Fernkälte für den Althanpark

Wien Energie hat erstmals Wohneinheiten an sein Fernkältenetz angeschlossen. Das neue Geschäftsfeld soll künftig weiter ausgebaut werden.

Wohngebäude im Althanpark
Wohngebäude im Althanpark
Wohngebäude im Althanpark – (c) Irene Schanda

Für rund 80 Wohnungen am Althangrund im 9. Wiener Gemeindebezirk gibt es jetzt Abkühlung. Der von den Immobilienentwicklern 6B47 Real Estate Investors im Vorjahr errichtete Neubau Althan Park ist das erste Gebäude in Wien, in dem Privatpersonen ab sofort Fernkälte beziehen können. Als Anbieter fungiert Wien Energie, das laut einer Ankündigung künftig verstärkt in diesem Feld tätig werden will.
Das Wohngebäude ist direkt an die Fernkältezentrale Spittelau angeschlossen. Für die Verbindung zum Althangrund hat Wien Energie eine zusätzliche Versorgungsleitung Richtung Franz-Josef-Bahnhof errichtet. Bisher deckte das Leitungsnetz der Spittelau vor allem den Bereich um die Heiligenstädter Lände bzw. entlang des Währinger Gürtels ab. Wichtige öffentliche Gebäude wie das AKH, die BOKU oder das Ö3-Gebäude in der Muthgasse werden von hier ebenfalls mit umweltfreundlicher Kälte versorgt.

So funktioniert Fernkälte

Ein Großteil der Kühlenergie bei Fernkälte kommt aus Abwärme von Verbrennungsprozessen. Im Sommer ist Wärme aus der Müllverbrennung in Wien der wichtigste Energieträger für die Kühlung. Als Antriebsenergie wird Wärme anstelle von Strom verwendet. Dadurch können Strom und Treibhausgasemissionen eingespart werden. Über ein eigenes Fernkältenetz wird auf etwa 5-6 Grad Celsius abgekühltes Wasser direkt zu den Abnehmern transportiert und dort über die eigenen Kühlsysteme in den Gebäuden verteilt.

Fernkältezentralen in Wien
Fernkältezentralen in Wien
Fernkältezentralen in Wien – Wien Energie


So funktioniert das auch beim Althan Park: Wien Energie liefert das kalte Wasser bis zur Übergabestation in den Gebäudekomplex. Die Aufteilung auf die verschiedenen Wohnungen und deren Steuerung erfolgt über das hauseigene Kühlsystem. Auch die Kostenaufschlüsselung und Abrechnung erfolgt bei diesem Objekt direkt über die Hausverwaltung. Bei zukünftigen Projekten ist auch das Modell einer direkten Verrechnung zwischen Privatkunden und Wien Energie angedacht.

65 Millionen Euro an Investitionen

Aktuell sorgen in Wien insgesamt 16 Fernkältezentralen dafür, dass es auch an Hitzetagen kühl bleibt. Über das mehr als 12 Kilometer lange Fernkältenetz mit einer Fernkälte-Gesamtleistung von rund 130 Megawatt (MW) versorgt Wien Energie Kunden in der gesamten Stadt. Das entspricht über 2.500.000m² klimatisierter Bürofläche oder 250 Fußballfeldern. In den nächsten will das Unternehmen fünf Jahren will das Unternehmen rund 65 Millionen Euro in den Ausbau der Fernkälte investieren.

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