Weihnachten de luxe

Designerdeko

Was heuer in den Designerheimen an Baum und Kranz kommt.

Sie sind groß und prächtig und haben mit dem mühsamst am Heiligen Abend in den Ständer gequetschten Christbaum nur wenig zu tun: Die professionell aufgeputzten Bäume und Räume in Hotelfoyers, Eventlocations und Eigenheimen im gehobenen Segment lassen von den Mühen, die dahinterstehen, nur wenig erahnen – und bereiten ihren Besitzern auch keine.

Zweigstelle

Denn mit einem gewissen Budget lässt sich die festliche Verschönerung des Domizils bei den Profis in Auftrag geben – und das von der Lichterkette für die Buchsbaumkugel vor der Tür über die Tannengirlanden an der Stiege bis zu diversen Adventkränzen.

Zweigstelle

Wobei es einen Unterschied bei der Bereitwilligkeit des Aus-der-Hand-Gebens gibt, wie Bernd Doll, Inhaber von Dolls Blumen, erklärt. „Private Christbäume putzen wir fast nie auf, und das hat auch einen Grund“, so der Florist. „Denn in Österreich wird der Baum im Unterschied zu anderen Ländern wirklich erst am Heiligen Abend aufgestellt, und der ist nach wie vor sehr familiär, da muss man nicht repräsentieren.“

(c) Stefan Gergely

In diesen Häusern kommen dann eher über Jahre gesammelte Schmuckstücke zum Einsatz als der neueste Weihnachtsdekotrend; und die Frage, ob heuer eher Silber oder Gold angesagt ist, tritt in den Hintergrund. Wobei es durchaus auch eine wachsende Anzahl Kunden gibt, die sich für die angloamerikanische Tradition, den Baum schon einige Wochen vor dem Fest aufzuputzen, begeistern, wie Gabriele Lederleitner, Geschäftsführerin des gleichnamigen Gärtnereibetriebs, weiß: „Vor allem für die Kunden, die dann nach Weihnachten direkt in den Urlaub fahren, gestalten wir ganze Bäume mit Aufputz schon deutlich vorher“, sagt die Unternehmerin.

(c) Stefan Gergely

Aber auch die Anhänger der reinen Lehre, nach der ein Christbaum vor dem Heiligen Abend in österreichischen Häusern nichts zu suchen hat, können in der Vorweihnachtszeit aus dem Vollen schöpfen – und tun das auch, sowohl drinnen wie draußen.

Lederleitner

Das beginnt mit Lichterketten in den Gartenbäumen, wobei derzeit eher schlichte Schönheit als bunter Lichterglanz angesagt ist, wie Lederleitner berichtet: „Buntes gibt es da nicht, gefragt ist normales, helles LED-Licht, das kann dann blinken oder auch nicht – ganz nach dem persönlichen Geschmack des Kunden.“

Zweigstelle

Außerdem beliebt sind schöne Lichtpunkte rund um die Eingangstür, wahlweise in den Buchskugeln oder anderen Pflanzen, aber auch in Laternen, die sich aufgestuft auf den Stiegen der Eingangstür finden. Die natürlich auch mit einem Kranz geschmückt ist – welcher den Auftakt zu einer kleinen Reihe von Kränzen bildet.

(c) Stefan Gergely

Denn neben einem üppigen Adventkranz auf dem Esstisch gibt es meist noch ein weiteres hängendes Exemplar im Eingangsbereich „plus mindestens ein bis zwei weitere in den Fenstern“, sagt Doll. Hat das Foyer darüber hinaus eine Stiege, wird deren Geländer gern auch mit Tannengirlanden geschmückt. „Was auch für einen tollen Tannenduft sorgt“, meint Doll.

Zweigstelle

Welche Farben, Kugeln, Kerzen und Ornamente sich dann auf all diesen Zweigen und Kränzen finden, wird jedes Jahr neu definiert – und auch wenn die Klassiker Rot, Silber und Gold nie ganz wegzudenken sind, werden die jährlichen Trends gern aufgenommen. „Heuer sind vor allem Beerentöne, Bordeaux und Gold ganz stark“, weiß Lederleitner, „das in den vergangenen Jahren sehr angesagte Silber ist eher ein wenig ins Hintertreffen geraten.“

Zweigstelle

Außerdem seien aktuell Orchideen gefragt – und die Amaryllis hat laut Doll das Rennen als Trendpflanze der Weihnachtssaison 2018 gewonnen. „Die Weihnachtssterne sind aktuell weg, dafür gibt es die Amaryllis heuer in allen Farben von Apricot über Pink bis Aubergine. Da stelle ich dann zehn Knollen in allen Farben auf – und vielleicht am Wochenende vor Weihnachten noch einmal Schnittamaryllis dazu, die dann pünktlich zum Fest aufblühen“, berichtet Doll von den aktuellen Dekorationstrends.

