Wahlkampf skurril: "Sebastian, du lässt dich anbraten"

In einem neuen Video warnt die FPÖ: "Wer diesmal die ÖVP wählt, bekommt die Grünen gleich mit dazu."

"Sebastian, du lässt dich anbraten"

Die FPÖ hat ein weiteres Video online gestellt, mit dem sie um eine Fortsetzung von Türkis-Blau wirbt. Nach der Paartherapie und dem nach links gekippten Bild von Sebastian Kurz, droht der ÖVP-Spitzenkandidat nun auf eine Frau mit grünem Tuch und grünen Haarsträhnen hereinzufallen ("Den reiß ich mir jetzt auf").

Sie bietet sich dem in einer Bar sitzenden Kurz-Darsteller als "fortschrittliche Partnerin" an, dieser erklärt: "Ein bisserl bin ich eh schon immer auf deinen Typ gestanden." Nachdem sie ein "Einwanderungsgesetz für mehr Zuwanderung", Mindestsicherung für Ausländer in "voller Höhe", Tempo 100 für Autos und einen doppelten Benzinpreis gefordert hat, greift FPÖ-Obmann Norbert Hofer ein: "Sebastian, du lässt dich anbraten. Mit ihr kann es nicht funktionieren. So schnell kann es gehen, dass jemand falsch links abbiegt. Wer diesmal die ÖVP wählt, bekommt die Grünen gleich mit dazu."

Screenshot FPOE

SPÖ auf Platz 1 der Schlager-Hitparade

Die SPÖ liegt auf Platz 1 - nicht in aktuellen Umfragen zum Ausgang der Nationalratswahl, sondern in der heimischen Schlager-Hitparade. Das teilte die rote Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Brunner zwar nicht lautstark, aber impulsiv auf Twitter mit. "Wow! Unser Wahlkampfsong von Alf & DJ Mike 'Gleich und verschieden' ist Nr.1 in den Austrian Schlager Charts! Die Richtung stimmt! #gemeinsam", jubelte sie.

Der Song, der mit dem Satz beginnt - "Ein Mensch möcht' ich sein, nicht nur Daten im System" - ist auf YouTube zu hören. Im dazugehörigen Video wird Spitzenkandidatin Pamela Rendi-Wagner mit Kindern, Älteren, beim Radfahren, mit Luftballons oder schlicht lachend gezeigt.

>>> Link zum SPÖ-Song auf YouTube

(c) Screenshot: YouTube

"Lieber Gust, machs wie meine Omi"

„Es kann ja nicht sein, dass unsere Kinder nach Wean fahren und als Grüne zurückkommen. Wer in unserem Hause schlaft und isst, hat auch die Volkspartei zu wählen“: Der ÖVP-Klubchef und Oberösterreicher August "Gust" Wöginger sorgte sich zuletzt um den türkisen Nachwuchs.

Stefan Kaineder (im Bild), seines Zeichens grüner Spitzenkandidat in Wögingers Heimatbundesland, kennt das aus persönlicher Erfahrung: "Meine Omi weiß genau, was du meinst", sagte Kaineder in einer Videobotschaft am Dienstag. Auch er sei nämlich in einem "schwarzen Haus" aufgewachsen. Was ihn grün gemacht habe, sei aber nicht die Großstadt gewesen, sondern der Unterschied "zwischen dem, was die ÖVP einmal war und welche Politik sie heute macht".

"Aber wurscht. Ich habe jetzt eine wichtige Info für dich: Wir haben 2019 und die Kinder dürfen wählen, wen sie wollen. Und sicherheitshalber sage ich dir das auch noch", meinte Kaineder in Richtung Wöginger: "Die Kinder dürfen mittlerweile auch heiraten, wen sie wollen. Gust, vielleicht machst du es wie meine Omi, die freut sich nämlich jedes Mal, wenn ich heimkomme. Wir umarmen uns, es gibt eine Suppe auf dem Tisch und sie freut sich, wenn ich glücklich bin."

>> zum Video auf Kaineders Facebook-Seite

Die Presse/Katharina Fröschl-Roßboth

SPÖ vergisst auf Osttirol

Der SPÖ, konkret dem Sozialdemokratischen GemeindevertreterInnenverband, ist ein peinliches Wahlkampf-Hoppala unterlaufen: Auf einem Wahlkampfsujet mit der Lienzer Bürgermeisterin und Landtagsabgeordneten Elisabeth Blanik wurde auf einer darunter dargestellten Landkarte von Tirol ausgerechnet auf Osttirol, Blaniks Heimat, vergessen. Die ehemalige Tiroler SPÖ-Chefin ist darob not amused: "Die Geografiekenntnisse in Wien gehören gründlich aufpoliert."

(c) APA

FPÖ schickt Hofer und Kurz zur Paartherapie

Sebastian Kurz, der über eine "zerrüttete" Beziehung mit einer "roten Prinzessin" sinniert ("Da ist am Ende gar nichts mehr gegangen"); Norbert Hofer, der sich als kompromissbereiter Partner ("Oft weiß man gar nicht, wer zuerst auf die Idee gekommen ist") mit Vorliebe für schnelles Fahren gibt: Der ÖVP- und der nunmehrige FPÖ-Chef sitzen bei der Paartherapeutin. Die attestiert den beiden eine "großartige Beziehung". "Wollen Sie das wirklich riskieren wegen... Ibiza?", fragt sie.

Die derart öffentliche Beziehungsbeschau der ehemaligen Koalitionspartner gibt es als Werbefilm der FPÖ zu sehen - mit dem echten Norbert Hofer, aber mit einem Sebastian-Kurz-Darsteller. Ein Hinweis der Therapeutin: "Oft ist einem gar nicht bewusst, wie wertvoll das ist, was man wirklich hat." Woraus Hofer ableitet: "Oftmals braucht es nur einen kleinen Schubser, um erfolgreich weiterzumachen."


