Minarett-Verbot: Strache kritisiert "fahrlässigen" Schönborn

Nach dem Feldkircher Bischof Elmar Fischer hat sich am Mittwoch auch der nieder-österreichische Diözesan-Bischof Klaus Küng gegen den Bau von Minaretten ausgesprochen.

(c) AP (Lilli Strauss)

FP-Chef Heinz-Christian Strache hat Kardinal Christoph Schönborn am Mittwoch für sein Aussagen zum Minarett-Bauverbot scharf kritisiert. Dieser hatte sich am Wochenende klar gegen ein solches Verbot ausgesprochen. Dies sei ein Fall von "fahrlässiger gesellschaftspolitische Kurzsichtigkeit", meinte Strache in einer Aussendung am Mittwoch.

Minarett symbolisiert die "schleichenden Eroberung"

Minarette hätten im österreichischen Ortsbild aus kulturellen Gründen nichts verloren, wiederholte Strache den bekannten Standpunkt der FPÖ. Das Minarett sei Ausdruck der gewollten Nichtanpassung an die Werte und Traditionen der Gastländer und somit ein "Symbol der schleichenden Eroberung", erklärte der Parteichef.

Wenn Kardinal Christoph Schönborn diese Tatsache leugne, sei das zu bedauern. Schließlich müsse dieser am besten wissen, "wie es etwa um die freie Religionsausübung von Christen in der Türkei steht". So würden Christen dort unterdrückt und dürften Messen bestenfalls in abgeschiedenen Verstecken abhalten, erläuterte er.

Im Umkehrschluss lobte der FP-Obmann den Feldkircher Diözesanbischof Elmar Fischer. Dass dieser den "Mut fand", auf die Gefährdung des sozialen Friedens in Vorarlberg durch den Bau von Moscheen und Minaretten hinzuweisen, sei "ausdrücklich zu begrüßen", erklärte er.

Auch Küng gegen Minarette

Unterdessen hat sich nach Fischer auch der niederösterreichische Diözesanbischof Klaus Küng gegen den Bau von Minaretten ausgesprochen. Das sei derzeit wenig förderlich, so Küng in einem Interview mit ORF Radio Vorarlberg vom Mittwoch.

In vielen islamisch dominierten Ländern dürften keine christlichen Kirchen gebaut werden. Solche Länder würden "zum Teil sogar jeden christlichen Gottesdienst verbieten, unter Strafe", erklärte Küng. "Und da frage ich mich, ob Moslems auf den Bau einer Moschee bei uns nicht freiwillig verzichten sollten, solange diese Situation anhält", so der Bischof weiter. Er sei für Toleranz, diese müsse aber unbedingt gegenseitig sein.

(APA)

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