Blumen Doll

Die sind in diesem Premiumsegment immer absolut auf die Inneneinrichtung und den persönlichen Geschmack der Kunden ausgerichtet. Denn die meisten von ihnen sind nicht nur zur Weihnachtszeit Kunden der Edelfloristen, sondern lassen sich das Heim ganzjährig floral verschönern – je nach Jahreszeit mit Frühlingssträußen, Beerengebinden oder eben Weihnachtsdekorationen.

Blumen Doll

Das ist zumeist in der Preisklasse von ein paar Hundert Euro monatlich angesiedelt, der Weihnachtsaufputz kostet aber doch noch einmal deutlich mehr. Hier muss dann im soliden vierstelligen Bereich kalkuliert werden, fünfstellig wird es in Wien im Unterschied zu anderen Metropolen eher nicht. Für diese Beträge bekommen die Auftraggeber dann aber auch genau die Dekoration, die zu ihnen passt – und das auch dann, wenn man einen eher ausgefallenen Geschmack hat.


(c) Stefan Gergely

„Wir haben heuer beispielsweise Paillettenstoffe für die Dekoration von Adventkränzen entdeckt, die durch die Höhen und Tiefen des Stoffes unglaublich schön schillern, wenn man vorbeigeht“, nennt Andreas Bamesberger vom Shop Zweigstelle ein Beispiel für ungewöhnliche Interpretationen.

Zweigstelle

Wobei der Florist, der für seine ausgefallenen, kreativen Entwürfe bekannt ist, ganz streng wird, wenn es um die Kernelemente des Weihnachtsschmucks geht. „Was zum Beispiel gar nicht geht, sind asymmetrisch angeordnete Kerzen auf dem Adventkranz“, betont er. „Denn das führt die eigentliche Idee ad absurdum.“

Zweigstelle

Schließlich sei der Adventkranz einst ein liturgisches Element gewesen, dessen Kerzen auf einem großen Wagenrad die Sonntags- und Tagesgebete symbolisierten. „Der Brauch kommt ursprünglich aus dem Protestantischen im frühen 19. Jahrhundert, da waren es vier große weiße Kerzen und dazwischen rote für die Wochentage“, erklärt er. „Und mit so etwas unreflektiert zu brechen, ist einfach total Achtzigerjahre – Hauptsache anders, ohne sich wirklich Gedanken zu machen“, macht Bamesberger deutlich, was er von solchen Ideen hält.

Lederleitner

Denn Moden hin, Moden her – manche Dinge sollten zu Weihnachten vielleicht auch in den coolsten Wohnungen einfach bleiben, wie sie immer waren.

(c) Stefan Gergely
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Sie sind groß und prächtig und haben mit dem mühsamst am Heiligen Abend in den Ständer gequetschten Christbaum nur wenig zu tun: Die professionell aufgeputzten Bäume und Räume in Hotelfoyers, Eventlocations und Eigenheimen im gehobenen Segment lassen von den Mühen, die dahinterstehen, nur wenig erahnen – und bereiten ihren Besitzern auch keine.

Zweigstelle

Denn mit einem gewissen Budget lässt sich die festliche Verschönerung des Domizils bei den Profis in Auftrag geben – und das von der Lichterkette für die Buchsbaumkugel vor der Tür über die Tannengirlanden an der Stiege bis zu diversen Adventkränzen.

Zweigstelle

Wobei es einen Unterschied bei der Bereitwilligkeit des Aus-der-Hand-Gebens gibt, wie Bernd Doll, Inhaber von Dolls Blumen, erklärt. „Private Christbäume putzen wir fast nie auf, und das hat auch einen Grund“, so der Florist. „Denn in Österreich wird der Baum im Unterschied zu anderen Ländern wirklich erst am Heiligen Abend aufgestellt, und der ist nach wie vor sehr familiär, da muss man nicht repräsentieren.“

(c) Stefan Gergely

In diesen Häusern kommen dann eher über Jahre gesammelte Schmuckstücke zum Einsatz als der neueste Weihnachtsdekotrend; und die Frage, ob heuer eher Silber oder Gold angesagt ist, tritt in den Hintergrund. Wobei es durchaus auch eine wachsende Anzahl Kunden gibt, die sich für die angloamerikanische Tradition, den Baum schon einige Wochen vor dem Fest aufzuputzen, begeistern, wie Gabriele Lederleitner, Geschäftsführerin des gleichnamigen Gärtnereibetriebs, weiß: „Vor allem für die Kunden, die dann nach Weihnachten direkt in den Urlaub fahren, gestalten wir ganze Bäume mit Aufputz schon deutlich vorher“, sagt die Unternehmerin.

(c) Stefan Gergely

Aber auch die Anhänger der reinen Lehre, nach der ein Christbaum vor dem Heiligen Abend in österreichischen Häusern nichts zu suchen hat, können in der Vorweihnachtszeit aus dem Vollen schöpfen – und tun das auch, sowohl drinnen wie draußen.