>> zum Video auf Youtube

Screenshot www.youtube.com/FPOETVonline

FPÖ darf Falco nicht mehr spielen

Keine "Helden von Heute" bei der FPÖ: Die Partei darf keine Lieder des österreichischen Popstars Falco mehr spielen. Zumindest nicht ohne explizite Genehmigung der Nachlassverwalter des 1998 verstorbenen Musikers.

Dabei war das Lied "Helden von Heute" die erste Wahl der FPÖ gewesen, um Veranstaltungen zu eröffnen: So war es 2019 etwa beim oberösterreichischen Landesparteitag und bei der 1.-Mai-Feier der FPÖ-Spitze in Linz das Einzugslied - mit der wohl für Politiker ziemlich verlockenden Textzeile "Wir haben das richtige Weltbild".


>> zum Vergleich zwischen Falcos Nachlassverwaltern und der FPÖ auf der FPÖ-Webseite

APA/KERSCHI.AT/HANNES DRAXLER

Junge FPÖ fordert Schnitzelpflicht mit paniertem Fisch

Zwei Kindergärten in Deutschland wollten Schweinefleisch aus Rücksicht vor zwei muslimischen Mädchen im Alter von zwei und drei Jahren - von ihrer Speisekarte streichen. Was prompt eine Welle der Empörung nach sich zog - die natürlich auch über die Grenzen nach Österreich überschwappte. Sich gegen islamische Essgewohnheiten zu echauffieren, ließ sich auch die FPÖ nicht nehmen. Die Freiheitliche Jugend forderte in einem Facebook-Post eine "Schnitzelpflicht" für Österreichs Kindergärten.

"Jedes Kind soll in den Genuss eines Schnitzels kommen dürfen", wird Maximilian Krauss, Vorsitzender des Rings Freiheitlicher Jugend (RFJ), zitiert. Die Forderung untermalten sie mit dem Bild eines panierten Fischfilets, dass sich auf verschiedenen Stock-Photo-Plattformen als Fischgericht wiederfindet. Mahlzeit!

Freiheitliche Jugend/Facebook

Strache ist zurück

Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache ist zurückgekehrt - allerdings nicht in die Politik, sondern auf die Baleareninsel Ibiza, wo er im Sommer 2017 seine Polit-Karriere versenkt hat. Der Ex-FPÖ-Chef ist laut "Krone" und "Österreich" am Donnerstag gemeinsam mit seiner Ehefrau Philippa und seinen drei Kindern auf der Insel eingetroffen.

"Ja, ich bin wie jedes Jahr mit meiner Familie, meiner Frau Philippa und meinen drei Kindern - wie seit 17 Jahren - auch heuer wieder auf Ibiza. Denn Ibiza ist immer eine Reise wert", wird Strache in der Tageszeitung "Österreich" zitiert. Die "Krone", die ja in Straches Ibiza-Video eine wichtige Rolle spielt, titelt die Geschichte süffisant mit den Worten: "Strache zurück am 'Tatort'".

APA/SPIEGEL/SÜDDEUTSCHE ZEITUNG/HARALD SCHNEIDER

Zotter verkauft "Skandalschoko zum Vernaschen"

Die freiheitliche "Ibiza-Affäre" hat auch die Nahrungsmittelindustrie beflügelt. Der steirische Schokoladeproduzent Zotter hat sein Sortiment um eine "Skandalschoko zum Vernaschen" bereichert. Das Produkt mit dem Namen "Bergl statt Ibiza 'Ma is de schoaf!'" soll mit Hanfnougat und Zwetschkenschnaps überzeugen. Dazu eine blaue Schicht aus Johannisbeeren, Chili und eine "weiße Weste" aus Schokolade.

Auch einen Ess-Tipp gibt der Konzern auf seiner Facebookseite mit auf den Weg: "Bitte nicht zum Lachen in den Keller gehen, während man sie vernascht."

(c) Facebook: Zotter Schokoladen Manufaktur

Wenn dem Nationalratspräsidenten der Kragen platzt

Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka hatte gestern während der Rede des SPÖ-Abgeordneten Jörg Leichtfried auf seinem Platz als ÖVP-Mandatar Platz genommen. Leichtfrieds Rede über Parteispenden und vor allem der Kommentar, es gebe "bestechliche Parteien", schien Sobotka allerdings so zu ärgern, dass er nicht nur an seine Sesselkante rutschte und sich vor Zorn am Tisch festhielt, sondern auch laut und mit hochrotem Kopf gegen Leichtfried zu wettern begann. Die Bilder von Sobotkas Verhalten (siehe Mitschnitt auf Twitter) machten im Internet schnell die Runde...

Screenshot www.twitter.com/SabineFasching

...und Sobotka wurde zum Meme.

Screenshot www.twitter.com/dichterpoet

Vengaboys treten bei der Donnerstagsdemo auf

Die Ibiza-Affäre katapultierte ihren Neunziger-Jahre-Hit „We're Going to Ibiza!“ auf Platz eins der österreichischen iTunes-Charts, nun kommen die Vengaboys nach Österreich: Am kommenden Donnerstag wird die niederländische Eurodance-Truppe bei der Donnerstagsdemo auf dem Wiener Ballhausplatz auftreten, berichtet FM4. Die Demos finden seit Bildung der türkis-blauen Regierung wöchentlich statt und gehen auch nach deren Ende weiter. Was die niederländische Band dort spielen wird? „We're Going to Ibiza!“ natürlich.

Die Vengaboys blicken dem Gastspiel in Wien mit freudiger Erwartung entgegen. "We're Going To Ibiza! Als Protestsong in Österreich! Sie hätten auch jeden Bob Dylan Song nehmen können", äußerte sich Sängerin Captain Kim. Das beweise, dass die Österreicher nicht nur "einen fantastischen Musikgeschmack", sondern darüber hinaus "einen fantastischen Sinn für Humor" hätten.

