Staatsbürgerschaftstest: Nur drei Prozent fallen durch

Die Erfolgsquote ist im vergangenen Jahr gestiegen. Im neuen Einbürgerungstest wird nicht mehr nur Faktenwissen abgefragt.

EURO 2008:   FANS IN WIENER FANZONE
EURO 2008:   FANS IN WIENER FANZONE
EURO 2008: FANS IN WIENER FANZONE – (c) APA (Rene Van Bakel)

Immer mehr Personen bestehen den Staatsbürgerschaftstest für die Einbürgerung in Österreich. 2013 hat sich die Erfolgsquote von rund 91,1 Prozent im Jahr zuvor auf knapp 94,2 Prozent erhöht. Das lässt sich aus den statistischen Auswertungen einzelner Bundesländer ableiten. Lediglich drei Prozent haben demnach den Staatsbürgerschaftstest im Vorjahr nicht bestanden, ein etwa gleich großer Teil ist gar nicht erst angetreten. Zum Vergleich: 2012 waren noch 4,7 Prozent durchgefallen und 4,2 Prozent nicht angetreten.

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Im November 2013 wurde ein neuer Staatsbürgerschaftstest eingeführt mit dem Ziel, "nicht mehr nur rein historisches Faktenwissen abzufragen, sondern ein besseres Verständnis für die Geschichte und Gegenwart und für rechtliche Werte und Prinzipien zu bilden". Insgesamt 18 Fragen, die sich zu je sechs auf drei Prüfungsgebiete aufteilen, gilt es beim Staatsbürgerschaftstest zu beantworten.

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Korun: Abschreckung ist blinder Fleck

Alev Korun, Integrationssprecherin der Grünen, zeigte sich erfreut darüber, dass "etwas mehr Menschen den Staatsbürgerschaftstest bestanden haben". Allerdings gebe es bei den Zahlen "einen großen blinden Fleck", nämlich jene Menschen, "die wenig Schulbildung haben und wegen der strengen Einbürgerungsbedingungen samt standardisiertem Sprach-und Wissenstest die Staatsbürgerschaft gleich gar nicht beantragen". Dadurch würden jene, die schon länger in Österreich leben, aber etwa an finanziellen Hürden scheitern, aus dem Blickfeld geraten, schrieb sie in einer Aussendung.

Die Grüne pochte daher auf die Einführung von "interaktiver politischer Bildung und Workshops, wo Themen wie Wahlen oder Mitbestimmung diskutiert würden, "statt derzeitiger Tests und Abfragen von angepauktem Wissen mit geringer Halbwertszeit". 

(APA)

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