Insektenschutz: Kein Eintritt für Fliegen, Gelsen und Mücken

Gelsen, Wespen und Bienen sind in der Wohnung nicht gern gesehen. Neben Fliegengittern, Vorhängen und anderen baulichen Maßnahmen gibt es noch weitere Wege, um sich die lästigen Insekten vom Leib zu halten.

Praktisches Fliegengitter: Lichter Raum ohne Insekten.
Praktisches Fliegengitter: Lichter Raum ohne Insekten.
Praktisches Fliegengitter: Lichter Raum ohne Insekten. – Getty Images

Sie summen, surren und stechen – Gelsen, Wespen, Fliegen und andere Insekten können wahre Störenfriede sein. Besonders dann, wenn man eigentlich in Ruhe schlafen oder ein Buch lesen möchte. Im Freien entkommt man ihnen kaum – sie von den Innenräumen fernzuhalten, dafür gibt es allerdings ein paar durchaus erfolgversprechende Rezepte.

Chemiefreie Einbauten

Das beste Mittel, die lästigen Eindringlinge draußen zu halten, sind bauliche Maßnahmen. Fest-, Dreh- und Schieberahmen, Pendeltüren, Rollos und Plissees sowie Rollladen und Raffstores mit integriertem Insektenschutz sorgen dafür, dass Fenster, Balkon- und Terrassentüren und sogar Lichtschächte gleichsam „insektensicher“ werden. „Auf dem Markt gibt es eine breite Palette an Insektenschutzprodukten, die ganz ohne Chemie funktionieren. Und zusätzlich oft auch noch vor Feinstaub oder Pollen schützen“, sagt Johann Gerstmann, Sprecher des Bundesverbandes Sonnenschutztechnik in Österreich. Er rät Interessierten in diesem Zusammenhang, den Insektenschutz perfekt auf die Sonnenschutzprodukte abzustimmen. In Kombination seien die Systeme nämlich praktischer, funktioneller, nutzerfreundlicher und langfristig gesehen kostengünstiger.

Kombi mit Sonnenschutz

Christian Klotzner, Geschäftsführer des oberösterreichischen Sonnenschutzproduzenten Valetta, sieht es ähnlich: „Am besten ist es natürlich, beim Neubau den Insektenschutz gleich mit dem Sonnenschutz zu kombinieren.“ Falls das verabsäumt wurde, seien etwa Plissees eine gute Möglichkeit zum Nachrüsten. Diese könnten nämlich durchaus mit bestehenden Sonnenschutzsystemen kombiniert werden.
Daneben sollten die eigenen Anforderungen im Vorfeld definiert werden, ergänzt Gerstmann: „Auf dem Land bevorzugt man wahrscheinlich die Insektenschutzgaze in Kombination mit Pollenschutz, während es in der Stadt eher der Feinstaubschutz ist.“ Schwirren doch Gelsen in den Innenräumen herum, hilft Lüften, um sie zu vertreiben. „Man sollte abends für Durchzug sorgen. Gelsen mögen keine Zugluft“, weiß Harald Brugger von der Umweltberatung.

Brutstätte im Blumentopf?

Diverse Pflanzen wie Lavendel, Salbei, Katzenminze, Zitronenmelisse oder Paradeiserstauden, die auf dem Balkon oder Fensterbrett wachsen, haben aufgrund ihrer Duftstoffe ebenfalls eine gewisse abschreckende Wirkung auf die Blutsauger. „Man kann in den Räumen aber auch eine Schale mit Wasser aufstellen, in die man ein paar Tropfen natürlichen Zitronen-, Lavendel- oder Eukalyptusöls aus kontrolliert biologischem Anbau gibt“, rät der Experte. Wer einen Balkon oder Garten hat, sollte diesen auch immer wieder auf Brutmöglichkeiten für Gelsen kontrollieren. Neben Regentonnen, Gießkannen und Untersetzern von Blumentöpfen können das auch Planschbecken und Ähnliches sein. „Im Prinzip gilt das für alles, in dem das Wasser längere Zeit steht“, sagt Brugger. Würden Gelsenlarven entdeckt, sollte das Wasser unbedingt ausgeschüttet werden.
Um Wespen davon abzuhalten, sich anzusiedeln, empfiehlt er, dunkle Hohlräume zu schließen. Diese finden sie beispielsweise auf Dachböden oder bei Rollladen. „Sieht man, dass Wespen in einem Rollladen ein Nest bauen wollen, sollte man diesen zumindest zweimal täglich bewegen“, empfiehlt er. Bereits vorhandene Nester, sei es von Wespen oder Hornissen, sollte man niemals selbst entfernen. „Da ist es besser, sich an die Feuerwehr, einen Imker oder einen Schädlingsbekämpfer zu wenden“, sagt Brugger. Von Wespenfallen rät er dringend ab: „Es gibt Untersuchungen, dass darin 20 Prozent Wespen ertrinken, aber 80 Prozent nützliche Insekten.“

Was Sie beachten sollten beim . . . Insektenschutz.

Tipp 1 Gut geplant. Insekten- und Sonnenschutzvorrichtungen sollten im Idealfall gemeinsam geplant werden. Das ist wesentlich effizienter und effektiver als späteres Nachrüsten. Um eine optimale Wirkung zu erzielen, sollte beim Einbau ein Fachmann zurate gezogen werden. Nicht gut gespannte oder nicht ausreichend dichte Produkte verlieren an Wirkung.
Tipp 2 Genug Luft! Das Insektenschutzgewebe sollte eine hohe Luftdurchlässigkeit haben, damit die Durchlüftung der Wohnräume trotz Insektenschutzes und bei geöffnetem Fenster gewährleistet wird. Darüber hinaus sollte das Gitter klare Durchsicht ermöglichen und den Raum nicht verdunkeln. Dennoch sollte das Gewebe möglichst feinmaschig sein, um auch die kleinsten Tiere abzuhalten.
Tipp 3 Gutes Licht. Vermeiden sollte man sowohl drinnen als auch draußen zu weißes Licht. Wobei es auch da Unterschiede gibt: Warm-weißes Licht mit einer Farbtemperatur von weniger als 3000 Kelvin lockt die Tiere weniger an. Im Garten sollte Dauerbeleuchtung aus ökologischen Gründen ohnehin vermieden werden. Stattdessen lieber zum Bewegungsmelder greifen.

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