Neue Kategorien für Passivhäuser

Energieerzeugung auf dem Gebäude soll künftig berücksichtigt werden.


Ein Heizwärmebedarf von maximal 15 kWh/m2, eine Heizlast von maximal 10 W/m2 und ein Gesamtenergiebedarf von 42 kWh/m2 – das sind Anforderungen, die ein Haus erfüllen muss, um als Passivhaus zu gelten. Mittels Kombination von hocheffizienten Fenstern, einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und einer entsprechenden Dämmung der Außenwände können im Vergleich zu herkömmlichen Gebäuden durchschnittlich rund 90 Prozent an Heizenergie eingespart werden.
Nun hat das Passivhaus-Institut in Darmstadt, das für die Festlegung dieser Kriterien verantwortlich zeichnet, angekündigt, weitere Klassen einführen zu wollen. Diese sollen neben dem Energiebedarf auch die Energieerzeugung auf dem Gebäude, etwa durch den Einsatz von Fotovoltaik, berücksichtigen. Mit dem Label „Passivhaus Plus“ etwa soll bescheinigt werden, dass bei einem Haus in etwa so viel Energie produziert wie verbraucht wird. Das Siegel „Passivhaus Premium“ hingegen bestätigt, dass ein Überschuss an Energie generiert wird.

Details auf Kongress

Die Details hierzu will Wolfgang Feist, Leiter des Passivhaus-Instituts, auf der Internationalen Passivhaustagung vom 25. bis 26. April in Aachen präsentieren. Doch schon im Vorfeld stellt Benjamin Krick, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Passivhaus-Institut, klar, dass man bei den Kriterien differenziert vorgehen wolle. Die Energieerzeugung in den neuen Klassen werde dabei vor dem Hintergrund der jeweiligen Möglichkeiten des Gebäudes betrachtet, lässt der Experte wissen: „Ein Einfamilienhaus auf Passivhausniveau kann vergleichsweise leicht einen Überschuss erzielen. Ein mehrgeschoßiges Gebäude hat es hingegen viel schwerer, weil im Vergleich zur Nutzfläche weniger Dachfläche zur Verfügung steht.“ Daher werde die Energieerzeugung letztlich auf die Grundfläche bezogen.   (ebe)
Web: passivhaus-austria.org

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