Luxusimmobilien

Kitzbühel

In der Gamsstadt sind derzeit die Baufirmen ausgebucht - und die Gründe teuer.

Wenn Ende Jänner wieder Tausende Gäste zum Hahnenkamm-Rennen nach Kitzbühel strömen, werden sich erfahrungsgemäß auch einige in die Stadt verlieben und beschließen, länger zu bleiben und sich häuslich niederzulassen. Was mit dem nötigen Budget – das in Kitzbühel aber traditionell ein wirklich robustes sein sollte – auch grundsätzlich kein Problem ist. Wer allerdings vorhat, nach eigenen Vorstellungen zu bauen beziehungsweise bauen zu lassen, sollte neben den nötigen Mitteln auch einiges an Geduld mitbringen, denn schnell geht in dieser Hinsicht derzeit eher nichts.

(Im Bild: Streif am Hahnenkamm in Kitzbühel)

Tirol Werbung

"Ich habe im Dezember einen Grund an einen Kunden verkauft, der dann erfahren musste, dass der Architekt, mit dem er sein Haus geplant hatte, bis Ende 2019 keinerlei Kapazitäten mehr hat, dieses auch zu bauen", berichtet Amir Suljic von Cum Laude Immobilia. Und dieser angehende Bauherr ist nicht der einzige in der Gamsstadt, der sich für sein Traumhaus am Hang nun ein neues Architekturbüro suchen muss, wie auch Karin Gornik, Inhaberin des gleichnamigen Maklerbüros, weiß. "Derzeit sind die Baufirmen wirklich ausgebucht", so die Maklerin.

 

Cum Laude Immobilia

"Und gerade in Kitzbühel mit all den Hanglagen und unterirdischen Quellen braucht es wirklich gute Bauunternehmen, die das auch stemmen können, und da gibt es nicht so viele." Weshalb sich inzwischen mehr und mehr Bauherren auch in der Umgebung umschauen und beispielsweise Handwerksbetriebe aus dem Pinzgau beauftragen, was durchaus für ein wenig frischen Wind in der Stadt sorgen könnte.

Cum Laude Immobilia

Die Gründe für den neuen Bauboom sind vielfältig, sind sich die Makler einig. Zum einen dauern Genehmigungsverfahren in Kitzbühel traditionell ihre Zeit, und nach ein wenig Stillstand hat sich jetzt wieder einiges bewegt. Außerdem sollte der Besitz von Bauland auch in absehbarer Zeit zu gewissen Aktivitäten führen, wenn man die entsprechenden Widmungen nicht wieder verlieren will, wie Manfred Hagsteiner, Inhaber des gleichnamigen alteingesessenen Maklerunternehmens, erklärt: "Wenn ich heute Bauland besitze, muss es innerhalb von zehn Jahre bebaut werden. Oder ich muss zumindest einmal einen Bagger dorthinschicken", so der Makler.

Cum Laude Immobilia

"Außerdem sind nach wie vor die Zinsen niedrig, was natürlich auch immer zu einem Boom führt", so Hagsteiner. Und eine starke Nachfrage führt genauso fast immer zu steigenden Preisen, was in Kitzbühel aktuell bei den Grundstückspreisen zu beobachten ist. "Die haben aufgrund der Verknappung wirklich stark angezogen", berichtet Suljic, "und liegen in den Toplagen bei 4500 bis 5000 Euro pro Quadratmeter Grund", weiß der Makler.

Gornik Immobilien

Zu diesen Toplagen zählen nach wie vor der Sonn- und der Lebenberg, die Innenstadt und die Bichlalm, wo es noch einmal ganz besonders teuer werden kann, wie Hagsteiner berichtet: "Das letzte Grundstück, das ich auf der Bichlalm verkauft habe, hat 6300 Euro pro Quadratmeter erzielt." Die Preise für die Wohnquadratmeter der luxuriösen Eigentumswohnungen und Chalets haben sich dagegen nach einigen stürmischen Anstiegsjahren heuer auf hohem Niveau eingependelt. "Im Neubaubereich liegen wir jetzt bei 17.000 bis knapp über 20.000 Euro pro Quadratmeter", so Suljic, was ungefähr den Zahlen des Vorjahrs entspricht.

Gornik Immobilien

Enger wird der Markt dagegen in den unteren Segmenten: "Für den gehobenen Mittelstand ist es wirklich schwer geworden", sagt Hagsteiner. "Um 1,5 bis zwei Millionen Euro – und das ist schließlich auch ein Vermögen – gibt es wenig, da schließen die Preise von unten auf." Ganz oben ist es ebenfalls ruhiger geworden, wie Gornik weiß: "Bei Objekten über zehn Millionen bemerke ich eine gewisse Sättigung auf dem Markt, das Hauptgeschäft findet derzeit im Bereich zwischen 3,5 und sieben Millionen Euro statt."

