Architektur

Ausstellung

Das Architektur-Zentrum Wien zeigt bis 7. Jänner die kritische Schau: "(Un)­Um­strit­ten. Neue Er­kennt­nisse zum Werk".

Roland Rainer (1910–2004) zählt zu den bedeutenden Architekten des 20. Jahrhunderts in Österreich, Werke wie die Stadthalle (bild) gelten als Zeugnis des modernen und demokratischen Nachkriegs-Österreich.

In Publikationen und Texten wurde bisher die NS-Zeit aber bisher meist ausgeklammert. Die Kuratorinnen Waltraud Indrist, Monika Platzer und Ingrid Holzschuh begaben sich auf Spurensuche.

(c) Architekturzentrum Wien

Einige Details: 1936 bewarb sich Rainer unter Angabe seiner Parteimitgliedschaft bei der Bau- und Finanzdirektion Berlin und blieb dort bis 1938. Von 1940 bis 1945 leistete er Militärdienst und arbeitete im technischen Kriegsverwaltungsrat.

Im Bild: Wettbewerbsbeitrag „Hamburger Reichsautobahn“ (1. Preis), 1936

(c) Architekturzentrum Wien, Sammlung Architekturzentrum Wien, Collection

Sein Wissen zur städtebaulichen Grundlagenforschung, das ihm nach 1945 als Basis für eine Reihe von theoretischen Publikationen diente, eignete er sich in unter anderem in der Deutschen Akademie für Städtebau, Reichs- und Landesplanung an.

Im Bild: Siedlung Ternitz

(c) Architekturzentrum Wien, Sammlung Architekturzentrum Wien, Collection

Besonders aufschlussreich sind heute Publikationen wie "Die gegliederte und aufgelockerte Stadt" zu lesen, das er 1957 mit Johannes Göderitz und Hubert Hoffmann veröffentlichte. Daran gearbeitet hatte er allerdings schon vor 1945. In der Ausstellung sind beide Ausgaben einzusehen und laden zum Vergleich ein.

Im Bild: Gartenstadt Puchenau bei Linz (1963), ein in Ansätzen realisiertes Modell für eine gegliederte Stadt, gilt bis heute als wichtiges Modell für den verdichteten Wohnbau.

(c) Architekturzentrum Wien, Sammlung Architekturzentrum Wien, Collection

Auch das von Roland Rainer bevorzugte Einfamilienhaus war eine vom NS-Regime propagierte Wohnform. Rainer selbst begründete das 1944 mit der Aussage, diese Wohnform sei dort zu finden, "wo die Fülle arischen Wesens konzentriert" sei.

Im Bild: Roland Rainers Werkssiedlung in Mannersdorf am Leithagebirge (1953).

(c) Architekturzentrum Wien, Sammlung Architekturzentrum Wien, Collection

Dass weder Einfamilinhaus noch Gartenstadt ob dieser Vereinnahmungen zu verdammen sind, steht natürlich - nicht nur in der Schau - außer Frage.

Woher so manche Idee und ihre Umsetzungs-Kontinuität stammt, öffnet allerdings den Blick für Zusammenhänge und die Auswirkungen auf die architektonische Nachkriegs-Identität in Österreich.

Im Bild: Wohnhaus in der Veitingergasse.

Die Ausstellung ist bis 7. Jänner zu sehen, Infos unter:

www.azw.at

(c) Architekturzentrum Wien, Sammlung Architekturzentrum Wien, Collection
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Roland Rainer (1910–2004) zählt zu den bedeutenden Architekten des 20. Jahrhunderts in Österreich, Werke wie die Stadthalle (bild) gelten als Zeugnis des modernen und demokratischen Nachkriegs-Österreich.

In Publikationen und Texten wurde bisher die NS-Zeit aber bisher meist ausgeklammert. Die Kuratorinnen Waltraud Indrist, Monika Platzer und Ingrid Holzschuh begaben sich auf Spurensuche.

(c) Architekturzentrum Wien

Einige Details: 1936 bewarb sich Rainer unter Angabe seiner Parteimitgliedschaft bei der Bau- und Finanzdirektion Berlin und blieb dort bis 1938. Von 1940 bis 1945 leistete er Militärdienst und arbeitete im technischen Kriegsverwaltungsrat.

Im Bild: Wettbewerbsbeitrag „Hamburger Reichsautobahn“ (1. Preis), 1936

(c) Architekturzentrum Wien, Sammlung Architekturzentrum Wien, Collection

Sein Wissen zur städtebaulichen Grundlagenforschung, das ihm nach 1945 als Basis für eine Reihe von theoretischen Publikationen diente, eignete er sich in unter anderem in der Deutschen Akademie für Städtebau, Reichs- und Landesplanung an.

Im Bild: Siedlung Ternitz

(c) Architekturzentrum Wien, Sammlung Architekturzentrum Wien, Collection

Besonders aufschlussreich sind heute Publikationen wie "Die gegliederte und aufgelockerte Stadt" zu lesen, das er 1957 mit Johannes Göderitz und Hubert Hoffmann veröffentlichte. Daran gearbeitet hatte er allerdings schon vor 1945. In der Ausstellung sind beide Ausgaben einzusehen und laden zum Vergleich ein.

Im Bild: Gartenstadt Puchenau bei Linz (1963), ein in Ansätzen realisiertes Modell für eine gegliederte Stadt, gilt bis heute als wichtiges Modell für den verdichteten Wohnbau.

(c) Architekturzentrum Wien, Sammlung Architekturzentrum Wien, Collection

Auch das von Roland Rainer bevorzugte Einfamilienhaus war eine vom NS-Regime propagierte Wohnform. Rainer selbst begründete das 1944 mit der Aussage, diese Wohnform sei dort zu finden, "wo die Fülle arischen Wesens konzentriert" sei.

Im Bild: Roland Rainers Werkssiedlung in Mannersdorf am Leithagebirge (1953).

(c) Architekturzentrum Wien, Sammlung Architekturzentrum Wien, Collection

Dass weder Einfamilinhaus noch Gartenstadt ob dieser Vereinnahmungen zu verdammen sind, steht natürlich - nicht nur in der Schau - außer Frage.

Woher so manche Idee und ihre Umsetzungs-Kontinuität stammt, öffnet allerdings den Blick für Zusammenhänge und die Auswirkungen auf die architektonische Nachkriegs-Identität in Österreich.

Im Bild: Wohnhaus in der Veitingergasse.

Die Ausstellung ist bis 7. Jänner zu sehen, Infos unter:

www.azw.at

(c) Architekturzentrum Wien, Sammlung Architekturzentrum Wien, Collection
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Roland-Rainer-Ausstellung verlängert

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