(c) imago images / Matrix (via www.imago-images.de)

Andreas Gabalier sorgt für Zwist

Die steirische Coverband „4you" spielte am 1. Mai nach den Ansprachen von mehreren SPÖ-Politikern am Grazer Hauptplatz auf. Die Songauswahl sorgte für einen Konflikt zwischen ihr und den Sozialdemokraten – und zwei Erzählarten des Vorfalls.

So ärgerte sich Bandmitglied Johann Reisinger auf Facebook, dass eine SPÖ-Vertreterin auf die Bühne gestürmt sei, als man „Hulapalu“ von Andreas Gabalier gespielt habe. Weiters habe sie ein Musikverbot für den Künstler gefordert: „Wenn jeder SPÖ-Politiker bei seiner Ansprache von Toleranz spricht und dreißig Minuten später einen großen Künstler beschimpft und somit viele Menschen in Österreich beleidigt, dann ist doch jede Ansprache nur warme Luft“, meint Reisinger.

Die SPÖ erzählt die Geschichte etwas anders: „Richtig ist vielmehr, dass mit der Musikgruppe im Vorfeld Einvernehmen hergestellt wurde, keine Musik dieses Künstlers zu spielen“, heißt es von der SPÖ-Steiermark gegenüber "Heute". Als das missachtet wurde, sei die Vorsitzende der Grazer SPÖ-Frauen auf die Bühne gegangen und habe die Bitte wiederholt. Die Behauptung, es habe ein „Gabalier-Verbot“ gegeben, sei aber erfunden.

APA/ERWIN SCHERIAU

Van der Bellen als Ersthelfer für Abgeordnete Bißmann

Hilfe von höchster Stelle hat die unabhängige Nationalratsabgeordnete Martha Bißmann erhalten. Sie brach sich Mittwochvormittag auf dem Weg zur Plenarsitzung den Fuß. Bei der Erstversorgung war Bundespräsident Alexander Van der Bellen dabei, der zufällig an diesem Tag das Rote Kreuz begleitet hatte.

Bißmann war auf dem Weg in die Hofburg, wo derzeit der Nationalrat zusammenkommt, gestürzt. Dort angekommen, seien die Schmerzen immer schlimmer geworden, teilte ihr Sprecher mit. Deswegen rief sie die Rettung - übberraschend war Van der Bellen dabei, der sich gerade einen Eindruck von der Arbeit der Rettung machte und mithalf.

(c) WRK / Markus Hechenberger

Michael Häupl wirbt für Spritzwein-Taschen

Michael Häupl mag zwar nicht mehr Bürgermeister sein - seine Karriere als Testimonial scheint aber erst richtig abzuheben. Nach einer Kampagne für den klassischen "G'spritzten" (Weißwein, Anm.) wirbt der Wiener Ex-Stadtchef nun für Taschen - und zwar für solche, die seine unvergessenen Bonmots tragbar machen. Neben "Man bringe den Spritzwein" gibt es auch...

Ines Futterknecht / 1000things.at

...eine Tasche mit einer Anspielung auf den Häupl-Sager "Wenn ich 22 Stunden in der Woche arbeite, bin ich Dienstagmittag fertig" im Webshop von "1000things.at" zu kaufen.

Ines Futterknecht / 1000things.at

Häupl erklärte beim Fotoshooting für die neuen Taschen auch das Geheimnis hinter einem guten Spritzer: "Der ist immer mit Soda-, aber niemals mit Mineralwasser gemacht! Ich trinke ihn am liebsten ganz puristisch, ohne jede Zitrone
oder Eis darin, aber kühl muss er bitte schon sein."

Die Presse/Clemens Fabry

Marlene Svazeks Scheinschwangerschaft

Am selben Tag, an dem Neos-Chefin Beate Meinl-Reisinger die Geburt ihrer dritten Tochter bekanntgab, versuchte auch Marlene Svazek mit Baby-Nachrichten Schlagzeilen zu machen. Die Salzburger FPÖ-Politikerin verkündete ihre Schwangerschaft...

APA/EXPA/JFK

...per offizieller Aussendung der Landespartei. Darin zu lesen: "Marlene Svazek erwartet ihr erstes Kind". Und zwar im September. Die Nachfolge, schreibt man, werde bis zum Sommer geklärt, denn Svazek wolle sich "vorübergehend" aus der Politik verabschieden.

Wenig später - als schon so manches Medium die Nachricht veröffentlicht hatte - löste Svazek auf Social Media auf: April, April. Es gibt kein Baby. Svazek bleibt der Landespolitik  erhalten.

Screenshot www.facebook.com/Marlene.Svazek

Schulbesuch gescheitert - Sobotka muss draußen bleiben

Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) ist bei einem Schulbesuch in Tirol gescheitert. Der Grund: ein Erlass des Bildungsministeriums. Demnach dürfen nur der Bildungsminister und der Bildungsdirektor Schulen besuchen. Selbst die Präsidentin der Bildungsdirektion Beate Palfrader (ÖVP) darf den Unterricht nur im Beisein des Unterrichtsministers oder eines Beamten der Schulaufsicht besuchen – weshalb es auch für Sobotka keine Ausnahme gebe, berichtet die "Tiroler Tageszeitung". Sobotka zeigte sich "überrascht", sei er doch in den vergangenen Monaten in Schulen in Niederösterreich, Wien, Vorarlberg und Oberösterreich zu Gast gewesen.

Die Lösung: Die Stadtgemeinde Imst sprang ein und ÖVP-Bürgermeister Stefan Weirather stellte zur Begegnung den Gemeinderatssitzungssaal zur Verfügung.

