Hofburg-Kandidaten: Das Alter war nie ein Hindernis

breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Wirklich jung sind Bundespräsidenten-Kandidaten nie, müssen sie doch laut Gesetz auch mindestens 36 Jahre alt sein. Aber diesmal stehen - mit einem Altersdurchschnitt von fast 68 Jahren - besonders erfahrene Bewerber zur Auswahl. Nur 1957 und 1963 war der Altersdurchschnitt höher. Und mit dem 83-jährigen Richard Lugner steht heuer der älteste Bewerber der Zweiten Republik am Stimmzettel.

In der Zweiten Republik sind schon ältere angetreten, für einen Wahlsieg war das kein Hindernis.

(c) REUTERS (HEINZ-PETER BADER)
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

ERSTER MILITAERISCHER FESTAKT

Am bisher ältesten war gleich der erste nach 1945 in einer Volkswahl gewählte Bundespräsident, nämlich Theodor Körner (SPÖ) mit 78 Jahren im Jahr 1951. Adolf Schärf (SPÖ) schaffte seine Wiederwahl (1963) mit 73 Jahren, bei seinem ersten Antreten war er 67. Ebenfalls mit 67 wurde Kurt Waldheim (ÖVP) 1986 Bundespräsident. Er war erstmals schon 1971 angetreten (und gescheitert), damals mit 52 Jahren.

(Bild: Theodor Körner)

(c) APA (BUNDESHEER)
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Franz Jonas (SPÖ) wurde nach Schärfs Tod 1965 im Alter von 65 Jahren Staatsoberhaupt, mit 71 wurde er wiedergewählt. Auch Heinz Fischer (SPÖ) absolvierte seine beiden Wahlen 2004 und 2010 mit 65 bzw. 71 Jahren.

(Bild: Heinz Fischer am Grab von Franz Jonas)

APA
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Ebenfalls 65 war Rudolf Kirchschläger (SPÖ) bei seiner Wiederwahl 1980. Sechs Jahre zuvor war er erstmals mit 59 Jahren und drei Monaten Bundespräsident geworden, damit war er das jüngste Staatsoberhaupt der Zweiten Republik. 59 war auch Thomas Klestil (ÖVP) bei seiner Kür 1992, allerdings um drei Monate älter als Kirchschläger 1974.

(Bild: Thomas Klestil)

Robert Jäger
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Der bisher älteste Kandidat war der 1992 von den Grünen nominierte Robert Jungk, der sich mit fast 79 Jahren - erfolglos - der Wahl stellte.

(Bild: Robert Jungk)

APA
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Als jüngste Kandidatin trat 1998 die parteifreie Gertraud Knoll an, sie war erst 39 - und damit vier Jahre älter als erforderlich.

Denn für Hofburgkandidaten gilt ein deutlich höheres Mindestalter als bei anderen Urnengängen: Sie müssen spätestens am Wahltag ihren 35. Geburtstag feiern, während Kandidaten für Nationalrats- oder EU-Wahlen 18 Jahre sein müssen.

 

(c) Michaela Bruckberger
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Generell fällt das geringere Alter der kandidierenden Frauen auf. Heide Schmidt (FPÖ, dann LIF) stellte sich 1992 und 1998 mit 43 bzw. 49 Jahren der Wahl, Ludovica Hainisch (1951, unabhängig) ebenfalls mit 49, Barbara Rosenkranz (2010, FPÖ) mit 51 und Benita Ferrero Waldner (2004, ÖVP) mit 55. Bisher älteste weibliche Anwärterin war die Grüne Freda Meissner-Blau 1986 mit 59 Jahren. Diesen Rang läuft ihr mit zehn Jahren Vorsprung nun Irmgard Griss ab.

(Bild: Benita Ferrero Waldner)

(c) Clemens Fabry
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Norbert Hofer ist mit 45 (bei der Wahl) der drittjüngste Kandidat der Zweiten Republik.

Mit Andreas Khol (74), Alexander van der Bellen (72) und Irmgard Griss (69) finden sich drei Kandidaten auf den Rängen 6, 8 und 12 der ältesten Kandisaten. Im Mittelfeld (auf Rang 25) steht Rudolf Hundstorfer mit seinen 64 Jahren.

 

APA/HANS KLAUS TECHT
Kommentar zu Artikel:

Hofburg-Kandidaten: Das Alter war nie ein Hindernis

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.