Immobilienmanager: Immer das Haus im Kopf

Die Aufgaben sind vielfältig, die Anforderungen groß: Wo man sich das Know-how zum Management und zur Bewertung von Gebäuden holen kann. Ein Überblick.

(c) CLAUDIA PAULUSSEN

Für ein neues Einkaufszentrum in Bulgarien Investoren finden, die Umstrukturierung einer Liegenschaft im Herzen der Wiener Innenstadt organisieren oder Zinshäuser in Salzburg verwalten? Die Aufgabengebiete für Immobilienmanager sind vielfältig. Auf eine fundierte Ausbildung legen Arbeitgeber daher umso mehr Wert. An der FHWien der WKW etwa starten angehende Immobilienmanager meist neben ihrer beruflichen Tätigkeit im Bachelorstudiengang Immobilienwirtschaft durch. Ebenfalls berufsbegleitend geht es dann über vier Semester im Masterstudiengang zum Abschluss in Immobilienmanagement.

Bauträgerwettbewerb

"Zumindest eine zweijährige immobilieneinschlägige Berufspraxis setzen wir voraus. Anfänger und Branchenfremde sollen zuerst den Bachelor absolvieren", informiert Otto Bammel, Institutsleiter für Immobilienmanagement an der FH Wien, über den Master. Absolventen von wirtschafts- und rechtswissenschaftlichen Fakultäten, die über berufspraktische Erfahrungen verfügten, würden ebenso die Zugangsvoraussetzungen erfüllen.

Mit dem zweijährigem Studium, das die Bereiche Projektentwicklung, Immobilienfinanzierung und auch Liegenschaftsbewertung umfasst, "qualifizieren sich die Absolventen für Managementaufgaben im gesamten Immobilienbereich", fügt Bammel hinzu. Eine Selbstständigkeit im Immobilientreuhand beruf des Bauträgers steht ebenso offen. Schließlich werden im Lauf des Studiums bereits praktische Anwendungen geübt: "Wir simulieren unter anderem die Bedingungen eines Bauträgerwettbewerbs und führen Liegenschaftsbewertungen durch", berichtet der Institutsleiter.

Mit anschaulichen Durchführungsprojekten aus der Praxis verhilft auch die TU Wien ihren Lehrgangsteilnehmern zu einer profunden Ausbildung auf dem Immobiliensektor. Mit zwei je viersemestrigen sowie berufsbegleitenden Ausbildungen will die TU gemeinsam mit dem Österreichischen Verband der Immobilientreuhänder (ÖVI) seit über zwanzig Jahren für Immobilienprofis auf dem Markt sorgen. Der Universitätslehrgang Immobilientreuhandwesen und Liegenschaftsmanagement sei auch für jene gedacht, die in der Immobilienbranche Fuß fassen möchten oder etwa den elterlichen Betrieb übernehmen wollen, informiert die Programm-Managerin Carolin Gappmaier: "Liegenschaftsrecht, Bau- und Haustechnik sowie Finanzierung und Projektabwicklung zählen zu den Inhalten des Uni-Lehrgangs." Mit dem Abschluss erwirbt man den Befähigungsnachweis zur Ausübung des Immobilientreuhandgewerbes. Im zweiten Ausbildungsangebot Immobilienmanagement und Bewertung erwerben die Absolventen den akademischen Grad Master of Science, MSc Real Estate - Investment and Valuation durch die Technische Universität Wien. "Der Schwerpunkt dieses Lehrgangs liegt bei Immobilienbewertung, -entwicklung und -investment. Zielgruppe sind Personen mit Budget- und Personalverantwortung sowie Manager, die international tätig sein möchten", zählt Gappmaier auf. Schließlich sei der Lehrgang Rics-akkrediert, was den Absolventen eine Mitgliedschaft beim internationalen Berufsverband "Royal Institution of Chartered Surveyors" (Rics) ermögliche.

Gebäudemanagement

Der FHWien-Studiengang zählt im Übrigen ebenso zum Kreis der Rics-akkreditieren Ausbildungsstätten wie die Donau-Universität Krems mit ihren zwei Lehrgängen in "Immobilienwirtschaft" und "Real Estate". Ein dritter Lehrgang der Kremser möchte einem breiten Personenkreis, vom Architekten bis zum Hausverwalter oder Immobilienverantwortlichen in Gemeinden, den Sinn des Facility-Managements näherbringen. "Es geht um die Steuerung und Bewirtschaftung eines Objektes während des gesamten Lebenszyklus. Energiekosten sollen bereits in der Planungsphase einer neuen Immobilie berücksichtigt und Bewirtschaftungskosten bei bestehenden Objekten hinterfragt werden", erörtert Lehrgangsleiter Klaus Lettenbichler die Anwendungsbereiche des Facility-Managements. Der zweijährige, modulare Lehrgang verstehe sich als Managementausbildung und soll einen breiten Überblick über den transdisziplinären Ansatz von Facility-Management bieten. Bereits seit 1999 wird diese akademische Zusatzausbildung an der Donau-Universität angeboten. "Bislang fühlten sich vorwiegend Männer von diesem Thema angesprochen. Der Frauenanteil im Lehrgang liegt bei etwa 25 Prozent", sagt Lettenbichler und hofft auf mehr weibliches Interesse im kommenden Herbstlehrgang.

www.fh.wien.ac.at


http://immo.tuwien.ac.at


www. donau-uni.ac.at

 

 

 

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