Wussten Sie, dass ...: Haas-Haus und P&C-Modehaus in Wien

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Diskussionen um Bauprojekte gab und gibt es immer wieder, wie das momentan diskutierte Gebäude der Modekette Peek & Cloppenburg (Bild) des Architekten David Chipperfield auf der Kärntner Straße. Lesen Sie dazu den Gastkommentar: P&C-"Weltstadthaus": Brutalarchitektur in WienP&C/APA
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Anno 1990 ist das Haas-Haus von Architekt Hans Hollein im Mittelpunkt zahlreicher Debatten gestanden.
Österreichische Zeitungen berichteten über das Haas-Haus als "Eckhaus der Nation" oder als "...eine opulent verpackte Enttäuschung" (In: Die Presse, Spectrum, 15. 9. 1990).

"Das Haas-Haus ist ein Mausoleum der Formen, ein Musterbuch nobler Baumaterialien und Verkleidungstechniken, ein Brevier handwerklicher Industriedetails. Was es jedoch nicht ist, ist Architektur." (In: Der Standard, 30. 8. 1990)
Fabry/Die Presse
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Als „Symbol für die Lebensqualität dieser Stadt“ beschrieb Star-Architekt Hans Hollein das von ihm geschaffene Haas-Haus anlässlich der Eröffnung am 15. September 1990.

570 Millionen Schilling (rund 41 Millionen Euro) hat das Gebäude inklusive Grundstück gekostet. Im Erdgeschoß mussten die Mieter bis zu 3000 Schilling (rund 220 Euro) pro Quadratmeter und Monat bezahlen, in den oberen Etagen bekam man die Räume billiger.
APA/HERBERT PFARRHOFER
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Das Haas-Haus war in seiner Planungs- und Bauzeit in den achtziger Jahren das meistskandalisierte Bauwerk Österreichs. Bürgerinitiativen wandten sich mit 15.000 Unterschriften gegen den Bau als Konkurrenz zum Stephansdom, die schwarze Bezirksvertretung kämpfte gegen den roten Bürgermeister Zilk.

Das Medienecho war gewaltig, und auch das deutsche Feuilleton nahm mit „Zeit“ und „Spiegel“ Anteil an den Wiener Querelen.
Fabry/Die Presse
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Politisch gesehen stand das Haas-Haus unter großem Einfluss des Bürgermeisters Helmut Zilk, der Hollein als Baumeister bestimmte und ihn den Bauherren aufzwang. Letztere waren ein der Stadt Wien nahe stehendes Firmenkonsortium, dem mehrheitlich eine Tochter der Zentralsparkasse und Kommerzialbank (inzwischen Bank Austria) und die Wiener Städtische Wechselseitige Versicherung angehörten.

Als Nutzung war ein Mix aus Shops, Gastronomie und Büros vorgesehen, für die Hollein eine spektakuläre Hülle herstellen sollte. Die Nutzung durch Geschäfte stand unter keinem guten Stern. Es dominierten regionale Anbieter anstatt der erhofften Luxus-Labels.
Fabry/Die Presse
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Statt der Geschäftevielfalt soll ein Mieter alle Flächen nützen. Mit einer Ausnahme: Attila Dogudan darf mit seinem Restaurantkonzept weiterhin bleiben. Als schließlich im Jahr 2002 das spanische Mode-Label Zara Interesse bekundete, im Haas-Haus einzuziehen, war man darüber heilfroh.Fabry/Die Presse
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Die Modekette ließ das Innere des Hollein-Gebäudes umbauen. Auf vier Etagen und rund 1600 Quadratmetern Verkaufsfläche, die so wie alle Zara-Shops aussehen, gibt es Modisches.www.bilderbox.com
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Vom ursprünglischen, offenen Innenleben des Haas-Hauses, wie es Hollein geplant hatte, blieb nach dem 3,5 Millionen Euro teuren Umbau nichts übrig. Neben Zara gibt es noch andere Mieter wie den Gastronomen Do&Co (1800 Quadratmeter), der Juwelier Almaz, zwei Büromieter und im zweiten Keller auf dem Niveau der U-Bahn eine Bäckerei.Fabry/Die Presse
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Ausblick: Ob auch das neue P&C-Gebäude, ähnlich wie das Haas-Haus nach seiner Wiedereröffnung im Jahr 2002 "Wegen Überfüllung kurzfristig geschlossen!", werden muss, wird sich bei der Eröffnung diesen September zeigen.Fabry/Die Presse
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