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Wie man am besten einen Mieter oder Käufer findet

Wie präsentiert man die eigene Wohnung oder das Haus, was es zu beachten und welche Fehler es zu vermeiden gilt. Tipps für die erfolgreiche Suche nach einem Mieter oder Käufer - und immer bei der Wahrheit bleiben.

"Lichtdurchfluteter Altbautraum, charmant, gepflegt, großzügig geschnitten in beliebter Innenstadtlage" – oder "2ZKB im 5."? Wer die eigene Wohnung oder das Haus an den Mieter oder Käufer bringen will, steht nicht nur vor vielen großen Fragen, wie Preis und Termin. Sondern auch vor allerlei Details, die ebenso durchdacht sein wollen.

Eines davon ist die Frage, wie man das Domizil am erfolgreichsten der Öffentlichkeit präsentiert: Kurz und informativ? Blumig und werbend? Oder eher über-seriös im Sinne von: "Zur Vermietung gelangt ..."? Die kurze Antwort darauf lautet: Wurscht. "Das Wichtigste sind heute definitiv die Fotos", stellt Judith Kössner, Leiterin Immobilien bei willhaben, klar.

Pexels

Egal, wie schön es formuliert ist, ohne Fotos schaut niemand hin. Das bestätigt Elisabeth Rohr, Inhaberin von Rohr Real Estate. Wobei dieses Manko gar nicht unbedingt bedeuten muss, dass die Wohnung nicht herzeigbar ist: "Manchmal gibt es beispielsweise noch Mieter, die natürlich nicht möchten, dass ihr Zuhause hergezeigt wird", kennt Rohr gute Gründe, auf Bilder zu verzichten – die aber im Zweifelsfall auch nicht wirklich helfen.

Pixabay

Gibt es qualitativ gute Fotos, ist das dagegen ungemein hilfreich. Sie sollten bei Tageslicht, am besten an einem sonnigen Tag, aufgenommen worden sein – und bei der Wahrheit bleiben: "Eine Wohnung mit einem Fischauge größer machen zu wollen, ist keine gute Idee, da das bei der Besichtigung sofort klar wird," sagt Kössner. Auch Grundrisse sind ein immer selbstverständlicher werdendes Plus. Sie müssen keine Architektenpläne und nicht absolut maßstabsgetreu sein, sondern sollen verdeutlichen, was wo liegt: "Im Zweifelsfall kann man die auch einfach selbst malen", rät die willhaben-Expertin.

Pixabay

Bei gewerblichen Anbietern spielen darüber hinaus 360-Grad-Rundgänge eine immer größere Rolle, und laut Kössners Einschätzung werden auch private Inserenten diese visuelle Darstellung bald verstärkt nützen. "Denn damit bekommt man wirklich ein besseres Verständnis der Räumlichkeiten, das erspart Interessenten und Abgebern unnötige Besichtigungen."

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Bei der Wahrheit bleiben – das sollte auch die oberste Prämisse bei der Wortwahl sein. Denn so verständlich der Wunsch, die eigene Immobilie ins rechte Licht zu setzen, auch ist: Wer es übertreibt, verärgert potenzielle Käufer oder Mieter. "Wer eine Wohnung in Alt-Hietzing inseriert, die zwar in Hietzing, aber hinter der magischen Grenze liegt, bekommt Prügel vom Interessenten", weiß Rohr.

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Sich von der Masse abzuheben gelinge eher durch Details, die eine Atmosphäre vermitteln. "Zum Beispiel indem man schreibt, dass hinter dem Häuschen in Baden gerade die Kirschen reif sind oder es eine Weinberankung an einem Haus gibt. ...

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... Ich kann ich an ein Objekt erinnern, bei dem der Herr des Hauses seine Modelleisenbahn mitverkaufen wollte, das haben wir dazugeschrieben."

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Bei allem - durchaus erlaubten - "Schmücken der Braut" stehen aber Fakten im Vordergrund. Und die beginnen mit den magischen drei Worten "Lage, Lage, Lage" - diese Angabe gehört daher immer dazu. Außerdem die Quadratmeter, die Zimmeranzahl und der Preis. Wenn davon etwas fehlt, wittert der erfahrene Immobilieninserent sofort, dass etwas nicht stimmt. (sma/red.)

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Was Sie beachten sollten . . .

Tipp 1: Einladung. Grundsätzlich gilt ein Inserat als Einladung, Verhandlungen aufzunehmen, nicht als rechtlich bindendes Anbot. Auch wenn die Angaben nicht in den Mietvertrag kommen, können diese bei späteren Streitigkeiten vor Gericht zur „Auslegung der Willens“ herangezogen werden. Falsche Angaben können dann durchaus als Irreführung gewertet werden.

willhaben

Was Sie beachten sollten . . .

Tipp 2: Do's. Inserate eines Maklers müssen laut Immobilienmaklerverordnung die "Gesamtbelastung" ausweisen – also die Bruttomiete. Bei einem Kaufobjekt muss ebenfalls der Endbetrag ersichtlich sein – nicht nur die verlockend niedrige Anzahlung, auch die folgenden Raten. Zudem sind laut Energieausweisgesetz der Heizwärmebedarf und der Gesamtenergieeffizienz-Faktor anzugeben.

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Was Sie beachten sollten . . .

Tipp 3. Don'ts. Neben irreführenden Angaben gilt es auch, Verstöße gegen die Gleichbehandlungs- und Anti-Diskriminierungsregeln zu vermeiden. "Gegen Diskriminierungen aus rassischen oder religiösen Gründen kann man vorgehen", sagt AK-Experte Boschek. Sachlich begründete Differenzierungen – etwa geschlechtsbezogene Angaben bei einem Mädchenwohnheim– sind aber erlaubt.