APA/ROBERT JAEGER

Kern löst Wein-Wette mit Strache ein

Drei Weinflaschen mit Karl-Marx-Abbild und der Aufschrift "Ein guter Roter": FPÖ-Kommunikator Heimo Lepuschitz veröffentlichte auf dem Kurznachrichtendienst Twitter ein Bild, das zeigt, dass Ex-SPÖ-Chef Christian Kern seine Wette mit Heinz-Christian Strache, dem freiheitlichen Parteichef, eingelöst hat.

Die beiden hatten im April 2018 bei einer Diskussion gewettet, jeweils länger Parteichef zu bleiben als der andere - Kern sagte damals wörtlich: "Ich wette eine gute Flasche Rotwein, dass ich länger SPÖ-Chef bin als Sie bei den Freiheitlichen." Strache nahm die Wette "gerne" an. Kern trat wenige Monate später, im September 2018, als SPÖ-Chef ab. Nun gab es den Wein (Kostenpunkt: 10,90 Euro die Flasche, Verkauf etwa über den ÖGB-Shop) für die FPÖ. "Ich hoffe, der Wein schmeckt besser als er aussieht", meinte Lepuschitz dazu auf Twitter.

Screenshot www.twitter.com/heimolepuschitz

Ludwig schreibt ein Liebesgedicht

Michael Ludwig ist verliebt. In die Wiener, wie es scheint. Und scheut sich nicht, in den Valentinstags-Reigen einzusteigen. Auf Facebook hat der Wiener Bürgermeister ein "Liebesgedicht" mit dem Titel "Tausend Herzen für Wien" an die Stadt und ihre Bewohner veröffentlicht: 

"Euch gehört mein erster Gedanke,
wenn ich morgens erwache
Ihr seid es, und dafür Danke,
Dass ich gerne meine Arbeit mache.

Ihr seid weltoffen und fleißig,
und sehr humorvoll in eurer Art
manchmal auch a bissl grantig
dafür stark im sozialen Zusammenhalt.

Tag und Nacht vergehen
und ich kann viel Schönes sehen
in Wien, da ist mein Herz in Haft
denn ihr trägt es mit aller Kraft.

In einer Stadt, einzigartig und wunderschön.
Mit tausenden Herzen, sie schlagen für immer für Wien.

Und meins schlägt immer für euch,
In Liebe, euer Wiener Bürgermeister"

Wer genau das Werk verfasst hat, wird nicht verraten. Die Idee, das Gedicht zu schreiben, kam laut Ludwig von seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Gezeichnet ist es aber sehr wohl in seinem Namen.

Innenministerium sucht neue Polizeikatze

Nachdem Österreichs einzige Polizeikatze "Mister Black" Ende Jänner von ihrem Posten in Wiener Neustadt verschwand, versucht das Innenministerium die Berichterstattung über die Kuriosität in einen PR-Gewinn zu verwandeln: Auf der offiziellen Facebook-Seite sucht man nun einen Nachfolger für den Polizeipferdestall. Mit dem Hinweis "Achtung Satire" - weswegen wohl auch die Webseite www.polizeikatzenkarriere.gv.at nicht funktioniert.

Das Sujet zeigt eine Katze, die halb in einer heruntergekommenen Gasse sitzt und halb in Polizeiuniform steckt - im Pferdestall. "Deine Ausbildung ist nicht für die Katz'", steht dabei: "Bring deine Karriere in Uniform." Das Layout ist bekannt: Es wird auch in der Kampagne verwendet, sich als Mensch für die Polizei zu bewerben.

"Mister Black" stammte aus einem Tierheim und war dienstzugeteilt im Stall der Polizeipferde, die bald in Wien die Straßen sicherer machen sollen. Sein Aufgabenbereich: Mäuse-, nicht Verbrecherjagd.

Screenshot www.facebook.com/BundesministeriumFuerInneres

"Was bist du für 1 verdammter Saubauer bitte?"

Ein Tweet des Pressesprechers von Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger verärgert aktuell Schweinebauern: Das ironisch gemeinte "Was bist du für 1 verdammter Saubauer bitte?", das Kosak im Dezember an einen Bekannten auf dem Kurznachrichtendienst Twitter richtete, kam bei ihnen nicht gut an. Das berichtete das Branchenmedium "Blick ins Land", das sich wiederum auf einen Bericht des Magazins "Landwirt - die Fachzeitschrift für die bäuerliche Familie" bezog. Dass auch ein Kollege des Ministeriumssprechers diesen in den Monaten davor einen "Saubauern" genannt hatte, machte die Sache für die Landwirte nicht besser.

Kosak nutzt sein Twitter-Profil privat - und beruflich: Er nennt sich dort offiziell "Pressesprecher von Bundesministerin @ElliKoestinger".

Dem Bericht zufolge wandten sich "erstaunte bis verstimmte" Schweinebauern wegen des Tweets an den Adressaten und an einige Landwirtschaftskammern. Kosak löschte die öffentlich sichtbare Nachricht schließlich, "weil es nicht so sein sollte, dass sich Menschen dadurch beleidigt oder vor den Kopf gestoßen fühlen. Twitter ist manchmal ein sehr direktes und situatives Medium, in dem man nicht jedes Wort auf die Waage legen sollte", sagte Köstingers Pressesprecher "Blick ins Land". Die Sache sei für ihn erledigt.

Die Presse

Bischof Kurz und Ministrant Strache

"Nehmet den Armen, gebet den Konzernen - Kurz-Evangelium 1,1". Die globalisierungskritische Organisation Attac hat sich anlässlich der Regierungsklausur in Mauerbach eine ausgefallene Protestaktion einfallen lassen. Mit einer Maske von Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und in Bischofs-Ornat haben Aktivisten riesige Geldscheine an Konzerne verteilt.

Assistiert wurde "Bischof Kurz" von Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) in Ministranten-Gewand. Attac protestierte damit gegen die vorgesehenen Kürzungen der Mindestsicherung sowie gegen die Senkung der Körperschaftssteuer auf Unternehmensgewinne.

