Migration: Jeder Dritte befürchtet bürgerkriegsähnliche Zustände

Umfrage: Österreicher und Deutsche glauben, dass die Zuwanderung aus Nahost und Afrika mehr Nachteile als Vorteile bringt.

Zuwanderung: Jeder Dritte befürchtet
Zuwanderung: Jeder Dritte befürchtet
Grenzübergang Spielfeld – APA/AFP/JOE KLAMAR

Mit Österreich gehe es bergab, meinen zwei Drittel der Bevölkerung. Verantwortlich dafür machen sie vor allem die Zuwanderung (74 Prozent). Ganz ähnlich schätzen die Deutschen die Lage in ihrem Land ein. Das ergaben Parallelstudien vom Linzer Spectra-Institut für Österreich und vom Münchner IMAS-Institut für Deutschland, die am Freitag präsentiert wurden.

Die Bevölkerung in beiden Ländern ist sich einig, dass die Zuwanderung aus Nahost und Afrika mehr Nachteile als Vorteile bringe. In Österreich überwiegt das schlechte Gefühl mit 67 zu 9 Prozent, in Deutschland mit 57 zu 12 Prozent. Allerdings scheiden sich die Geister darin, was die "Massenzuwanderung" für den eigenen Wohlstand bedeute. Dieser werde "sehr beeinträchtigt," sagte die Hälfte der heimischen Befragten, im Nachbarland gab das nur ein Drittel an.

Hälfte der Österreicher sieht Wohlstand bedroht

Grundsätzlich ist die Einstellung gegenüber Fremden in beiden Ländern von Skepsis oder Ablehnung geprägt, wobei die Österreicher noch mehr Vorbehalte haben. Dies zeigt sich vor allem in den Antworten zu Einzelaspekten der Zuwanderung. So meinen 48 Prozent der Österreicher und 32 Prozent der Deutschen, dass durch die Einwandung von Menschen aus dem Nahen Osten und Nordafrika immer mehr "unsere Lebensweise verdrängt wird". Schon jetzt seien genug Ausländer in Österreich, meinte die Hälfte der Interviewten, in Deutschland sagte das ein Drittel. In beiden Ländern sieht man auch die Arbeitsplätze der eigenen Bevölkerung bedroht (Österreich: 42 Prozent, Deutschland. 30 Prozent).

34 Prozent der Österreicher und 25 Prozent der Deutschen befürchten noch Schlimmeres. Sie stimmten der Aussage zu: "Wenn es mit der Massenzuwanderung so weitergeht, wird es bei uns bald zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen kommen." 

Positive Aspekte der Zuwanderung, die ebenso in den Fragebögen angeführt wurden, fanden deutlich weniger Zustimmung. Noch am ehesten erwarten sich die Interviewten eine bunte und interessante Kultur (17 Prozent der Österreicher, 21 der Deutschen). Der Schluss, dass die Willkommensgrüße für Flüchtlinge an Bahnhöfen ein Beweis der Freude der Einheimischen sei, ist jedenfalls nicht richtig: Nur 11 Prozent der Österreicher bejahen das, in Deutschland 21 Prozent.

Die Erhebungen der Meinungsforschungsinstitute wurden im Dezember der Vorjahres durchgeführt. Sowohl in Österreich als auch in dem zehnmal größeren Deutschland nahmen 1000 Personen daran teil.

>> Spectra-Umfrage

(APA/Red.)

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