Vom Versager zum Sieger, zumindest vom Image her

Norbert Darabos ist wieder ganz er selbst: Als Wahlkampfmanager der SPÖ feierte er bisher auch seine größten Erfolge.

Es ist einer der erstaunlichsten Imagewandel der jüngeren Zeitgeschichte: Wurden Porträts von Norbert Darabos bis Anfang März dieses Jahres stets im „Der Ritter von der traurigen Gestalt“-Jargon abgehandelt, so gilt er seither als tougher Macher, der sogar die junge Laura Rudas alt aussehen lässt. Und der Befund hat durchaus etwas für sich. Man sieht es Menschen eben an, wenn sie in sich ruhen, weil sie das tun, was sie können, wenn sie, wie es so schön heißt, „angekommen“ sind.

Darabos ist nun wieder dort, wo er schon einmal war. Und wo er seine bisher größten Erfolge feierte: in der SPÖ-Bundesgeschäftsführung. Nachdem er zuvor als Landesgeschäftsführer der SPÖ Burgenland dem nicht gerade charismatischen Hans Niessl – und das nach dem Bank-Burgenland-Skandal – einen überraschenden Wahlsieg beschert hatte, durfte er in der Löwelstraße sein Glück versuchen. Er organisierte den ersten Präsidentschaftswahlkampf für Heinz Fischer – ebenfalls mit Erfolg. Und dann – eine Parallele zum Burgenland – zog er nach dem Bawag-Skandal einen aussichtslos scheinenden Nationalratswahlkampf für Alfred Gusenbauer auf. Unter Mithilfe der US-Strategen um Stanley Greenberg wurden einfache, emotionale Botschaften getrommelt („Hier fliegt ihre Pensionserhöhung“ – in Anspielung auf den Eurofighter-Kauf), und die Regierung Schüssel wurde aus allen Rohren beschossen, jede Schwäche ausgenützt, im Zweifel auch mit Untergriffen.

Befreundet mit Berlakovich. Norbert Darabos ist zwar kein bösartiger Verfechter des Dirty Campaigning, aber wenn es sein muss, nimmt er es in Kauf. Bei Nikolaus Berlakovichs „Sumsi-Gate“ hatte er allerdings nicht die Finger im Spiel: Die beiden Burgenland-Kroaten stehen sich persönlich sehr nahe, nicht zuletzt durch die Freundschaft der beiden Töchter, die zusammen zur Schule gegangen sind.

Die Genossen in und um die Löwelstraße sind jedenfalls wieder glücklich mit ihrem glücklosen (Ex-)Verteidigungsminister – trotz jüngster Niederlagen: Professionell, umsichtig und mit dem nötigen „Punch“ werde die SPÖ nun wieder geführt, heißt es.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.05.2013)

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