Schimmel, Motten, Rost: Wie Kleidung, Autoreifen und Fahrräder den Winter im Keller überstehen

Wenn die kalte Jahreszeit naht, wandern Terrassenmöbel, Sportgeräte und Sommerklamotten vorübergehend in den Keller. Tipps für die richtige Lagerung.

Textilien sind bei einer Lagerung im Keller durch Schimmelpilz gefährdet.
Textilien sind bei einer Lagerung im Keller durch Schimmelpilz gefährdet.
Textilien sind bei einer Lagerung im Keller durch Schimmelpilz gefährdet. – (c) Die Presse (Clemens Fabry)

Sommerklamotten, im Urlaub (un-)gelesene Bücher, Terrassenmöbel: Will man diese Utensilien über den Winter im Keller verstauen, gilt ganz besondere Vorsicht. „Alles, was aus organischen Materialien besteht oder einen hohen Zelluloseanteil aufweist – also beispielsweise Textilien, Papier oder Holz –, ist durch Schimmelpilz gefährdet“, weiß Alexander Glanznig von der Schimmelsanierung Wien. Ist es im Keller zu feucht, ist das Malheur schnell passiert. „Die Luftfeuchtigkeit sollte höchstens bei rund 50 Prozent und die Temperatur um die 19 Grad liegen.“

Richtiges Lüften

Hygro- und Thermometer gehören daher zur fixen Kellereinrichtung. Was gegen Nässe hilft, ist richtiges Lüften, sprich: die Kellerfenster im Winter, wenn die Außentemperatur niedriger ist als jene im Keller, täglich kurz öffnen. Gibt es keine Fenster, kann ein Ventilator helfen, dass die Luft in Bewegung bleibt, ist aber natürlich ein Stromfresser. Der Einbau einer Lüftungsanlage wiederum kann ein paar Tausend Euro kosten.

Ideale Keller

Weil Feuchtigkeit meist von außen in den Keller dringt, ist es ratsam, sensible Gegenstände nicht direkt auf den Boden zu stellen. „Der fürs Einlagern ideal ausgestattete Keller verfügt über Regale – nicht aus Holz, sondern aus Metall, denn dieses wird vom Schimmel nicht angegriffen“, so der Experte. Zu beachten ist schon beim Aufstellen, dass ein paar Zentimeter Abstand zur Wand gelassen werden, damit die Luft zwischen Mauer und Regal zirkulieren und Feuchtigkeit abführen kann.

Luftdicht und trocken

Feuchtigkeit führt auch zu Rost. Gefährdet sind Gartenwerkzeuge wie Spaten oder Heckenscheren, aber auch der Rasenmäher – vor allem, wenn ihre Eisen- oder Stahlteile schmutzig sind und ungeschützt gelagert werden. Reinigen und Aufbringen von Schmierstoffen vor dem Überwintern hilft. Sicherstellen sollte man auf jeden Fall, dass der Keller frei von Ungeziefer ist. Ratten knabbern in Notzeiten, also gerade im Winter, gern Holzmöbel oder die Kabel von Elektrogeräten an. Weil die Tiere klettern und rund 80 Zentimeter hoch springen können, ist es ratsam, elektrisches Gartenwerkzeug entsprechend zu lagern.

Ein gefundenes Fressen für Motten

Kleidungsstücke – vor allem jene mit hohem Wollanteil – sind wiederum für Motten ein gefundenes Fressen. Weil die Insekten besonders auf Hautpartikel fliegen, hilft es, die Textilien vor dem Einlagern zu reinigen. Eine luftdichte Verpackung hält nicht nur Schimmel, sondern auch Motten fern.

Wertvolle Beutestücke

Wer Sommerreifen im Keller überwintern möchte, braucht – falls sie keine Felgen haben – nur genügend Platz, um sie nebeneinander zu stellen. Für Reifen mit Felgen empfehlen Autofahrerclubs Reifenbaum oder Aufhängevorrichtung. Autoreifen, Fahrräder und Werkzeuge führen übrigens die „Hitliste“ der begehrtesten Beutestücke von Einbrechern an, weiß der Wiener Berufsdetektiv Robert Goliasch.

Bügelschloss ist für Diebe kein Hindernis

Vor Beginn der Wintersportsaison vergreifen sich Langfinger darüber hinaus gern an Schiausrüstung, noch bevor die rechtmäßigen Eigentümer sie aus dem Keller holen. „Ein Bügelschloss ist für einen Profi kein Hindernis“, so der Sachverständige. Wer in einem Mehrparteienhaus wohnt und über ein Abteil verfügt, sei mit einem Diskus- oder Containerschloss gut beraten.

Nicht alles für den Keller geeignet

Ein Sichtschutz am Abteil ist nur dann eine gute Idee, wenn auch alle anderen Abteile blickdicht sind – andernfalls vermutet ein Eindringling dahinter besonders wertvolle Beute. Am riskantesten für Rennräder und Mountainbikes ist laut Goliasch der allgemeine Fahrradabstellraum. Ist dessen Türe einmal unversperrt oder gewaltsam geöffnet, hat ein Dieb freie Auswahl und sucht sich zielgerichtet die teuersten Stücke. Aber man darf nicht alles im Keller verstauen. „Lässt man seine Balkonmöbel im Kellergang überwintern, kann der Hauseigentümer diese auf Kosten des Verursachers entfernen lassen“, warnt der Experte.

(Von Michael Loibner)

Was Sie beachten sollten beim Winterlagern

Tipp 1

Verpackung: „Kleidung, Bücher usw. nicht in Kartons verpacken, die ja aus Zellulose bestehen, sodass sich im feuchten Keller der Schimmel durchfrisst“, rät Experte Alexander Glanznig. Besser eignen sich Verpackungen aus Kunststoff, wie es sie in jedem Baumarkt gibt. Idealerweise verschließt man diese luftdicht, „denn dann herrscht im Inneren quasi ein eigenes Klima“.

Tipp 2

Reifen: Autoreifen sollte man vor dem Einlagern etwas über Normaldruck aufpumpen, weil sie während der Lagerung ein wenig an Luft verlieren. Reifen ohne Felgen werden am besten stehend aufbewahrt und während des Winters mehrmals gedreht, damit sie sich nicht verformen. Ebenso wie Fahrräder können Reifen angekettet werden – etwa an ein Regal.

Tipp 3

Diebstahlsicherung: „Ein Diebstahl aus dem Keller ist üblicherweise in der Haushaltsversicherung inkludiert“, erklärt Detektiv Robert Goliasch. „Der Kunde muss jedoch dafür Sorge tragen, dass sein Abteil zumindest so gesichert ist wie die übrigen Abteile im selben Keller.“ Das Versperren des Kellerzugangs falle in einem Mehrparteienhaus nicht in seine Pflicht.

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