1928 - 2007: Ex-Grünen-Chef Tollmann verstorben

Mit seinem Kampf gegen das Kernkraftwerk Zwentendorf war Alexander Tollmann einer der Vorreiter der Grün-Bewegung.

WIEN (mon). Sein Kampf gegen das Kernkraftwerk Zwentendorf machte den 1928 geborenen Geologieprofessor Alexander Tollmann bekannt (und bewog ihn zum Austritt aus der SPÖ). Damit war er einer der Vorreiter der Grün-Bewegung, aus dessen Gedächtnis er mittlerweile fast verschwunden ist. Dabei war Tollmann einst Vorsitzender der damals noch eher bürgerlichen (aber zersplitterten) "Vereinten Grünen Österreichs". 1983 warf er sich in die Wahlkampfschlacht, verwickelte sich aber vier Wochen vor der Wahl in Querelen mit seinem Kompagnon, dem ebenfalls kürzlich verstorbenen damaligen Salzburger Bürgerlisten-Chef Herbert Fux. Das damalige Fellner-Magazin "Basta" hatte über dessen angebliche Bettgeschichten berichtet. Der Einzug ins Parlament scheiterte, Tollmann zog sich zurück.

"Er hat im Kampf gegen die Atomenergie viel bewegt, aber parteipolitisch agierte er ungeschickt", sagt der Grüne Andreas Wabl, Umwelt-Beauftragter des Kanzlers. Tollmann schrieb zahlreiche Bücher, war besessen von seiner Arbeit, seinen Ideen und seinen Kämpfen. Einer davon ging gegen das damalige UOG der Ministerin Herta Firnberg. Ende der Neunziger Jahren machte er nochmals von sich reden - mit Weltuntergangsprophezeiungen. Tollmann ist 79-jährig gestorben.

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