Im Vorzimmer der Macht

Der wirtschaftspolitische Berater geht, ein neuer Pressesprecher kommt: Diese Woche gab es im Kanzlerbüro einige Änderungen. Doch wer sitzt eigentlich im Team Faymann?

KRAINER
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(c) APA - Guenter R. Artinger

Wien. Kai Jan Krainer geht. Zumindest aus dem Bundeskanzleramt. Der 46-jährige Wiener gibt seinen Job als wirtschaftspolitischer Berater für Werner Faymann (SPÖ) auf. Es wäre mit seiner neuen Aufgabe nicht vereinbar: Krainer, der auch SPÖ-Finanzsprecher im Parlament ist, übernimmt den Vorsitz für die Partei im U-Ausschuss rund um die Hypo.

Das Bundeskanzleramt gab den Wechsel Anfang der Woche via Aussendung bekannt – zusammen mit einigen anderen Rochaden. Wer wechselt noch? Wer bleibt? Und wer sitzt eigentlich im Team Kanzler?

Elf Person zählt das Kabinett im Kanzleramt. Auch nach Krainers Abgang – denn das Team hat bereits Zuwachs bekommen. Matthias Euler-Rolle steigt zum Pressesprecher des Kanzlers auf. Rund ein Jahr war er vorher für die Medienarbeit von Kulturminister Josef Ostermayer zuständig. Indirekt arbeitete Euler-Rolle allerdings schon für Faymann: Bei der Nationalratswahl 2013 organisierte er das Personenkomitee für die SPÖ. Das war allerdings das erste parteipolitische Engagement des PR-Profis: Der 37-Jährige arbeitete jahrelang für Ö3 beziehungsweise das ORF-Fernsehen.

Aber zurück zu Faymann: Dass sich der Kanzler einen Berater holt, der sich bei Ostermayer bewährt hat, überrascht nicht. Faymann übernimmt gern Mitarbeiter seiner engsten politischen Vertrauten. So auch von der jetzigen Nationalratspräsidentin Doris Bures. Sowohl Susanna Enk als auch Susanne Schnopfhagen-Metzger arbeiteten für die frühere Verkehrsministerin.

Enk ist seit April 2013 Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit im Kabinett Faymann. Sie ist es auch, die man so gut wie immer an der Seite Faymanns sieht. Kollegen nennen sie „eine echte Arbeitsmaschine“. Ein Jahr nach dem Wechsel von Enk ins Kanzleramt wurde auch ihre Kollegin Schnopfhagen-Metzger befördert: Im April 2014 wurde sie zur Kabinettschefin im Bundeskanzleramt ernannt. Zuvor war sie stellvertretende Kabinettschefin im Infrastrukturressort. Neben der Leitung des Büros ist sie laut Kanzleramt für die Koordinierung mit den Regierungsbüros, der Vorbereitung auf den Ministerrat sowie gemeinsame Regierungsauftritte zuständig.Unterstützt wird sie von ihrer Mitarbeiterin Julia Schwab. Für die Organisation von Veranstaltungen des Kanzleramts und der Regierung ist Günter Lindner zuständig.

Jürgen Schwarz, bisher im Presseteam des Kanzlers, wurde nach Krainers Abgang wiederum zum Vize-Kabinettschef ernannt.

Mit Christopher Berka hat Faymann allerdings einen weiteren Finanzexperten in seinem Team – der Ökonom arbeitete bereits unter dem damaligen Finanzstaatssekretär Andreas Schieder bzw. seiner Nachfolgerin, Sonja Steßl. Auch in seiner Zeit in der rebellischen Sektion 8 schrieb er immer wieder Plädoyers für die Vermögenssteuer. Im Vorjahr wurde Berka in die Expertenkommission zur Steuerreform entsandt.

 

Zwei Außenpolitik-Berater

Seit rund einem Jahr ist auch der 53-jährige Oberösterreicher Christian Horner mit dabei. Er ist für parlamentarische Angelegenheiten, insbesondere als Schnittstelle zwischen Klubs und Kanzleramt, zuständig. In den 1990er-Jahren war Horner bereits für den damaligen Innenminister Karl Schlögl als Ministersekretär tätig.

Gerhard Schmid, Chef der SPÖ Hietzing, ist ebenfalls Vize-Büroleiter – mit Fokus auf die Kooperation mit NGOs und Religionsgemeinschaften. Auch zwei Berater für außenpolitische Belange arbeiten im Kanzleramt: Raphael Sternfeld, der mit Ex-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas Karriere in der Partei gemacht hat, konzentriert sich auf die Zusammenarbeit im europäischen Bereich – und fungierte im EU-Wahlkampf auch als Pressesprecher für Eugen Freund.

Zweiter außenpolitischer Berater ist Stefan Pehringer. Der Jurist leitete bereits das Unesco-Referat im Außenministerium und war Botschafter in Lettland.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.01.2015)

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