Ausstellung

AzW widmet sich dem Haas-Haus

Das Az W öffnet sein Archiv und gewährt Einblicke in die Entstehungsgeschichte eines der prominentesten Bauwerke Wiens.

Haas Haus

"Wenn das keine Wiener Geschichte ist", fasst Angelika Fitz, Direktorin des Architekturzentrums Wien (Az W) die Begleitumstände zum Bau von Hans Holleins Haas-Haus zusammen, dem nunmehr eine eigene Ausstellung im Rahmen der Reihe "SammlungsLab" gewidmet ist. "Hans Hollein ausgepackt: Das Haas-Haus" zeichnet die Entwicklung des umstrittenen Projekts bis hin zur Unterschutzstellung als Denkmal nach.

(c) Architekturzentrum Wien, Sammlung, Foto: Friedrich Achleitner Architekturzentrum Wien, Collection, photo: Friedrich Achleitner

Haas-Haus, Modell, 1987

Basis für die kleine, aber feine Schau ist der im Jahr 2016 von der Republik angekaufte Nachlass des Architekten (1934-2014), der seither im Auftrag des MAK (Museum für angewandte Kunst) im Az W aufgearbeitet wird. Kuratorin Mechthild Ebert hat aus dem 263 Europaletten umfassenden Archiv mit dem Haas-Haus nun eines von Holleins prominentesten Werken ausgewählt, um dessen Entstehungsgeschichte nachzuzeichnen. "Es hat dieses spezielle Eck immer gegeben; von dort aus wurde die Stadt erweitert", führte Ebert am Donnerstag in die Geschichte des Bauplatzes direkt gegenüber des Stephansdoms ein.

(c) Archiv Hans Hollein, Az W und MAK, Wien, Foto: Elmar Bertsch Archive Hans Hollein, Az W and MAK, Vienna, Photo: Elmar Bertsch

Bauzaun, 1987

Dort, wo einst das römische Legionslager angesiedelt war, ließ die Firma Philipp Haas & Söhne in den Jahren 1865 bis 1867 das erste Haas-Haus erbauen. Damals zeichneten August Sicard von Sicardsburg und Eduard van der Nüll für die Architektur verantwortlich.

> > Mehr: "Presse-Artikel" zum ersten Haas-Haus

(c) Architekturzentrum Wien, Sammlung, Foto: Friedrich Achleitner Architekturzentrum Wien, Collection, photo: Friedrich Achleitner

Hans Hollein, Haas-Haus, 1985-1990, Skizze

1953 folgte das nach Kriegsschäden neu errichtete Haas-Haus, diesmal von Carl Appel, Max Fellerer und Eugen Wörle. Dieses "zweite Haas-Haus" sollte Hollein ursprünglich lediglich umbauen, wovon einige erhaltene Studien in der Ausstellung zeugen.

(c) Archiv Hans Hollein, Az W und MAK, Wien Archive Hans Hollein, Az W and MAK, Vienna

Hans Hollein, Haas-Haus, 1985-1990, Skizze

Bald wurde die Idee jedoch verworfen und so entstanden zahlreiche Skizzen, Modelle und Fotos unterschiedlicher Entwürfe, mithilfe derer Ebert nun die Entstehung des 1990 eröffneten Gebäudes, das seit 2012 unter Denkmalschutz steht, sichtbar macht.

(c) Archiv Hans Hollein, Az W und MAK, Wien Archive Hans Hollein, Az W and MAK, Vienna

Haas-Haus, Baustelle 1989

Flankiert wird die Schau, die sich direkt neben der AzW-Bibliothek findet, von der äußerst kritischen öffentlichen Diskussion rund um Pläne und Errichtung, die in Form von Zeitungsberichten und Radiobeiträgen nacherzählt wird. So forderten verschiedene Initiativen sowie ein Proponentenkomitee unter der Leitung des Architekten Walter Jaksch die Erhaltung des vorhandenen Nachkriegsbaus; Hollein bekam jedoch vom damaligen Wiener Bürgermeister Helmut Zilk (SPÖ) Rückendeckung.

(c) Architekturzentrum Wien, Sammlung, Foto: Margherita Spiluttini Architekturzentrum Wien, Collection, photo: Margherita Spiluttini

Ausstellungsansicht "Hans Hollein ausgepackt: Das Haas-Haus"

AzW-Chefin Fitz nannte die Causa "symptomatisch für Wien: zunächst jahrelang umkämpft und 20 Jahre später unter Denkmalschutz". Die Diskussion werfe auch die Frage auf, was in einer historischen Innenstadt möglich und angemessen sei, verwies sie auf aktuelle Debatten auch in Deutschland.

