Straches Foto-Affäre: ''Wiking Jugend'', Paintball oder Wehrsport?

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Im Wiener Wahlkampf des Jahres 2010 kochte die Foto-Affäre rund um FP-Chef Heinz Christian Strache wieder hoch. Eines der Bilder, mit denen Strache im Jänner 2007 den Verdacht entkräften wollte, er habe Ende der 1980er-Jahre an einer Wehrsportübung teilgenommen, war offenbar unvollständig.(c) Die Presse (Fabry)
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Auf dem Bild ist Strache mit drei nachträglich unkenntlich gemachten Kameraden in Uniform zu sehen. Die am bisher nicht veröffentlichten Original des Bildes ebenfalls sichtbaren Waffen wurden allerdings herausgeschnitten, schreibt die Nachrichtenillustrierte "News" in einer Vorabmeldung am Mittwoch.

Foto: news.at(c) news.at
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Strache erklärte, dass dies die alten, bereits veröffentlichten Fotos seien, es werde lediglich "alles nocheinmal aufgewärmt". Der einzige Unterschied sei, dass man nun die Gesichter der anderen sehe. Strache betonte abermals, dass es sich bei der Aktion um Paintball gehandelt habe. Damals habe man jedoch noch keine speziellen Paintball-Waffen gehabt, außerdem habe es keine Hallen gegeben, in denen man diesem Spiel nachgehen konnte, "deshalb ist man in den Wald gegangen".(c) Die Presse (Fabry)
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Die Tageszeitung "Österreich" hatte im September 2007 ein Bild veröffentlicht, auf dem FP-Chef Heinz-Christian Strache angeblich im Kreise der "Wiking Jugend" - eine neonazistische Jugendorganisation, die in Deutschland 1994 verboten wurde - abgebildet sein soll.Faksimile 'Österreich'
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"Es kann sein, es kann aber auch nicht sein" - die FPÖ wollte sich vorerst nicht darauf festlegen, ob auf dem aufgetauchten Foto ihr Parteichef zu sehen ist. Strache und seine Mutter könnten nach "genauer Betrachtung des Fotos weder bestätigen noch ausschließen, dass es sich hierbei um ihn (Strache) handelt". Außerdem sei das Foto "völlig harmlos" und stelle "nichts Verbotenes" dar, hieß es in einer Stellungnahme der FPÖ-Generalsekretäre Herbert Kickl und Harald Vilimsky.(c) APA / Robert Parigger
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Tags darauf hat Strache dann doch Kontakte zur "Wiking Jugend" zugegeben. Er sei jedoch kein Mitglied der Organisation gewesen. Seit 1990 will er mit der 1994 in Deutschland verbotenen Organisation allerdings nichts mehr zu tun gehabt haben.(c) APA / HERBERT PFARRHOFER
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Bereits im Jänner 2007 waren Jugendfotos des FP-Chefs aufgetaucht, auf denen er bei wehrsportähnlichen Übungen zu sehen ist.

"Eine dumme Geschichte." So verantwortete er sich damals in einer ersten Stellungnahme zu dem Vorwurf, er habe an privaten militärischen Übungen teilgenommen. Dass er da mit Waffen für Fotoaufnahmen posiert habe, sei "ein Unsinn". Es gebe aber viele Fotos aus seiner Jugendzeit.Screenshot ORF (ZIB 2 vom 18. Jänner 2007)
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In einer "Zeit im Bild"-Sendung musste der FP-Chef dann zugeben: ...(c) APA (Roland Schlager)
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... Jawohl, er habe vor 20 Jahren, als damals 18-Jähriger, an Paintball-Übungen teilgenommen.Screenshot ORF (ZIB 2 vom 18. Jänner 2007)
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Bei diesen schießt man mit Farbbeuteln auf Übungsgegner. Strache zeigte auch Bilder, bei denen allerdings die anderen Teilnehmer unkenntlich gemacht waren.Screenshot ORF (ZIB 2 vom 18. Jänner 2007)
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Den Vorwurf, dass drei bekannte Rechtsextreme - davon einer bereits verurteilt - mit dabei waren, bezeichnete Strache als "Unterstellung".Screenshot ORF (ZIB 2 vom 18. Jänner 2007)
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Damals waren alle unbescholtene Personen, für deren späteres Verhalten dürfe man ihn nicht verantwortlich machen.Screenshot ORF (ZIB 2 vom 18. Jänner 2007)
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Mittlerweile hat sich aber doch herausgestellt, dass unter den "Spielgefährten" einige bekannte Aktivisten des rechtsextremen Spektrums. Entsprechende Gerüchte wurden bei einer Gerichtsverhandlung in einem von Strache angestrebten Medienprozess bestätigt. Ein Zeuge, der selbst auf den Fotos zu sehen ist, nannte bei seiner Einvernahme mehrere Namen.(c) Die Presse / Michaela Bruckberger