China: Neubau-Geisterstädte

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Über sieben Millionen Menschen leben in Changsha, einer Stadt in der chinesischen Provinz Hunan. Um sie herum wird weitergebaut, um der wachsenden Einwohnerzahl auch Dächer über dem Kopf zu bieten. Die Seestadt Meixi gehört auch zu den Entwicklungen.

Kai Michael Caemmerer
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Der US-amerikanische Fotograf Kai Michael Caemmerer fotografierte im vergangenen Jahr nicht nur Neubaustädte um Changshan, sondern auch die Neubaugebiete Kangbashi bei Ordos in der Inneren Mongolei und Yujiapu-Binhai in der Umgebung von Tianjin.

Kai Michael Caemmerer
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Seine Faszination für die "Geisterstädte" Chinas komme aus ihrer häufig überspitzten Darstellung in westlichen Medien, sagt Caemmerer. Man beschreibe sie als Fehlentwürfe, dabei sei die Herangehensweise im chinesischen Städtebau bloß eine andere.

Kai Michael Caemmerer
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So würden Menschen im Westen die Neubaustädte für das rasch wachsende China an historisch gewachsenen Siedlungen messen. Dabei werde vergessen, dass die Städte für hunderttausende neue Bewohner sehr wohl nach städtebaulichen Plänen gebaut würden, sagt der Fotograf.

Kai Michael Caemmerer
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Ihn habe eben der Zwischenhalt in dem Konzept der neuen Städte interessiert: jener nämlich, an dem die Strukturen auf ihre Bewohner warten. "Unborn Cities", ungeborene Städte, nannte Caemmerer seine Porträts der "Stadt ohne Stadt".

Kai Michael Caemmerer
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Die neuen Städte sind gespickt mit herausragender Architektur, gepflegten Parks und futuristischen Hochhäusern. Doch bis auf das sind sie quasi leer. Viele Menschen können sich entweder das Leben in den neuen Städten nicht leisten - oder sind nicht bereit, ihre Heime in ländlichen Siedlungen zu verlassen.

Kai Michael Caemmerer
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Es fühle sich an, wie durch ein originalgetreu nachgebautes Architekturmodell zu wandern, nicht danach, in einem Lebensraum zu sein, beschreibt Caemmerer seine Erfahrungen in den leeren Städten.

Kai Michael Caemmerer
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Die neuen Städte sind Teil Chinas Strategie, sich zu einer städtischen Nation hinzuwandeln: Hunderte neuer Städte sind in den letzten drei Jahrzehnten entstanden, mit dem Ziel, 250 Millionen Bewohner vom Land in die Stadt zu transferieren.

Kai Michael Caemmerer
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Dass die Vorhaben nur minder erfolgreich sind, liegt auch an der Verlassenheit der Städte - häufig fehlen Jobs, Geschäfte für ein normales Leben. In Kangbashi versuchte man, Schulen und Büros in Neubaugebiete zu verlagern - mit wenig Erfolg. In einer Struktur, die für eine halbe Million Menschen angelegt wurden, leben heute "nur" 100.000 von ihnen.

Kai Michael Caemmerer
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Stadt ohne Stadt

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