APA/ROLAND SCHLAGER

Van der Bellens Zugwaggon

Bundespräsident Alexander Van der Bellen wählte einen „grünen“ Weg, um zum Klimagipfel nach Polen zu reisen: die Bahn. Doch die Zug-fahrt wurde zum Zug-stand, denn die tschechische Bahn koppelten den für die Präsidenten-Delegation reservierten Waggon nicht an. Wie die „Kleine Zeitung“ berichtet, hieß es deshalb für die Delegation in einem halben Zweite-Klasse-Waggon zusammenrücken. Der Pünktlichkeit tat dies keinen Abbruch – und die geplanten Interviews wurden in den Speisewagen verlegt.

 

>> Bericht der „Kleinen Zeitung

APA/BUNDESHEER/PETER LECHNER

Banjospielender Sebastian Kurz-"Doppelgänger" erheitert das Netz

Für Wade Darnell ist sein Musikinstrument "wie sein verlängerter Arm". Im Youtube-Video aus dem Jahr 2009 erzählt er von seiner Liebe zur Musik. Doch seine instrumentale Kunst wird bei den aktuellen Youtube-Sehern zur Nebensache. Der US-amerikanische Künstler teilt sich, der österreichischen Online-Community zufolge, nämlich das Gesicht mit unserem Bundeskanzler Sebastian Kurz. Bei den Darnells, führt Wade weiter aus, liege Banjo-Spielen in der Familie. Er fühle sich "geboren, um das Banjo zu spielen".

 

>> Youtube-Video "Watch Wade Darnell play his banjo"

Youtube / Knoxville News Sentinel

Ludwig und Doskozil treffen Super Mario

Viele potentielle Wähler treffen und dabei auch noch beweisen, wie jung man geblieben ist. Das klingt nach einem Pflicht-Termin für Politiker - insbesondere, wenn es die eigene Partei gerade hauptsächlich mit Rücktritten und internen Querelen in die Schlagzeilen schafft.

So lockte die Game City im Wiener Rathaus nicht nur Videospiel-Fans, sondern auch Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) und Parteikollegen Hans Peter Doskozil an. Für die zahlreichen Medienvertreter im Schlepptau fanden sich auch prompt geeignete Fotomotive, etwa das "Meet and Greet" mit Super Mario...

APA/GEORG HOCHMUTH

...oder beim Probe-"Zocken" des Gaming Klassikers "Gran Turismo".

APA/GEORG HOCHMUTH

Steiermarks ''Einfaches Amtsdeutsch'' wird prämiert

Was ist ein "Mehrstück", was ein "Überwerfungsbauwerk"? Ersteres ist eine Kopie, zweites eine Brücke. Klingt kompliziert - ist es auch. Da viele Bürger mit Amtsdeutsch Probleme haben, hat die steirische Landesverwaltung Schachtelsätzen und abstrakten Wortgebilden in Behördenstücken den Kampf angesagt. Und wurde prompt ausgezeichnet: Die Wirtschaftskammer Steiermark hat der Landeskommunikation für ihr Projekt "Verständliche Sprache" den "Managen statt Verwalten"-Award verliehen.

Die Steiermark ist laut Inge Farcher, Leiterin der steirischen Landeskommunikation, das erste österreichische Bundesland, in dem die Landesverwaltung abteilungs- und behördenübergreifend "Amtsdeutsch-Barrieren" zwischen Bürgern und der Landesverwaltung abbaut. Etliche Texte in Info-Blättern, Formularen und Bescheiden wurden bereits überarbeitet.

(c) Clemens Fabry (Presse)

Matthias Strolz mimt den Popstar

Der ehemalige Neos-Chef Matthias Strolz stellte im Wiener Lokal "Flex" sein gemeinsames Album "Lost in Space" mit Remixkünstler Kurt Razelli vor. Es handelt sich um berühmt gewordene Parlamentsreden - inklusive "Kastaniengedicht". Konkret: Strolz' Ansprachen im Hohen Haus wurden, wie der "Standard" berichtet, mit diversen Beats unterlegt. Unter anderem war im "Flex" die Rede des Pinken zu hören, in dem er der ehemaligen rot-schwarzen Bundesregierung ausrichtete: "Das ist nicht okay. " Ebenfalls zu Pop verarbeitet wurde Strolz' Appell an die amtierende Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) hinsichtlich der Rücknahme des allgemeinen Rauchverbots in der Gastronomie: "Was ist mit Ihnen?". Ebenfalls vertreten: das "Kastaniengedicht". Eine der Zeilen: "Du bist so prall und so glänzend."

 

>> Bericht im "Standard"

(c) Clemens Fabry (Presse)

Hund stört Interview von Tirols SPÖ-Chefin

Tirols SPÖ-Chefin Elisabeth Blanik stärkt der designierten Bundesparteivorsitzenden Pamela Rendi-Wagner und Noch-Amtsinhaber Christian Kern den Rücken – unter anderem in einem Telefoninterview mit dem Ö1-„Morgenjournal“. Allerdings wird sie dabei unterbrochen – von ihrem Hund. Gerade, als Blanik Kerns Kandidatur bei der Europawahl rechtfertigen will, beginnt dieser im Hintergrund laut zu bellen. Blanik unterbricht und entschuldigt sich mehrfach. Die Moderatorin thematisiert das sogleich: „Vielleicht sprechen Sie gegenüber Ihrem Haustier ein Machtwort.“ Blanik abermals: „Entschuldigung.“ Damit verstummt zwar der Hund, die Moderatorin erinnert am Ende des Gesprächs aber erneut an ihn und wünscht Blanik „noch einen schönen Spaziergang mit Ihrem Hund“.

