Österreich-Umfrage

Wohnwünsche: 73 Prozent suchen nach Eigentum

Mehr Platz, neuer Lebensabschnitt, Vorsorge: Die Gründe für eine Wohnungssuche haben sich kaum geändert, die bevorzugten Objekte allerdings schon. Das geht aus der aktuellen Wohn-Umfrage der sReal und wohnnet.at hervor.

Vermehrt gefragt: Haus im Grünen
Vermehrt gefragt: Haus im Grünen
Vermehrt gefragt: Haus im Grünen – pixabay

Eigentum ist begehrt: Suchten 2016 noch 43 Prozent der rund 5000 Befragten nach einer Eigentumswohung oder einem Haus, waren es heuer schon 73 Prozent. Die Gründe: „Zu 68 Prozent der Wunsch nach einem Eigenheim, zu 16 Prozent als Altersvorsorge und zu elf Prozent als Geldanlage“ erläutert Michael Pisecky, Fachverbandsobmann-Stellvertreter der Immobilien- und Vermögenstreuhänder Österreichs und Geschäftsführer von s Real. „Nur vier Prozent denken dabei ans Vererben."

Der niedrige Zinssatz bei der Finanzierung spielt dabei natürlich eine große Rolle. Pisecky: „Wenn ich die Kreditraten in den nächsten Jahren gleich bleiben, eine Miete aber teuerer werden wird, überlegen sich das viele zusätzlich“. Eigentumswohnungen wollten dabei 32 Prozent kaufen (2018: 30 Prozent), Häuser wurden von 29 Prozent gesucht (2018: 26 Prozent). zwölf Prozent suchten ein Grundstück (2018: elf Prozent).

 

Was gesucht wird ... und warum

Für 24 Prozent der Befragten (2018: 34 Prozent) war die derzeitige Immobilie zu klein geworden, der Eigentumserwerb statt Miete stand für 26 Prozent im Vordergrund, gefolt von einem notwendigen Ortswechsel. Persönlichen Gründe wie Scheidung, Jobwechsel oder pflegebedürftige Angehörige gaben 14  bzw. 13 Prozent an. In die erste eigene Wohnung einziehen wollten ledigleich sieben Prozent (2018: acht Prozent) einziehen, und elf Prozent gaben finanzielle Gründe für ihre Immobiliensuche an: der Wunsch nach Wohnkostensenkung und die Suche nach stabilen Investitionsmöglichkeiten.
Weitere Faktoren wie ein ausgelaufener Mietvertrag (zwei Prozent) oder eine zu große derzeit bewohnte Immobilie (vier Prozent) spielten aeine untergeordnete Rolle. „Downsizing der älteren Generation liegt anscheinend in der österreichischen Gesellschaft immer noch nicht im Trend“, meint Pisecky.


Eine Mietimmobilie bevorzugten nur 27 Prozent der Befragten. Von diesen suchten 20 Prozent nach einer Wohnung, sieben Prozent nach einem Haus. Die Gründe für eine Mietsuche? Die aktuelle flexibel zu gestaltende Lebensphase wenn etwa die berufliche Situation oder die Familienplanung einen Wohnungswechsel nötig machen (36 Prozent), mangelnde finanzielle Möglichkeiten (32 Prozent) und die persönliche Flexibilität und Freiheit.


Stadt, Land, Pendlerleben?

2016 suchten 53 Prozent ländliche Idylle, 2018 nur 42 Prozent, 2019 wieder 47 Prozent. 25 Prozent zieht es in die Bundeshauptstadt Wien, 15 Prozent in eine Landeshauptstadt, und 13 Prozent wollen in einer Bezirkshauptstadt leben.
In den Städten wünschten sich 43 Prozent ein neues Domizil in den Obergeschoßen, weitere 30 Prozent träumten von einem Dachgeschoß. 25 Prozent der Befragten gaben an, eine Wohnung im Erdgeschoß zu suchen (2018: 27 Prozent). In einem für Wohnzwecke adaptierten Geschäftslokal zu wohnen; konnten sich 46 Prozent vorstellen - länger leerstehende Geschäftsflächen hätten also das Potenzial, durch Umwidmung und Umbau als Wohnimmobilie zu dienen.


Die wichtigsten Wohn-Kriterien

Terrasse oder Balkon waren für 55 Prozent sehr wichtig, ein Garten für 42 Prozent. Weitere wichtig: Intelligente Raumaufteilung (54 Prozent), Luftqualität (48 Prozent) und eine ruhige Lage (46 Prozent).

Nahe öffentliche Verkehrsmittel waren für 52 Prozent ein sehr wichtiger Faktor für das neue Zuhause, Nahversorger in der Nähe zu rund 39 Proeznt. Eine gute Auto-Anbindung war 21 Prozent sehr wichtig. Dabei sind öffentliche Verkehrsmittel und Unabhängigkeit von einem eigenen Auto bei Immobiliensuchenden in der Stadt natürlich wesentlich wichtiger als am Land, wo man in der Regel auf ein Individualverkehrsmittel angewiesen ist. Auch die Nahversorgung ist als Kriterium in der Stadt bedeutend wichtiger als am Land.



Online, Zeitung, Makler: Wo und wie gesucht wird

Immobilienportale wie www.wohnnet.at sind mit 36 Prozent nach wie vor die beliebtesten Medien bei der Immobiliensuche (36 Prozent). Direkt dahinter: Websites von Immobilienmaklern direkt (22 Prozent) und Social Media (14 Prozent) - gleichauf mit Tageszeitungen, die wie im Vorjahr ebenfalls bei 14 Prozent beliebt waren. Immobilienmagazine spielen für 13 Prozent eine wichtige Rolle.
„360°-Rundgänge und virtuelle Besichtigungen sind mittlerweile für 80 Prozent hilfreich bei der Suche, schöne und aussagekräftige Fotos einer Immobilie bleiben aber für 85 Prozent die wichtigste Information, die Immobiliensuchende benötigen, um einen Besichtigungstermin anzufragen“, erläutert Emanuel Führer, Wohnnet Geschäftsführer.

Weitere Kriterien sind Raumpläne und Grundrisse (76 Prozent), Standort und Lageplan (74 Prozent) und ausführliche Beschreibung (67 Prozent).Bevorzugte Art der Kontaktaufnahme waren E-Mail oder Kontaktformular (57 Prozent), 43 Prozent nehmen per Telefon Kontakt auf.
Zwölf Prozent der Befragten erwarten sich nämlich eine Beantwortung ihrer Anfrage innerhalb der nächsten Stunde, weitere 58 Prozent innerhalb von 24 Stunden, und 30 Prozent innerhalb der nächsten zwei bis drei Tage. Dabei sind ältere Interessenten deutlich geduldiger: Von diesen können nämlich 40 Prozent ein paar Tage auf Antwort warten, während es bei den unter 50 Jährigen nur 25 Prozent sind.

Datenbasis der Wohnumfrage

An der von s Real und Wohnnet durchgeführten Umfrage nahmen 5084 Personen teil. Der aus 13 Fragen und elf Gewichtungsfragen bestehende Fragebogen wurde zwischen 21. Februar und 21. Juni 2019 den Website-Besuchern von www.wohnnet.at und www.sreal.at ausgespielt.

Die Geschlechterverteilung liegt bei 43 Prozent männlichen und 57 Prozent weiblichen Teilnehmern. 70 Prozent der Teilnehmenden waren unter 50 Jahre alt.

 

 

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