzfristig eher keine großen Kurssteigerungen zu erwarten seien. Viel passieren könne bei Aktien in naher Zukunft nicht: Wegen der niedrigen Zinsen, die noch lange am Boden bleiben dürften, gebe es praktisch keine Alternative zu den Anteilsscheinen.

Beim Goldpreis sieht der Experte noch einmal einen Rücksetzer kommen. Bei Preisen unter 1300 Dollar je Feinunze könne man sich den Markt näher ansehen, bei solchen unter 1200 Dollar solle man „aggressiv kaufen“. Allerdings ohne überzogene Renditeerwartungen: Die alten Höchststände (über 1900 Dollar) werde das Edelmetall nicht so bald wieder sehen. (ju)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.11.2013)

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