> > > "Presse"-Artikel: Das erste Haas-Haus, erbaut 1866

> > > Ausstellung "Hans Hollein ausgepackt: Das Haas-Haus", 13. Juni bis 19. August im Az W, SammlungsLab. Infos unter www.azw.at

Architekturzentrum/Lisa Rastl
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Haas Haus

"Wenn das keine Wiener Geschichte ist", fasst Angelika Fitz, Direktorin des Architekturzentrums Wien (Az W) die Begleitumstände zum Bau von Hans Holleins Haas-Haus zusammen, dem nunmehr eine eigene Ausstellung im Rahmen der Reihe "SammlungsLab" gewidmet ist. "Hans Hollein ausgepackt: Das Haas-Haus" zeichnet die Entwicklung des umstrittenen Projekts bis hin zur Unterschutzstellung als Denkmal nach.

(c) Architekturzentrum Wien, Sammlung, Foto: Friedrich Achleitner Architekturzentrum Wien, Collection, photo: Friedrich Achleitner

Haas-Haus, Modell, 1987

Basis für die kleine, aber feine Schau ist der im Jahr 2016 von der Republik angekaufte Nachlass des Architekten (1934-2014), der seither im Auftrag des MAK (Museum für angewandte Kunst) im Az W aufgearbeitet wird. Kuratorin Mechthild Ebert hat aus dem 263 Europaletten umfassenden Archiv mit dem Haas-Haus nun eines von Holleins prominentesten Werken ausgewählt, um dessen Entstehungsgeschichte nachzuzeichnen. "Es hat dieses spezielle Eck immer gegeben; von dort aus wurde die Stadt erweitert", führte Ebert am Donnerstag in die Geschichte des Bauplatzes direkt gegenüber des Stephansdoms ein.

(c) Archiv Hans Hollein, Az W und MAK, Wien, Foto: Elmar Bertsch Archive Hans Hollein, Az W and MAK, Vienna, Photo: Elmar Bertsch

Bauzaun, 1987

Dort, wo einst das römische Legionslager angesiedelt war, ließ die Firma Philipp Haas & Söhne in den Jahren 1865 bis 1867 das erste Haas-Haus erbauen. Damals zeichneten August Sicard von Sicardsburg und Eduard van der Nüll für die Architektur verantwortlich.

> > Mehr: "Presse-Artikel" zum ersten Haas-Haus

(c) Architekturzentrum Wien, Sammlung, Foto: Friedrich Achleitner Architekturzentrum Wien, Collection, photo: Friedrich Achleitner

Hans Hollein, Haas-Haus, 1985-1990, Skizze

1953 folgte das nach Kriegsschäden neu errichtete Haas-Haus, diesmal von Carl Appel, Max Fellerer und Eugen Wörle. Dieses "zweite Haas-Haus" sollte Hollein ursprünglich lediglich umbauen, wovon einige erhaltene Studien in der Ausstellung zeugen.

(c) Archiv Hans Hollein, Az W und MAK, Wien Archive Hans Hollein, Az W and MAK, Vienna

Hans Hollein, Haas-Haus, 1985-1990, Skizze

Bald wurde die Idee jedoch verworfen und so entstanden zahlreiche Skizzen, Modelle und Fotos unterschiedlicher Entwürfe, mithilfe derer Ebert nun die Entstehung des 1990 eröffneten Gebäudes, das seit 2012 unter Denkmalschutz steht, sichtbar macht.

(c) Archiv Hans Hollein, Az W und MAK, Wien Archive Hans Hollein, Az W and MAK, Vienna

Haas-Haus, Baustelle 1989

Flankiert wird die Schau, die sich direkt neben der AzW-Bibliothek findet, von der äußerst kritischen öffentlichen Diskussion rund um Pläne und Errichtung, die in Form von Zeitungsberichten und Radiobeiträgen nacherzählt wird. So forderten verschiedene Initiativen sowie ein Proponentenkomitee unter der Leitung des Architekten Walter Jaksch die Erhaltung des vorhandenen Nachkriegsbaus; Hollein bekam jedoch vom damaligen Wiener Bürgermeister Helmut Zilk (SPÖ) Rückendeckung.

(c) Architekturzentrum Wien, Sammlung, Foto: Margherita Spiluttini Architekturzentrum Wien, Collection, photo: Margherita Spiluttini

Ausstellungsansicht "Hans Hollein ausgepackt: Das Haas-Haus"

AzW-Chefin Fitz nannte die Causa "symptomatisch für Wien: zunächst jahrelang umkämpft und 20 Jahre später unter Denkmalschutz". Die Diskussion werfe auch die Frage auf, was in einer historischen Innenstadt möglich und angemessen sei, verwies sie auf aktuelle Debatten auch in Deutschland.

> > > "Presse"-Artikel: Das erste Haas-Haus, erbaut 1866

> > > Ausstellung "Hans Hollein ausgepackt: Das Haas-Haus", 13. Juni bis 19. August im Az W, SammlungsLab. Infos unter www.azw.at

Architekturzentrum/Lisa Rastl
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