Gornik Immobilien

Interesse an diesen Domizilen zeigen nach wie vor überwiegend Deutsche (sie machen 70 Prozent des Markts aus), Wiener und – laut Hagsteiner inzwischen wieder häufiger – russische und ukrainische Kunden, die eine Zeit lang fast ganz vom Markt verschwunden waren. "Alle schätzen an Kitzbühel neben der Kulisse dieses besondere Mit- und Nebeneinander von Bodenständigkeit und Elitärem, ländlichem Charme und mondänem Umfeld", ist Hagsteiner überzeugt. Das zeige sich nicht nur am Rennwochenende, sondern während des ganzen Jahres. (sma)

Gornik Immobilien
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Wenn Ende Jänner wieder Tausende Gäste zum Hahnenkamm-Rennen nach Kitzbühel strömen, werden sich erfahrungsgemäß auch einige in die Stadt verlieben und beschließen, länger zu bleiben und sich häuslich niederzulassen. Was mit dem nötigen Budget – das in Kitzbühel aber traditionell ein wirklich robustes sein sollte – auch grundsätzlich kein Problem ist. Wer allerdings vorhat, nach eigenen Vorstellungen zu bauen beziehungsweise bauen zu lassen, sollte neben den nötigen Mitteln auch einiges an Geduld mitbringen, denn schnell geht in dieser Hinsicht derzeit eher nichts.

(Im Bild: Streif am Hahnenkamm in Kitzbühel)

Tirol Werbung

"Ich habe im Dezember einen Grund an einen Kunden verkauft, der dann erfahren musste, dass der Architekt, mit dem er sein Haus geplant hatte, bis Ende 2019 keinerlei Kapazitäten mehr hat, dieses auch zu bauen", berichtet Amir Suljic von Cum Laude Immobilia. Und dieser angehende Bauherr ist nicht der einzige in der Gamsstadt, der sich für sein Traumhaus am Hang nun ein neues Architekturbüro suchen muss, wie auch Karin Gornik, Inhaberin des gleichnamigen Maklerbüros, weiß. "Derzeit sind die Baufirmen wirklich ausgebucht", so die Maklerin.

 

Cum Laude Immobilia

"Und gerade in Kitzbühel mit all den Hanglagen und unterirdischen Quellen braucht es wirklich gute Bauunternehmen, die das auch stemmen können, und da gibt es nicht so viele." Weshalb sich inzwischen mehr und mehr Bauherren auch in der Umgebung umschauen und beispielsweise Handwerksbetriebe aus dem Pinzgau beauftragen, was durchaus für ein wenig frischen Wind in der Stadt sorgen könnte.

Cum Laude Immobilia

Die Gründe für den neuen Bauboom sind vielfältig, sind sich die Makler einig. Zum einen dauern Genehmigungsverfahren in Kitzbühel traditionell ihre Zeit, und nach ein wenig Stillstand hat sich jetzt wieder einiges bewegt. Außerdem sollte der Besitz von Bauland auch in absehbarer Zeit zu gewissen Aktivitäten führen, wenn man die entsprechenden Widmungen nicht wieder verlieren will, wie Manfred Hagsteiner, Inhaber des gleichnamigen alteingesessenen Maklerunternehmens, erklärt: "Wenn ich heute Bauland besitze, muss es innerhalb von zehn Jahre bebaut werden. Oder ich muss zumindest einmal einen Bagger dorthinschicken", so der Makler.

Cum Laude Immobilia

"Außerdem sind nach wie vor die Zinsen niedrig, was natürlich auch immer zu einem Boom führt", so Hagsteiner. Und eine starke Nachfrage führt genauso fast immer zu steigenden Preisen, was in Kitzbühel aktuell bei den Grundstückspreisen zu beobachten ist. "Die haben aufgrund der Verknappung wirklich stark angezogen", berichtet Suljic, "und liegen in den Toplagen bei 4500 bis 5000 Euro pro Quadratmeter Grund", weiß der Makler.

Gornik Immobilien

Zu diesen Toplagen zählen nach wie vor der Sonn- und der Lebenberg, die Innenstadt und die Bichlalm, wo es noch einmal ganz besonders teuer werden kann, wie Hagsteiner berichtet: "Das letzte Grundstück, das ich auf der Bichlalm verkauft habe, hat 6300 Euro pro Quadratmeter erzielt." Die Preise für die Wohnquadratmeter der luxuriösen Eigentumswohnungen und Chalets haben sich dagegen nach einigen stürmischen Anstiegsjahren heuer auf hohem Niveau eingependelt. "Im Neubaubereich liegen wir jetzt bei 17.000 bis knapp über 20.000 Euro pro Quadratmeter", so Suljic, was ungefähr den Zahlen des Vorjahrs entspricht.

Gornik Immobilien

Enger wird der Markt dagegen in den unteren Segmenten: "Für den gehobenen Mittelstand ist es wirklich schwer geworden", sagt Hagsteiner. "Um 1,5 bis zwei Millionen Euro – und das ist schließlich auch ein Vermögen – gibt es wenig, da schließen die Preise von unten auf." Ganz oben ist es ebenfalls ruhiger geworden, wie Gornik weiß: "Bei Objekten über zehn Millionen bemerke ich eine gewisse Sättigung auf dem Markt, das Hauptgeschäft findet derzeit im Bereich zwischen 3,5 und sieben Millionen Euro statt."

Gornik Immobilien

Interesse an diesen Domizilen zeigen nach wie vor überwiegend Deutsche (sie machen 70 Prozent des Markts aus), Wiener und – laut Hagsteiner inzwischen wieder häufiger – russische und ukrainische Kunden, die eine Zeit lang fast ganz vom Markt verschwunden waren. "Alle schätzen an Kitzbühel neben der Kulisse dieses besondere Mit- und Nebeneinander von Bodenständigkeit und Elitärem, ländlichem Charme und mondänem Umfeld", ist Hagsteiner überzeugt. Das zeige sich nicht nur am Rennwochenende, sondern während des ganzen Jahres. (sma)

Gornik Immobilien

Skylounge Mondsee
Kommentar zu Artikel:

Kitzbühel: "Bauherren, bitte warten"

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.