Buchtipp

Wiener Raumplanung

Wie wollten die Nazis Wien gestalten? Was wurde nach 1945 aus den Plänen? Das Buch "Wien in der nationalsozialistischen Ordnung des Raums" zeigt überraschende Ideen – und Kontinuitäten – auf.

Monumentalbauten und Autobahnbaunen - das sind gängige Assoziationen zur NS-Bauära. Doch nicht die einzigen, wie das aktuelle Buch zeigt.

Autobahnen waren das Mittel der Wahl, Städte und Länder besser zu erschließen - nicht nur für Pkw, sondern auch für Lkw, Panzer und Truppen.

Im Bild: Plan der Transeuropastraße London-Istanbul.

Wiener Wiesenthal-Institut

Wien sollte eine Operationsbasis zum "Kampfraum Südost" darstellen und daher gut erreichbar sein.

Auch innerstädtisch wurde aufs Auto gesetzt. Im Bild: das vorhandene und projektierte (gepunktet) Verkehrsnetz in Wien - mit Schnittpunkt mitten im 1. Bezirk.

Wiener Wiesenthal-Institut

Die neuen Wohngegenden sollten an den Ausfallsrouten liegen - leicht erreichbar, im Grünen. In Hinblick auf einen künftigen Krieg sollte durch die dezentrale Bauweise bei Bombenabwürfen weniger Schaden entstehen.

(c) 1996-2004 AccuSoft Co., All righ

Im Gegensatz zu einer dicht bebauten, urbanen Stadt mit mehrfach genutzen, nicht immer korrekt zuordenbaren Freiflächen strebte die NS-Raumplanung daher eine übersichtliche, geordnete, gut kontrollierbare Flächennutzung an.

Im Bild: Beworben wurde das Eigenheim als urbaner Wohnraum.

Wiener Wiesenthal-Institut

Vorbild Gartenstadt: Klare Struktur mit wenig Spielraum.

Wiener Wiesenthal-Institut

Der Erwerb eines Hauses sollte mit speziellen Sparformen ermöglicht werden. Der Bau von geförderten Wohnungen oder die Weiterführung des sozialen Wohnbaus hatten keine Priorität.

Wiener Wiesenthal-Institut

Doch nicht nur das Auto, auch die Eisenbahn und vor allem die Wasserstraßen sollten forciert werden - im Bild die projektierten Hafenanlagen in Simmering, Albern und der Freudenau.

Wiener Wiesenthal-Institut

Auch ein Flughafenausbau mit Repräsentationsbau in Wien Aspern war vorgesehen.

Wiener Wiesenthal-Institut

Wichtigster Monumentalbau sollte das "Partei- und Kulturzentrum" im zweiten Bezirk direkt an der Donau werden - mit einer Sichtachse bis zur Hofburg.

Wiener Wiesenthal-Institut

Die Idee, eingebettet in die damals bestehende Stadt.

Wiener Wiesenthal-Institut

Einer der wenigen umgesetzten Bauten - die Südhalle auf dem Rotundengelände.

Wiener Wiesenthal-Institut

Die Ideen wurden auch in einer Schau gezeigt - in Autobussen, die zu einer mobilen Ausstellung umfunktioniert worden waren. Hier bei der Universität Wien.

Wiener Wiesenthal-Institut

„Wien in der nationalsozialistischen Ordnung des Raums. Lücken in der Wien-Erzählung“, von Siegfried Mattl, Gottfried Pirhofer und Franz J. Gangelmayer.

Erschienen in der VWI Studienbuchreihe, Herausgeber: Wiener Wiesenthal-Institut für Holocaust-Studien.
228 Seiten, 32 Euro.

 

Wiener Wiesenthal-Institut
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Monumentalbauten und Autobahnbaunen - das sind gängige Assoziationen zur NS-Bauära. Doch nicht die einzigen, wie das aktuelle Buch zeigt.

Autobahnen waren das Mittel der Wahl, Städte und Länder besser zu erschließen - nicht nur für Pkw, sondern auch für Lkw, Panzer und Truppen.

Im Bild: Plan der Transeuropastraße London-Istanbul.

Wiener Wiesenthal-Institut

Wien sollte eine Operationsbasis zum "Kampfraum Südost" darstellen und daher gut erreichbar sein.

Auch innerstädtisch wurde aufs Auto gesetzt. Im Bild: das vorhandene und projektierte (gepunktet) Verkehrsnetz in Wien - mit Schnittpunkt mitten im 1. Bezirk.

Wiener Wiesenthal-Institut

Die neuen Wohngegenden sollten an den Ausfallsrouten liegen - leicht erreichbar, im Grünen. In Hinblick auf einen künftigen Krieg sollte durch die dezentrale Bauweise bei Bombenabwürfen weniger Schaden entstehen.

(c) 1996-2004 AccuSoft Co., All righ

Im Gegensatz zu einer dicht bebauten, urbanen Stadt mit mehrfach genutzen, nicht immer korrekt zuordenbaren Freiflächen strebte die NS-Raumplanung daher eine übersichtliche, geordnete, gut kontrollierbare Flächennutzung an.

Im Bild: Beworben wurde das Eigenheim als urbaner Wohnraum.

Wiener Wiesenthal-Institut

Vorbild Gartenstadt: Klare Struktur mit wenig Spielraum.

Wiener Wiesenthal-Institut

Der Erwerb eines Hauses sollte mit speziellen Sparformen ermöglicht werden. Der Bau von geförderten Wohnungen oder die Weiterführung des sozialen Wohnbaus hatten keine Priorität.

Wiener Wiesenthal-Institut

Doch nicht nur das Auto, auch die Eisenbahn und vor allem die Wasserstraßen sollten forciert werden - im Bild die projektierten Hafenanlagen in Simmering, Albern und der Freudenau.

Wiener Wiesenthal-Institut

Auch ein Flughafenausbau mit Repräsentationsbau in Wien Aspern war vorgesehen.

Wiener Wiesenthal-Institut

Wichtigster Monumentalbau sollte das "Partei- und Kulturzentrum" im zweiten Bezirk direkt an der Donau werden - mit einer Sichtachse bis zur Hofburg.

Wiener Wiesenthal-Institut

Die Idee, eingebettet in die damals bestehende Stadt.

Wiener Wiesenthal-Institut

Einer der wenigen umgesetzten Bauten - die Südhalle auf dem Rotundengelände.

Wiener Wiesenthal-Institut

Die Ideen wurden auch in einer Schau gezeigt - in Autobussen, die zu einer mobilen Ausstellung umfunktioniert worden waren. Hier bei der Universität Wien.

Wiener Wiesenthal-Institut

„Wien in der nationalsozialistischen Ordnung des Raums. Lücken in der Wien-Erzählung“, von Siegfried Mattl, Gottfried Pirhofer und Franz J. Gangelmayer.

Erschienen in der VWI Studienbuchreihe, Herausgeber: Wiener Wiesenthal-Institut für Holocaust-Studien.
228 Seiten, 32 Euro.

 

Wiener Wiesenthal-Institut
Kommentar zu Artikel:

Kriegsgerechte "Gartenstadt": Wien in der NS-Raumordnung

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.