 

>> Telefoninterview mit dem Ö1-„Morgenjournal“

APA/EXPA/JFK

Die Vielflieger-Ministerin am E-Roller

"Wir lassen das Auto stehen und fahren mit dem E-Roller zum Ministerrat. Jeder kann einen kleinen Beitrag zum Klimaschutz leisten", schreibt Ministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) auf dem Kurznachrichtendienst Twitter - und postet ein Foto von sich am Heldenplatz. Nachschlag: "#nachhaltigkeit". Man werde "öfter" mit den E-Rollern fahren, meinte Köstingers Sprecher, ebenfalls auf Twitter.

Die Inszenierung sorgte aber für einige Nachfragen auf Twitter...

Screenshot www.twitter.com/ElliKoestinger

... immerhin wurde gerade erst bekannt, dass Nachhaltigkeitsministerin Köstinger jenem Ressort vorsteht, dass am meisten für Flugreisen ausgibt. 627.985 Euro zahlte das Ministerium für Flüge im ersten Halbjahr 2018.

Köstingers Sprecher argumentierte auf Twitter, dass das Ministerium, das auch für Landwirtschaft zuständig ist, am häufigsten zu EU-Ratstreffen müsse, was die Kosten rechtfertige. Die Ministerin selbst schrieb in ihrer Antwort auf die parlamentarische Anfrage zu ihren Flugreisen: "Gleichzeitig möchte ich betonen, dass im Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus grundsätzlich in der Economy Klasse [sic] geflogen wird."

Im Bild: Bundeskanzler Sebastian Kurz (l. Mitte vorne), Ministerin Elisabeth Köstinger (l. Mitte hinten), Kulturminister Gernot Blümel (r. Mitte hinten; alle drei ÖVP) und Vizekanzler Heinz-Christian Strache (r. Mitte vorne, FPÖ) im Flugzeug nach Brüssel, um einen Ministerrat abzuhalten. Man wurde nicht müde zu betonen, dass man in der Economy-Klasse saß.

APA/ROLAND SCHLAGER

FPÖ Oberösterreich lädt Matteo Salvini zum Urlauben ein

Nachdem der italienische Innenminister Matteo Salvini vom Inselrat der spanischen Insel Mallorca wegen seiner Migrationspolitik zur "unerwünschten Person" erklärt worden ist, erreicht ihn am Sonntag ein Urlaubsangebot aus Oberösterreich. Die FPÖ Oberösterreich lädt den Politiker der rechten Lega "ausdrücklich nach Oberösterreich und Wels ein".

In einer gemeinsamen Aussendung kritisieren der FPÖ-Landesparteichef LHStv. Manfred Haimbuchner und der Welser FPÖ-Bürgermeister Andreas Rabl nun die Entscheidung des Inselrats "als unangebracht und unverhältnismäßig". Aus diesem Grund setze man mit der Einladung nach Oberösterreich einen "bewußten Kontrapunkt". "Ich würde mich freuen, wenn Innenminister Salvini meine oberösterreichische Heimat besucht", meinte Haimbuchner.

Ob Salvini das Angebot annimmt, ist aber fraglich. Als Reaktion auf den Beschluss des mallorquinischen Inselrates kündigte er nämlich bereits an, in Italien urlauben zu wollen.

APA/HANNES DRAXLER

Michael Häupl wirbt jetzt für Spritzer

"Man bringe den Spritzwein!" - ein Zitat das dem ehemaligen Bürgermeister Wiens, Michael Häupl zugeschrieben wird. Für die Vermarktung des "G'Spritzten" ist der Ex-Bürgermeister jetzt vor die Kamera geholt worden. Im Werbespot erklärt Häupl, dass er seinen Spritzer "völlig natur" trinkt: "Ich mag ihn nicht mit Zitrone, nicht mit Gurke, nicht einmal mit Eis." Am Liebsten sei ihm ein "unverfälschter Spritzwein" – der ist "einfach das Beste!" Das bekannte "Man bringe den Spritzwein!"-Zitat kommt im Werbespot nicht vor.

 

>> Zum Video

(c) Bernhard Wittmann

Arbeiterkammer nutzt Hofer als Testimonial

Die Arbeiterkammer (AK) macht Norbert Hofer zu einem neuen Testimonial. Auf sozialen Medien wurde eine Infotafel mit dem Konterfei des Infrastrukturministers präsentiert. Anlass der spöttischen Aktion war, dass der Freiheitliche am Vortag in der ORF-Nachrichtensendung "ZiB 2" gemeint hatte, bei Problemen mit den neuen Arbeitszeitregelungen könnten sich Arbeitnehmer ja an die AK wenden.

Konkret hatte Hofer auf die Frage, was passiere, wenn jemand gekündigt werde, weil er eine elfte oder zwölfte Arbeitsstunde verweigere, unter anderem gemeint: "Das wäre genauso ein Fall, wenn so etwas passiert, wo man sich dann auch an die Kammer wendet und sagt, das ist mir passiert und das lasse ich mir nicht gefallen."

Das gefiel der AK offenbar. So wurde schnell ein Aufsteller gebastelt, auf dem Hofer via Sprechblase verkündet: "Probleme mit der Arbeitszeit? Wenden Sie sich an die AK!" Auf Twitter ergänzte die Kammer, man danke "dem neuen Testimonial (...) für die Gratis-Werbung" in der "ZiB 2". "Und ja: Wir beraten Sie gerne!"

Screenshot www.twitter.com/Arbeiterkammer

Bieranstich à la Mikl-Leitner

"O'zapft is!" Die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner postete jetzt ein Bild vom Bieranstich beim Waldviertelfest. Im Mai wurde das Fest am Wiener Rathausplatz von Mikl-Leitner und dem Wiener Bürgermeister Michael Ludwig feierlich mit einem Bieranstich eröffnet. Auf Instagram sorgte die Landeshauptfrau nun im Nachhinein für diesen lustig-kuriosen Anblick.

