Asten: Praktikanten in den Bauhof, Praktikantinnen in den Hort

Die Gemeinde Asten sucht Ferialpraktikanten. Männer dürfen aber "ausschließlich" Hilfsarbeiten im Bauhof leisten.

Asten: Praktikanten in den Bauhof, Praktikantinnen ins Büro
Asten: Praktikanten in den Bauhof, Praktikantinnen ins Büro
Screenshot Nachrichten Asten – Screenshot Nachrichten Asten

Die oberösterreichischen "Nachrichten der Marktgemeinde Asten" haben eine eigenwillige - und gesetzeswidrige - Ausschreibung für Ferialpraktikanten-Stellen veröffentlicht: Auf Seite 17 der Publikation werden sowohl Männer als Frauen aufgefordert, sich zu bewerben - allerdings mit besonderen "Einstellungskriterien": "Männliche Bewerber können ausschließlich im Bauhof als Helfer beschäftigt werden", steht in dem Blatt. Für Frauen gilt: Sie werden "in den Kinderbetreuungseinrichtungen beschäftigt" oder "in der Verwaltung".

Der Bürgermeister von Asten, Karl Kollingbaum (SPÖ), gibt im Gespräch mit der "Presse" zwar zu, dass die Formulierung "unglücklich gewählt ist". Aber: "Wir schließen niemanden aus." Es sei "eine Empfehlung". Warum sich dann in der Bewerbung das Wörtchen "ausschließich" findet? Er sei seit vielen Jahren bereits in der Gemeinde politisch aktiv. Und noch nie habe eine junge Frau in den Bauhof gewollt. "Die Arbeit fordert einen dementsprechenden körperlichen Einsatz, nicht jedes Mädchen ist dafür geeignet." Aber im Bauhof gebe es schon eine Mitarbeiterin - und auch im Büro seien schon Burschen eingesetzt worden.

Der Astener Neos-Gemeinderat Thomas Madler findet es "besonders enttäuschend, dass gerade in einer Gemeinde mit absoluter SPÖ-Mehrheit die Gleichstellung der Frauen noch nicht angekommen zu sein scheint". Er fordert eine gesetzeskonforme Ausschreibung.

(ib)

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