Laura Rudas: "Habe einen hohen Polarisierungsgrad"

Es sei eine Ehre mit Norbert Darabos zu arbeiten, sagt Laura Rudas, die zweite SPÖ-Bundesgeschäftsführerin, im "Presse"-Interview. Ihr selbst fehle die Erfahrung, einen Wahlkampf zu leiten.

Laura Rudas Habe einen
Laura Rudas Habe einen
(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Die Presse: Ihnen wurde mit Norbert Darabos ein neuer Chef vor die Nase gesetzt. Sind Sie enttäuscht darüber, dass man Ihnen parteiintern nicht genügend vertraut?

Laura Rudas: Überhaupt nicht. Es war besprochen, dass Norbert Darabos Wahlkampfleiter wird. Und wie der Name Wahlkampfleiter schon sagt, kann es da nur einen geben. Für mich ist es eine große Ehre, mit einem so erfahrenen Wahlkampfleiter zu arbeiten.
 
Ihnen hat also die Erfahrung dazu gefehlt, einen Wahlkampf zu leiten?

Im Vergleich zu Darabos auf jeden Fall. Er hat mehrere Wahlkämpfe erfolgreich geschlagen.
 
Das können Sie ja von sich nicht behaupten. Die Kampagne zur Heeresvolksbefragung, die Sie mit Günther Kräuter geleitet haben, war ein Misserfolg. 

Da gab es auch einen Leiter und das war Günther Kräuter.
 
Sie können aber nicht leugnen, dass Sie ihn tatkräftig unterstützt haben.

Natürlich habe ich ihn unterstützt.

Welche Lehren ziehen Sie aus diesem Misserfolg?

Vieles wurde schon analysiert. Das Wichtigste für künftige Wahlkämpfe ist, dass die Partei geeint auftritt und alle an einem Strang ziehen.
 
Die SPÖ ist bei der Heeresvolksbefragung also an sich selbst gescheitert.

Wir sind sicherlich nicht geeint genug aufgetreten. Gerade in diesem Zusammenhang habe ich großes Vertrauen in Norbert Darabos. Er ist sehr beliebt und anerkannt in der Partei. Er wird es schaffen, für Einigkeit zu sorgen.
 
Demnach dürfte es um Ihre Beliebtheit in der Partei ja nicht gut bestellt sein.

Ich habe in und außerhalb der Partei einen hohen Polarisierungsgrad.
 
Worauf führen Sie das zurück?

Das war immer schon so. Polarisierung ist ja nichts Schlimmes. Ich halte es durchaus aus, nicht von jedem geliebt zu werden.
 
Apropos: Auch die Beziehung zu Ihrem bisherigen Kollegen Günther Kräuter scheint zerrüttet gewesen zu sein.

Wir sind zwei sehr unterschiedliche Typen. Und das ist es auch schon.
 
Ich nehme an, dass Sie erleichtert sind, nicht mehr mit Kräuter zu arbeiten.

Das mag ich so nicht sagen. Aber ich bin sehr glücklich, dass ich mit Darabos arbeiten kann. Es ist angenehm, denn ich schätze ihn auch persönlich.
 
Welche Arbeiten werden Sie machen?

Das werden wir im Detail noch besprechen. Ich werde Darabos unterstützen, wo es geht – vor allem bei der Kommunikation.

Streben Sie nach einem Ministerposten?

Jetzt strebe ich danach, die Wahl mit der SPÖ zu gewinnen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.03.2013)

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