Terrassen: Immergrün und blütenreich durch den Winter

Das Wohnzimmer im Freien kann auch in der kalten Jahreszeit eine Augenweide sein. Vorausgesetzt, man hat die richtige Bepflanzung gewählt: winterharte und winterblühende Sträucher und ein Drittel immergrüne Pflanzen.

Symbolbild: Wie Terrassen auch im Herbst und Winter attraktiv bleiben.
Symbolbild: Wie Terrassen auch im Herbst und Winter attraktiv bleiben.
Symbolbild: Wie Terrassen auch im Herbst und Winter attraktiv bleiben. – Pixabay

Im Sommer hui, im Winter pfui. Viele Balkone und Terrassen sind nach der Freiluftsaison alles andere attraktiv. Wo im Frühling und Sommer sattes Grün oder ein üppiges Blumenmeer das Auge erfreute, ist vielerorts nun Tristesse angesagt, da Zitrusbäume, Oleander oder Feigenbäumchen ins Winterquartier übersiedelt wurden. „Terrassen oder Balkone können auch im Winter dekorativ sein“, sagt Gartengestalterin Beata Gombos von Living Garden. Vorausgesetzt, es wurde bereits bei der Bepflanzung auf winterharte Pflanzen geachtet. „Oder man holt das jetzt noch rasch nach, pflanzen kann man“, sagt Gombos, „noch bis zum ersten Frost.“

Die Auswahl ist groß: „Man kann beispielsweise mit Hartriegel, Gräsern oder verschiedenen Hortensienarten arbeiten“, weiß Dachterrassenspezialistin Ulli Seher von Grünhochdrei. Auch verschiedene Stauden oder Distelarten sorgen für eine schöne Optik im winterlichen Outdoor-Wohnzimmer. Gleiches gilt für immergrüne Pflanzen wie Kirschlorbeer, Stechlorbeer oder Lichtmess-Zaubernuss und Winterjasmin. „Ich finde, ein Drittel der Pflanzen sollten Immergrüne sein, sie verleihen der Terrasse Struktur“, so Seher.

 

Auf „warme Füße“ achten

Doch selbst bei winterharten Pflanzen sollten Hobbygärtner auf „warme Füße“, also Wurzeln, achten. „Im Idealfall hat man sie in isolierte Töpfe gepflanzt“, sagt Gombos. Die ausreichend groß sein sollten, ergänzt Seher. „45 mal 45 mal 45 Zentimeter groß sollten sie schon sein, da ist ausreichend Erdvolumen vorhanden“, sagt sie. Selbst wenn es an klirrend kalten Tagen einmal durchfrieren sollte, wären die Wurzeln geschützt. Wurden die Pflanzen hingegen in klassische Terrakotta-Töpfe gesetzt, sollten diese beispielsweise mit Stroh und Luftpolsterfolie oder mit Styropor ummantelt werden. „Auf die Erde sollte man zum Schutz Laub legen“, raten die beiden Expertinnen. Auf einen radikalen Rückschnitt von Sträuchern, Bäumen oder möglicherweise auch Rasen sollte ihrer Ansicht nach im Herbst verzichtet werden. Das könne man im Frühling erledigen, sagen beide.

Ganz ohne Pflege geht es aber selbst im Winter nicht. So muss Schnee von jenen Pflanzen, die durch seine Last geknickt werden, entfernt werden. An frostfreien Tagen hingegen brauchen immergrüne Pflanzen gelegentlich Wasser, da sie dieses bei Plusgraden über ihre Blätter verdunsten. „Wird nicht gegossen, vertrocknen sie“, weiß Landschaftsplanerin Seher. Wobei Terrassenbesitzer nicht umhinkommen werden, das Wasser aus der Wohnung zu holen. Denn die Bewässerungsanlagen sollten in den Wintermonaten abgedreht und die Leitungen entleert werden. „Das gilt auch für Outdoorduschen und -küchen“, sagt Seher. Der Computer, der die Bewässerung steuert, sollte ebenfalls frostfrei überwintern.

Wider Moos und Schimmel

Um Terrasse und Balkon winterfit zu machen, sind noch ein paar andere Aufgaben zu erfüllen: So sollte man das Laub entfernen, um den Bodenbelag zu schonen. Das gilt vor allem für Holzböden. Seher: „Gerät das Laub unter die Holzdielen, können diese nicht mehr so gut austrocknen.“ Und möglicherweise rascher morsch werden. Um Moos- und Schimmelbildung zu verhindern, ist weiters eine gründliche Reinigung des Bodens angesagt. „Man könnte ihn auch noch einmal einölen“, rät Gombos. Geht sich das nicht mehr aus, muss die Ölung im Frühling auf dem Programm stehen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.10.2018)

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