Kärnten: SPÖ wirft Haider "deportationsartige" Methoden vor

Der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider will künftig öfter Asylwerber von Kärnten nach Traiskirchen "abschieben". Niederösterreichs Landeshauptmann Pröll kündigt Widerstand an.

(c) Reuters (Herbert Neubauer)

Die versuchte "Abschiebung" von Asylwerbern von Kärnten nach Traiskirchen sorgt weiter für Wirbel: Der Kärntner SP-Chef Reinhart Rohr warf Landeshauptmann Jörg Haider (BZÖ) die Anwendung "deportationsartiger" Methoden vor. "Die Frage dabei ist, wann dem Einhalt geboten wird, denn wo wird das enden? Brauchen wir künftig einen Arier-Nachweis oder den Nachweis, gut kärntnerisch zu können?", so Rohr. Die Vorgangsweise Haiders sei menschenverachtend.

Am Freitag waren sechs Asylwerber aus Asien und Afrika in ihren Kärntner Quartieren von einem Bus abgeholt worden, um sie auf Weisung Haiders in das niederösterreichische Flüchtlingslager Traiskirchen zu bringen. VP-Innenministerin Maria Fekter ließ den Bus auf der Pack stoppen, die sechs Personen wurden in Wolfsberg untergebracht.

Haider wirft der Ministerin deshalb Amtsmissbrauch vor. Die Asylanten seien nun "persönliche Gäste der Innenministerin", erklärte er am Montag. Das Land werde keine Kosten übernehmen. Außerdem kündigte der Landeshauptmann an, künftig öfter derartige "Abschiebungen" anordnen zu wollen.

Das wiederum bringt den niederösterreichischen VP-Landeshauptmannn Erwin Pröll zum Schäumen. "Niederösterreich wird sicher keine Probleme Dr. Haiders lösen und sich auch nicht zum Adressaten eines willkürlichen Asylwerbertransfers machen lassen", so Pröll am Montag. Wenn Haider sich nicht an den auch von ihm unterzeichneten Vertrag zwischen Bund und Ländern halte, müsse er mit "blau-gelbem Widerstand" rechnen.

(Ag./Red.)

Kommentar zu Artikel:

Kärnten: SPÖ wirft Haider "deportationsartige" Methoden vor

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.

Meistgelesen