Bundesheer: Weniger Piloten, noch keine Drohnen

Seit April gibt es weniger Eurofighter-Piloten. In Zukunft könnten noch mehr Stellen gestrichen werden. Auch die Lieferung der Drohnen verzögert sich.

FLUGSHOW AIRPOWER 13 IN ZELTWEG: EINFLIEGEN: EUROFIGHTER TYPHOON
FLUGSHOW AIRPOWER 13 IN ZELTWEG: EINFLIEGEN: EUROFIGHTER TYPHOON
APA/MARKUS ZINNER/ÖBH

In diesem Jahr zahlt das Verteidigungsressort zwar die letzte Eurofighter-Rate (von 217 Millionen Euro). Doch die Kampfjets werden das Heer auch weiterhin viel Geld kosten. Allein die Betriebskosten sollen im Jahr 90 Millionen Euro ausmachen. Eine Flugstunde kostet bis zu 70.000 Euro, und jährlich fallen schon einmal an die 1200 Flugstunden an.


Kein Wunder also, dass Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) versucht, hier einiges zu sparen: Sein Büro bestätigte am Donnerstag einen Bericht der „Salzburger Nachrichten", wonach bereits seit April nur mehr zwölf statt 18 Piloten die Kampfjets fliegen sollen. Die übrigen sechs Piloten sollen trotzdem beim Heer gehalten werden, etwa als Simulatortrainer. Sicher sei dies allerdings noch nicht, ist aus einer anderen Stelle zu hören.
Wie „Die Presse" erfahren hat, sollen die Einsparungen bei den Eurofightern allerdings noch weiter gehen. Im Zuge der Bundesheerreform, die Klug verkündet hat, und die im Spätsommer stehen soll, könnten die Einschnitte weit radikaler sein. So sollen noch weniger Piloten fliegen, die nur die Mindestfluganzahl der benötigten Übungsstunden in der Luft sein sollen. Das bedeutet auch, dass es auf dem Boden weniger Techniker geben wird, die mit den Systemen arbeiten.

Fliegen zu Bürozeiten

Außerdem könnte die Zeit, in der der Luftraum aktiv (also nicht nur durch Radaranlagen, sondern auch durch bereitstehende Flieger) überwacht wird, eingegrenzt werden. Derzeit findet sie von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang statt. In der Schweiz steht die Luftwaffe allerdings nur von acht bis zwölf sowie von 13.30 bis 17 Uhr bereit. Ein solches Modell ist nun auch in Wien als Variante im Gespräch.


Bis dahin stellt aber der Eurofighter-Hersteller EADS dem Militär weiterhin teure Konditionen: Die Firma gibt vor, dass der sogenannte Service-Support der Flieger auf dem Boden erneuert werden muss, damit die Jets ihren Sicherheitsstandards entspricht. Kostenpunkt: 120 Millionen Euro.


Dafür verschiebt sich eine andere Investition, die das Ressort geplant hat: Bereits im Dezember 2013 hätte die Firma Kapsch zwei Drohnensysteme liefern sollen. In diesem Jahr hätte ein weiteres folgen sollen. Es wären die ersten unbemannten Flugobjekte, die das Heer besitzen würde. Doch gut ein halbes Jahr später als geplant sind die Drohnen immer noch nicht da. „Es gibt Lieferverzögerungen in der Firma", heißt es auf Nachfrage in Klugs Büro. Woran es hakt, wollte man aber nicht verraten.

Keine Rücklagen mehr

Weitere Investitionen wird es in den nächsten Jahren allerdings nicht mehr geben: In diesem Jahr muss das Heer 42,5 Millionen Euro einsparen, im nächsten Jahr 38 Millionen. Dann stehen Klug nur noch 1,8 Milliarden Euro zur Verfügung. Auf Angespartes kann er auch nicht mehr setzen: In diesem Jahr werden alle Rücklagen aufgebraucht.

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