Betriebskosten und Mieten werden deutlich steigen

Stadt Wien erhöht ab Jänner Wasser-, Müll- und Kanalgebühren. Und für Mieter mit alten Mietverträgen wird ab Herbst eine Mieterhöhung fällig. Ab Jänner zahlen sie dann auch um sechs Prozent höhere Betriebskosten.

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Wien. Wohnen wird teurer. Am deutlichsten zu spüren bekommen das Wiener Altbaumieter, die einen Mietvertrag vor dem 1.März 1994 abgeschlossen haben und noch „Kategoriemiete“ bezahlen: Diese zahlen nämlich ab September eine um 5,5 Prozent höhere Miete und ab Jänner um sechs Prozent höhere Betriebskosten. Die Gründe dafür: Ab September werden die „Kategoriemieten“ um 5,5Prozent erhöht. Die letzte Erhöhung fand 2008 statt. Die Miete wird immer dann hinaufgesetzt, wenn die Inflation um fünf Prozent gestiegen ist. Anders verhält es sich bei neueren Mietverträgen, die dem sogenannten „Richtwert“ unterliegen: Bei diesen gibt es alle zwei Jahre eine Mieterhöhung um die Zweijahresinflation.

Die Mietervereinigung kritisierte einmal mehr, dass durch die Erhöhung ein „Preisschub“ erfolge, „der auch die allgemeine Teuerungsrate wieder ansteigen lassen wird“. Denn jede Mieterhöhung finde ihren Niederschlag im Verbraucherpreisindex, mit dem die Inflation gemessen wird. Und mit dieser steigen auch die Mieten wieder. Die regelmäßige Anpassung der Mieten an die Teuerungsrate ist seit Jahren ein Zankapfel zwischen Mietervertretern auf der einen und Vermietervertretern auf der anderen Seite. Letztere argumentieren, dass sie die Wertanpassung benötigen, um notwendige Erhaltungsarbeiten durchführen zu können.

 

33Prozent mehr für das Wasser

Dieselben sind es jetzt, die vorrechnen, wie sich die für Jänner vorgesehenen Gebührenerhöhungen der Stadt Wien auf die Betriebskosten auswirken: Wie berichtet, werden sich die Wassergebühren um 33Prozent, Abwasser- und Müllentsorgung um sechs Prozent verteuern. Ursache ist das neue Valorisierungsgesetz, das vorsieht, dass die Gebühren dann erhöht werden, wenn die Teuerungsrate im Juni mehr als drei Prozent betrug. Heuer waren es 3,3Prozent. Da jedoch die letzte Erhöhung beim Wasser 1995 und bei Kanal und Müll 2009 passierte, fällt die neue Erhöhung entsprechend stärker aus.

Der Österreichische Verband der Immobilientreuhänder (ÖVI) rechnet vor, dass sich die Betriebskosten um mehr als sechs Prozent verteuern werden: Ein durchschnittlicher Wiener Haushalt mit 70 Quadratmetern Wohnfläche müsse mit Mehrkosten von 116 Euro pro Jahr rechnen.

Bei der Vorschreibung der Betriebskosten für das Folgejahr darf es maximal eine Anhebung um zehn Prozent geben. Allerdings muss man dafür nicht erst die Betriebskostenabrechnung für 2012, die spätestens Mitte 2013 ins Haus flattert, abwarten. Die Hausverwaltung könne auch prophylaktisch mehr einheben, wenn höhere Kosten absehbar sind, stellt ÖVI-Geschäftsführer Anton Holzapfel fest.

Laut dem Betriebskostenspiegel der Mietervereinigung liegen die Betriebskosten in Wien derzeit bei durchschnittlich 1,64 Euro pro Monat und Quadratmeter. Sieben Prozent davon werden für das Wasser verwendet, neun Prozent für den Kanal, elf Prozent für den Müll, 15,8Prozent für die Verwaltung, 24,2Prozent für die Versicherung, 24Prozent für die Reinigung und neun Prozent für Sonstiges. b.l.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.09.2011)

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