Lederleitner

Das beginnt mit Lichterketten in den Gartenbäumen, wobei derzeit eher schlichte Schönheit als bunter Lichterglanz angesagt ist, wie Lederleitner berichtet: „Buntes gibt es da nicht, gefragt ist normales, helles LED-Licht, das kann dann blinken oder auch nicht – ganz nach dem persönlichen Geschmack des Kunden.“

Zweigstelle

Außerdem beliebt sind schöne Lichtpunkte rund um die Eingangstür, wahlweise in den Buchskugeln oder anderen Pflanzen, aber auch in Laternen, die sich aufgestuft auf den Stiegen der Eingangstür finden. Die natürlich auch mit einem Kranz geschmückt ist – welcher den Auftakt zu einer kleinen Reihe von Kränzen bildet.

(c) Stefan Gergely

Denn neben einem üppigen Adventkranz auf dem Esstisch gibt es meist noch ein weiteres hängendes Exemplar im Eingangsbereich „plus mindestens ein bis zwei weitere in den Fenstern“, sagt Doll. Hat das Foyer darüber hinaus eine Stiege, wird deren Geländer gern auch mit Tannengirlanden geschmückt. „Was auch für einen tollen Tannenduft sorgt“, meint Doll.

Zweigstelle

Welche Farben, Kugeln, Kerzen und Ornamente sich dann auf all diesen Zweigen und Kränzen finden, wird jedes Jahr neu definiert – und auch wenn die Klassiker Rot, Silber und Gold nie ganz wegzudenken sind, werden die jährlichen Trends gern aufgenommen. „Heuer sind vor allem Beerentöne, Bordeaux und Gold ganz stark“, weiß Lederleitner, „das in den vergangenen Jahren sehr angesagte Silber ist eher ein wenig ins Hintertreffen geraten.“

Zweigstelle

Außerdem seien aktuell Orchideen gefragt – und die Amaryllis hat laut Doll das Rennen als Trendpflanze der Weihnachtssaison 2018 gewonnen. „Die Weihnachtssterne sind aktuell weg, dafür gibt es die Amaryllis heuer in allen Farben von Apricot über Pink bis Aubergine. Da stelle ich dann zehn Knollen in allen Farben auf – und vielleicht am Wochenende vor Weihnachten noch einmal Schnittamaryllis dazu, die dann pünktlich zum Fest aufblühen“, berichtet Doll von den aktuellen Dekorationstrends.

Blumen Doll

Die sind in diesem Premiumsegment immer absolut auf die Inneneinrichtung und den persönlichen Geschmack der Kunden ausgerichtet. Denn die meisten von ihnen sind nicht nur zur Weihnachtszeit Kunden der Edelfloristen, sondern lassen sich das Heim ganzjährig floral verschönern – je nach Jahreszeit mit Frühlingssträußen, Beerengebinden oder eben Weihnachtsdekorationen.

Blumen Doll

Das ist zumeist in der Preisklasse von ein paar Hundert Euro monatlich angesiedelt, der Weihnachtsaufputz kostet aber doch noch einmal deutlich mehr. Hier muss dann im soliden vierstelligen Bereich kalkuliert werden, fünfstellig wird es in Wien im Unterschied zu anderen Metropolen eher nicht. Für diese Beträge bekommen die Auftraggeber dann aber auch genau die Dekoration, die zu ihnen passt – und das auch dann, wenn man einen eher ausgefallenen Geschmack hat.


(c) Stefan Gergely

„Wir haben heuer beispielsweise Paillettenstoffe für die Dekoration von Adventkränzen entdeckt, die durch die Höhen und Tiefen des Stoffes unglaublich schön schillern, wenn man vorbeigeht“, nennt Andreas Bamesberger vom Shop Zweigstelle ein Beispiel für ungewöhnliche Interpretationen.

Zweigstelle

Wobei der Florist, der für seine ausgefallenen, kreativen Entwürfe bekannt ist, ganz streng wird, wenn es um die Kernelemente des Weihnachtsschmucks geht. „Was zum Beispiel gar nicht geht, sind asymmetrisch angeordnete Kerzen auf dem Adventkranz“, betont er. „Denn das führt die eigentliche Idee ad absurdum.“

Zweigstelle

Schließlich sei der Adventkranz einst ein liturgisches Element gewesen, dessen Kerzen auf einem großen Wagenrad die Sonntags- und Tagesgebete symbolisierten. „Der Brauch kommt ursprünglich aus dem Protestantischen im frühen 19. Jahrhundert, da waren es vier große weiße Kerzen und dazwischen rote für die Wochentage“, erklärt er. „Und mit so etwas unreflektiert zu brechen, ist einfach total Achtzigerjahre – Hauptsache anders, ohne sich wirklich Gedanken zu machen“, macht Bamesberger deutlich, was er von solchen Ideen hält.

Lederleitner

Denn Moden hin, Moden her – manche Dinge sollten zu Weihnachten vielleicht auch in den coolsten Wohnungen einfach bleiben, wie sie immer waren.

(c) Stefan Gergely
Kommentar zu Artikel:

Viel Gold, weniger Silber und durchaus auch Pailletten

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