Hitzeschutz

Hausbegrünungen sollen Wien beim Abkühlen helfen

Als Maßnahme gegen Hitzeinseln sollen im Favoritner "Kretaviertel" bis 2022 rund 50 Häuser begrünt werden. Im Experimentierlabor "Mugli" vor dem Wiener Hauptbahnhof kann man sich schon jetzt über Bepflanzunsgsmöglichkeiten informieren.

Begrünte Dachterrasse in Wien.
Begrünte Dachterrasse in Wien.
Begrünte Dachterrasse in Wien. – Victoria Hala

Die Hitze flirrt in den Straßen, besonders in jenen ohne Grün. Dunkler Beton und nackte Fassaden sorgen für noch höhere Temperaturen, selbst in der Nacht kühlen die aufgeheizten Flächen kaum ab. Die Stadt Wien will mit Gebäudebegrünungen diesen Hitzeinseln den Kampf ansagen und dabei auf den 2015 beschlossenen "Urban Heat Islands Strategieplan" zurückgreifen.

Mugli am Hauptbahnhof

Konkretes Ziel ist vorerst Inner-Favoriten, wo ein Fünftel aller geeigneter Bauten - rund 50 Häuser - bis 2022 begrünt werden sollen. Erreichen will man diese 20-Prozent-Marke in Zusammenarbeit mit der Know-how-Plattform "Grünstattgrau", die am 9. August ihr mobiles "Experimentierlabor Mugli" vor dem Wiener Hauptbahnhof offiziell präsentierten. Dort können sich Interessierte über Bepflanzungsmöglichkeiten, Kosten und Nutzen informieren. Das Start-up wird von der öffentlichen Hand gefördert und arbeitet zudem mit vielen privaten Partnern zusammen.

 

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Das "Mugli" bei der Eröffnung. – Angelika Krauk

In Inner-Favoriten ist zwischen Quellenstraße, Absberggasse und Gudrunstraße die Begrünung von rund 50 Häusern vorgesehen. Im Bezirk gebe es zwar große Grünflächen wie den Wienerberg oder den Laaerwald, sagte Vorsteher Marcus Franz (SPÖ) bei der Projektpräsentation: "Aber im dicht verbauten Gebiet gibt es viele Straßen, wo kein einziger Baum steht". Dabei würden 850 Quadratmeter Grünfläche im besten Fall 33 Klimaanlagen ersetzen, so der Bezirkschef.

Minus 13 Grad

In einem Straßenzug mit Fassaden sei die gefühlte Temperatur um bis zu 13 Grad niedriger, zeigte Vera Enzi, eine der beiden Geschäftsführerinnen von "Grünstattgrau", das Potenzial auf. Verglichen mit einem Blech- oder Kiesdach ist bei einem Gründach ein Rückgang von bis zu vier Grad in den Innenräumen möglich. Außerdem kann durch Bepflanzung Regenwasser gespeichert werden, durch die langsame Verdunstung kommt es zu längerfristigen Kühleffekten.

Konkrete Zielwerte zu Begrünungsanteilen in der ganzen Stadt gibt es in Wien derzeit nicht. Um Fortschritte zu erzielen, gebe es aber bereits einige verbindliche Vorschriften in Sachen Neubauprojekte: So müssen etwa in Stadtentwicklungsgebieten Flachdächer so gut wie immer begrünt werden. Bei Umgestaltungen des öffentlichen Raums müssen 40 Prozent der Fläche durch Bäume beschattet werden.

Im verbauten Stadtgebiet mit viel Altsubstanz sei man eingeschränkter, erklärt Christian Härtel von der MA 22. Hier wäre eine nachträgliche Fassadenbegrünung einfacher umzusetzen. Verpflichtende Vorgaben gebe es hier noch keine, würden aber durchaus überlegt. Interesse an Maßnahmen gebe es jedenfalls aus einigen Inner-Gürtelbezirken wie etwa Neubau, Mariahilf oder der Inneren Stadt im Bereich Stubentor.

 

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