Johanna Mikl-Leitner Instagram

"Heiliger Sebastian"

Was ein Heiliger mit Kanzler Sebastian Kurz zu tun hat? Diese Frage beschäftigt derzeit Social-Media-Nutzer in Österreich. Denn im Netz kursiert ein Bild eines Heiligen in einer kleinen  Burgkapelle in der französischen Bretagne. Ein Nutzer des Social-News-Aggregators Reddit hatte es unter dem Titel "Der heilige Basti, Retter des Abendlandes" online gestellt. Ein Twitter-Nutzer teilte das Bild und stellte die Frage: "An wen erinnert mich der heilige Tanguy bloß so?" Die Ähnlichkeit zwischen der Heiligenfigur und dem ÖVP-Chef war den "Salzburger Nachrichten" allerdings bereits 2016 aufgefallen. "Dieser Heilige wird von der gesamten bretonischen Bevölkerung geliebt", hieß es damals in einem Kommentar. "Ob das bei seinem österreichischen Pendant auch so ist?"

 

>> Link zum Twitter-Post.

>> Link zu den "Salzburger Nachrichten".

Screenshot Twitter

"Stolz auf Linz"

Mit diesem Foto kündigte die Linzer FPÖ ihre neue Sommer-Kampagne an: Wer sich fragt, warum einer jungen Frau das Wort "Stolz" auf die Brust tätowiert wird, erfuhr die Antwort darauf nur wenige Tage später ...

Screenshot www.facebook.com/fplinz

... und zwar per großflächigem Plakat: "Stolz auf Linz" prangt auf dem Ausschnitt der kopflosen Frau, die im Bikini vor einer Panorama-Aufnahme der oberösterreichischen Landeshauptstadt abgebildet wurde. Daneben zu sehen: das Stadtwappen.

Einen Hinweis auf die Partei gibt es allerdings keinen, weswegen das Plakat für Missstimmung sorgt. "Es steht grundsätzlich jeder Fraktion frei, das Wappen zu verwenden. Im konkreten Fall distanziert sich die Stadt von den aktuellen Plakaten und den Motiven darauf", sagte Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) in einer Aussendung zu dem Plakat. Er betonte, dass "die Sujets in keinem Zusammenhang mit der Landeshauptstadt oder einer ihrer Einrichtungen stehen".

Warum außerdem "Stolz auf Linz" mit einer spärlich bekleideten Frau illustriert werden muss? Die Frage stellten sich nicht nur FPÖ-Linz-Fans auf Facebook, sondern auch die Stadt-Grünen. "Plakat-Sujets, die mit offenem Sexismus arbeiten, können nicht im Sinne der Stadt sein", kritisierte deren Klubobfrau Ursula Roschger.

Die Linzer FPÖ erkennt auf dem Sujet allerdings keinen Sexismus: Man sehe Frauen in Bikini in jedem Freibad, hieß es aus dem Büro von Vizebürgermeister Detlef Wimmer.

FPÖ Linz

"Hunde mit Migrationshintergrund"

Der niederösterreichische Landesrat Gottfried Waldhäusl betreut in der Landesregierung den Themenbereich Asyl - und jenen des Tierschutzes. In dieser Funktion tätigte Waldhäusl bei einem Besuch in Melk auch eine Aussage, die in den "NÖN" zitiert wurde: "Hunde mit Migrationshintergrund nehmen unseren Tieren leider oftmals den Platz in den örtlichen Tierheimen weg."

Der Sager sorgte auf Social Media für Aufsehen - der Landesrat meinte, der Satz sei aus dem Zusammenhang gerissen worden. Er hätte damit auf den Wunsch "Machts was gegen die Welpenmafia" reagiert.

Screenshot www.twitter.com/HHumorlos

"Michael Ludwig Pointing At Things"

Das ging überraschend schnell. Kaum ist Michael Ludwig (SPÖ) als Wiener Bürgermeister im Amt, gibt es schon einen satirischen Foto-Blog, der seinen Namen trägt: "Michael Ludwig Pointing At Things" lenkt den Blick auf Fotos, auf denen Ludwig offenbar seine Lieblingsgeste zum Besten gibt - den Fingerzeig. Auch, wenn der manchmal ins Leere geht.

Screenshot: michaelludwigpointingatthings.tumblr.com

Ob Müllsack ...

Screenshot: michaelludwigpointingatthings.tumblr.com

... ein Schild in der kanadischen Stadt Vancouver ...

Screenshot: michaelludwigpointingatthings.tumblr.com

... oder "Wachstum": Ludwig hat ganz offensichtlich seine Foto-Pose gefunden.

Screenshot: michaelludwigpointingatthings.tumblr.com

Ludwig ist nicht der erste Wiener Politiker, der mit einem satirischen Blog dieser Art bedacht wird: Stadträtin Ulli Sima hält offenbar gern Dinge - verdichtet dargestellt auf "Ulli Sima Holding Things".

Screenshot: ullisimaholdingthings.tumblr.com

Der Vorbild der beiden Wiener Blogs ist "Kim Jong-Il Looking At Things". Auf dem Tumblr-Blog des portugiesischen Designers João Rocha wurden ab 2010 Fotos veröffentlicht, auf denen der mittlerweile verstorbene nordkoreanische Diktator Dinge betrachtet: "Looking At Fish" steht unter diesem Exemplar - "betrachtet Fische". Der Blog war über die Jahre ein Liebling der Internet-Gemeinde, nach dem Tod des Kims wurde er zum Internet-Phänomen.

Screenshot: kimjongillookingatthings.tumblr.com

"Rosa Handtaschl" für Verteidigungsminister Kunasek

Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) will beim Bundesheer das Binnen-I abschaffen. Konkret pocht er auf das Aus für sämtliche Formulierungen, „die den Sprachfluss unnötig beeinträchtigen“. Das Frauennetzwerk Medien sieht darin einen bewussten „Backlash“ in der Frauenpolitik und verleiht ihm deshalb das „Rosa Handtaschl“. „Wenn Frauen nun auch nicht mal mehr sprachlich sichtbar sind, braucht sich Verteidigungsminister Mario Kunasek nicht wundern, wenn das mit dem höheren Frauenanteil beim Heer nicht funktioniert“, kritisiert Martina Madner, stellvertretende Vorsitzende des Frauennetzwerk Medien.

