Viertel Zwei: "Grüne" Energieversorgung durch Kraftwerk Krieau spart Emissionen

Eine erste Zwischenbilanz für das größte Anergienetz Österreichs fällt vielversprechend aus.

IC Development

Wien. Vor einem Jahr ging im Viertel Zwei in Wien Leopoldstadt das Kraftwerk Krieau in Betrieb - quasi als Vorzeigeprojekt in Sachen intelligenter Energienutzung, -verteilung und -speicherung. Erste Erfahrungswerte zeigen nun: Das sogenannte "Anergienetz" hat beachtliches Potenzial, auch für künftige Stadtentwicklungsprojekte. Im ersten Winter 2017/2018 sei es gelungen, im Vergleich zu herkömmlichen Heizsystemen 60 Prozent der CO2-Emissionen einzusparen, teilt der Immobilienentwicker für das Viertel Zwei, IC Development, mit.

„Moderne Stadtteilentwicklung geht über die Planung von Gebäuden hinaus, denn man gestaltet auch immer die direkte Umgebung der Objekte mit“, sagt Walter Hammertinger, Geschäftsführer bei IC Development. „Bei der Entscheidung für das Anergienetz sei man ein Risiko eingegangen, räumt er ein, der "große Erfolg" sei nicht vorhersehbar gewesen.“

Größtes Anergienetz Österreichs

Im - privat finanzierten - Kraftwerk Krieau wurden altbewährte Systeme der Geothermie und Grundwassernutzung sowie Photovoltaik zu einem intelligenten System, dem Anergienetz, kombiniert. Im Kalenderjahr 2018 wurden habe man damit bereits 541 Tonnen CO2 eingespart. „Durch den "grünen Energieverbund" sie es auch möglich, Bedarfsspitzen abzufedern und den Energiekreislauf im Netz bewusst zu steuern, erklärt Herbert Hetzel, Geschäftsführer der Kraftwerk Krieau GmbH. "So entstehen signifikante Einsparungen bei Emissionen und Energieeinsatz." Das bei diesem Projekt aufgebaute Know-how wolle man nun für künftige Immobilienentwicklungen an andere Unternehmen und die Stadt weitergeben.

Das Anergienetz im Viertel Zwei ist laut dem Developer zur Zeit das größte Österreichs, in den nächsten Jahren soll es - parallel zur Weiterentwicklung des Stadtteils - zum größten Europas ausgebaut werden. Insgesamt umfasst das Stadtentwicklungsgebiet eine  Gesamtfläche von 120.000 Quadratmetern, seit 2004 entstehen hier Büros und Geschäftsflächen, Wohnungen und Studentenapartments, Gastronomielokale und Hotels. Im Jahr 2023 sollen insgesamt mehr als 15.000 Menschen im  Viertel Zwei leben und arbeiten. (red.)

 

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