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"Lichtdurchfluteter Altbautraum, charmant, gepflegt, großzügig geschnitten in beliebter Innenstadtlage" – oder "2ZKB im 5."? Wer die eigene Wohnung oder das Haus an den Mieter oder Käufer bringen will, steht nicht nur vor vielen großen Fragen, wie Preis und Termin. Sondern auch vor allerlei Details, die ebenso durchdacht sein wollen.

Eines davon ist die Frage, wie man das Domizil am erfolgreichsten der Öffentlichkeit präsentiert: Kurz und informativ? Blumig und werbend? Oder eher über-seriös im Sinne von: "Zur Vermietung gelangt ..."? Die kurze Antwort darauf lautet: Wurscht. "Das Wichtigste sind heute definitiv die Fotos", stellt Judith Kössner, Leiterin Immobilien bei willhaben, klar.

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Egal, wie schön es formuliert ist, ohne Fotos schaut niemand hin. Das bestätigt Elisabeth Rohr, Inhaberin von Rohr Real Estate. Wobei dieses Manko gar nicht unbedingt bedeuten muss, dass die Wohnung nicht herzeigbar ist: "Manchmal gibt es beispielsweise noch Mieter, die natürlich nicht möchten, dass ihr Zuhause hergezeigt wird", kennt Rohr gute Gründe, auf Bilder zu verzichten – die aber im Zweifelsfall auch nicht wirklich helfen.

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Gibt es qualitativ gute Fotos, ist das dagegen ungemein hilfreich. Sie sollten bei Tageslicht, am besten an einem sonnigen Tag, aufgenommen worden sein – und bei der Wahrheit bleiben: "Eine Wohnung mit einem Fischauge größer machen zu wollen, ist keine gute Idee, da das bei der Besichtigung sofort klar wird," sagt Kössner. Auch Grundrisse sind ein immer selbstverständlicher werdendes Plus. Sie müssen keine Architektenpläne und nicht absolut maßstabsgetreu sein, sondern sollen verdeutlichen, was wo liegt: "Im Zweifelsfall kann man die auch einfach selbst malen", rät die willhaben-Expertin.

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Bei gewerblichen Anbietern spielen darüber hinaus 360-Grad-Rundgänge eine immer größere Rolle, und laut Kössners Einschätzung werden auch private Inserenten diese visuelle Darstellung bald verstärkt nützen. "Denn damit bekommt man wirklich ein besseres Verständnis der Räumlichkeiten, das erspart Interessenten und Abgebern unnötige Besichtigungen."

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Bei der Wahrheit bleiben – das sollte auch die oberste Prämisse bei der Wortwahl sein. Denn so verständlich der Wunsch, die eigene Immobilie ins rechte Licht zu setzen, auch ist: Wer es übertreibt, verärgert potenzielle Käufer oder Mieter. "Wer eine Wohnung in Alt-Hietzing inseriert, die zwar in Hietzing, aber hinter der magischen Grenze liegt, bekommt Prügel vom Interessenten", weiß Rohr.

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Sich von der Masse abzuheben gelinge eher durch Details, die eine Atmosphäre vermitteln. "Zum Beispiel indem man schreibt, dass hinter dem Häuschen in Baden gerade die Kirschen reif sind oder es eine Weinberankung an einem Haus gibt. ...

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... Ich kann ich an ein Objekt erinnern, bei dem der Herr des Hauses seine Modelleisenbahn mitverkaufen wollte, das haben wir dazugeschrieben."

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Bei allem - durchaus erlaubten - "Schmücken der Braut" stehen aber Fakten im Vordergrund. Und die beginnen mit den magischen drei Worten "Lage, Lage, Lage" - diese Angabe gehört daher immer dazu. Außerdem die Quadratmeter, die Zimmeranzahl und der Preis. Wenn davon etwas fehlt, wittert der erfahrene Immobilieninserent sofort, dass etwas nicht stimmt. (sma/red.)

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Was Sie beachten sollten . . .

Tipp 1: Einladung. Grundsätzlich gilt ein Inserat als Einladung, Verhandlungen aufzunehmen, nicht als rechtlich bindendes Anbot. Auch wenn die Angaben nicht in den Mietvertrag kommen, können diese bei späteren Streitigkeiten vor Gericht zur „Auslegung der Willens“ herangezogen werden. Falsche Angaben können dann durchaus als Irreführung gewertet werden.

willhaben

Was Sie beachten sollten . . .

Tipp 2: Do's. Inserate eines Maklers müssen laut Immobilienmaklerverordnung die "Gesamtbelastung" ausweisen – also die Bruttomiete. Bei einem Kaufobjekt muss ebenfalls der Endbetrag ersichtlich sein – nicht nur die verlockend niedrige Anzahlung, auch die folgenden Raten. Zudem sind laut Energieausweisgesetz der Heizwärmebedarf und der Gesamtenergieeffizienz-Faktor anzugeben.

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Was Sie beachten sollten . . .

Tipp 3. Don'ts. Neben irreführenden Angaben gilt es auch, Verstöße gegen die Gleichbehandlungs- und Anti-Diskriminierungsregeln zu vermeiden. "Gegen Diskriminierungen aus rassischen oder religiösen Gründen kann man vorgehen", sagt AK-Experte Boschek. Sachlich begründete Differenzierungen – etwa geschlechtsbezogene Angaben bei einem Mädchenwohnheim– sind aber erlaubt.

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