hali-Verkauf mit Hürden: BWB unterzieht Büromöbelbranche einem Markttest

Die BGO Holding will nach den Büromöbelherstellern Bene und Neudörfler auch hali und Svoboda übernehmen. Die kartellrechtliche Genehmigung ist offen.

PEROUTKA Guenther

Den Eigentümern von Bene und Neudörfler stehen beim Aufkauf der Konkurrenten hali und Svoboda kartellrechtliche Hürden im Weg. Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) hat am Dienstag einen Markttest eingeleitet. Die Wettbewerbshüter lassen noch offen, ob sie den Zusammenschluss genehmigen. Experten schätzen die Übernahmen als heikel ein. Svoboda meldete vor zwei Wochen Insolvenz an.

Eine abschließende Einschätzung des Zusammenschlusses sei erst nach Abschluss der Ermittlungsarbeit möglich, erklärte die BWB auf ihrer Internetseite. Die Behörde war in die Übernahmepläne bereits eingebunden. Es seien mit den Zusammenschlussparteien umfangreiche Pränotifikationsgespräche geführt worden, bestätigte die BWB.

Am Montag ist der geplante Deal bei der BWB offiziell angemeldet worden, die Frist zur Stellung eines Antrages auf Prüfung des Zusammenschlusses im kartellgerichtlichen Verfahren endet am 12. März. Die BGO Holding von Erhard F. Grossnigg und von Ex-Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (ÖVP) beabsichtigt demnach, die hali GmbH (Eferding) und Svoboda Büromöbel GmbH (st. Pölten) jeweils zur Gänze zu übernehmen.

Marktmacht unklar

Die BWB hat im Zuge des Markttests rund 500 Auskunftsverlangen vorbereitet, die derzeit an Kunden und Wettbewerber übermittelt werden. "In weiterer Folge wird die BWB die Daten aus der Anmeldung sowie die Antworten analysieren, um zu beurteilen, ob durch den Zusammenschluss eine marktbeherrschende Stellung begründet wird", heißt es seitens der Behörde. Die BWB will den Markttest in den nächsten vier bis sechs Wochen abschließen, wie eine Sprecherin zur APA sagte.

Wie viel Marktmacht hali, Svoboda, Bene und Neudörfler gemeinsam haben, ist umstritten. Das Kartellgesetz definiert Unternehmen ab einem Marktanteil von 30 Prozent als marktbeherrschend. Die BGO Holding selbst verweist auf aktuelle Zahlen des Marktforscher CSIL "The European Market for Office Furniture", wonach der Marktanteil der vier Hersteller am Büromöbelmarkt in Österreich nur bei 24,8 Prozent liegt. Der Marktforscher Kreutzer Fischer & Partner veröffentlichte 2016 einen Branchenbericht, demzufolge sie auf einen Anteil von knapp 50 Prozent kommen. Der fünftgrößte heimische Anbieter Wiesner-Hager kam damals inklusive Bürostühle auf einen Marktanteil von sieben Prozent und Blaha Büromöbel au

Indes hat das Landesgericht St. Pölten im Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung der Büromöbelfirma Svoboda den Fortbetrieb genehmigt. Zudem sei ein Gläubigerausschuss bestellt worden, teilte Sanierungsverwalter Friedrich Nusterer mit. Die Kaufoption der BGO Holding auf alle Anteile an Svoboda wirke sich vorerst nicht unmittelbar auf das Verfahren aus, sagte der Rechtsanwalt. Nusterer verwies in diesem Zusammenhang auf die Prüfung der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB), die man abwarten müsse.

 

 

 

(APA)

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