Mit der rosa „Trophäe“ weist das Netzwerk regelmäßig auf Äußerungen von Personen des öffentlichen Lebens hin, deren Frauenbild „von offensichtlichem Sexismus geprägt ist“, wie es heißt.

(c) Gunter Pusch, Flickr, „Neue Sturmgewehre für MP“. CC BY-NC-SA 2.0. Fotomontage: Frauennetzwerk Medien.

Strache beim verbotenen Rauchen erwischt

Die Regierung hat das allgemeine Rauchverbot, das mit 1. Mai hätte kommen sollen, aufgehoben – allerdings nur für Lokale, nicht für Hallen oder Festzelte. Am 1. Mai wurde nun ausgerechnet Vizekanzler Heinz-Christian Strache beim Rauchen in einem solchen Festzelt gefilmt, nämlich bei der 1. Mai-Kundgebung der FPÖ in Linz.  Strache dazu: „Für mich war das eine FPÖ-interne Veranstaltung, und mir war das allgemeine Rauchverbot im Zelt nicht bewusst.“ Er halte sich sonst immer an das Rauchverbot, vor allem, wenn es in Lokalen angeschrieben sei. „Ich entschuldige mich für diesen Irrtum.“ Der Gesetzgeber sieht bei Verstößen eine Verwaltungsstrafe bis zu 100 Euro vor, im Wiederholungsfall bis zu 1000 Euro. „Eine allfällige Strafe werde ich natürlich bezahlen“, kündigt der FPÖ-Chef an.

APA/.AT/WERNER KERSCHBAUM

Viel Rauch um ''Joint'' in ÖVP-Posting

Social Media und Politik gehen seit einigen Jahren Hand in Hand. Auch Markus Wallner, ÖVP-Landeshauptmann von Vorarlberg, postet auf seinem Account regelmäßig. Vor einigen Tagen hielt er ein Treffen mit Kanzler Sebastian Kurz fest. Im Hintergrund war ein Bild mit einer kubanischen Zigarrenrollerin zu sehen, die Zigarre verwechselten manche wohl mit einem Joint. Aus diesem Grund löschte Wallner das Foto und postete es noch einmal - mit einer Retusche: Nur diesmal ohne Zigarrenrollerin, stattdessen mit einem Landschaftsbild. Einem User fiel das neuerliche Posting mit dem neuen Hintergrund auf ("das Foto gab es schon mit anderem Bild an der Wand") - das Social Media Team des Landeshauptmanns reagierte darauf: Man habe zu diesem Theam einen klaren Standpunkt, deswegen hat man sich entschieden das Posting anzupassen". Ob damit das (legale) Rauchen von Zigarren oder das (illegale) Gras-Rauchen gemeint war, erschließt sich daraus jedoch nicht.

 

>> Link zu vol.at

(c) Land Vorarlberg/vol.at

FPÖ Schwarzach in Pongau verwechselt ihren Ort

Ein Name, zwei Orte - eine Verwechslung. Auf der Website der FPÖ von Schwarzach im Pongau (Salzburg) ist ein Foto des Ortes zu sehen. Allerdings - wie in den sozialen Medien geunkt wird - vom falschen Schwarzach. Abgebildet ist tatsächlich der Namensvetter des Ortes, der sich allerdings in Vorarlberg befindet.

Zudem, wie auf Twitter beanstandet wird, soll das falsche Foto auch mit einem falschen Bildcredit versehen worden sein. Genauer gesagt: die Nennung des Urhebers fehlt. 

(c) Screenshot: http://fpoe-pongau.at/schwarzach

Faßmann verrät Zugangscode zu Ministerbüro

Die ORF-Nachrichtensendung "Zeit im Bild 2" berichtete über das geplante Kopftuchverbot in Kindergärten und Volksschulen - und besuchte dafür Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) zum Interview an seinem Arbeitsplatz im Ministerium. Auf den Aufnahmen, die in der "ZiB 2" gezeigt wurden, war dann auch zu sehen, wie Faßmann die Tür zum Sekretariat öffnet - und vorher seinen Türcode eingibt. Die Zahlenkombination war für Zuseher klar erkennbar.

Und welches Passwort hat ein Minister? Seinen Geburtstag. Was ja gemeinhin als nicht besonders ratsam gilt. Das Ministerium ließ den Code mittlerweile ändern.

Die Presse

Rote Volkspartei?

Rot als Hintergrundfarbe, weiß die Schrift - und trotzdem stehen zwei verschiedene Parteien dahinter. Genauer gesagt darunter. Gemeint ist der anlaufende (Plakat-)Wahlkampf in Innsbruck, wo am 22. April Wahlen stattfinden.

Beim schnellen Hinsehen könnte man meinen, es handelt sich um die Plakate einer Partei - der Sozialdemokraten, deren traditionelle Farbe bekanntlich das Rot ist, während die Volkspartei in der Regel auf Schwarz - oder Türkis - setzt.

Auf Twitter unken daher so manche User: "Haben SPÖ und ÖVP dieselbe Werbeagentur?"

(c) Screenshot: Twitter

Marlboro-Shirts für Rauchverbot

"Hartinger-Klein: Rauchen kann tödlich sein!", wissen die Neos und verteilten 500 Gratis-T-Shirts - mit einem Aufdruck, der sich an FPÖ-Gesundheitsministerin Hartinger-Klein wandte. Sie hatte zuletzt im Parlament das Vorhaben der Regierung unterstützt, das generelle Rauchverbot in der Gastronomie zu kippen, was die Neos scharf kritisieren.

Rauch-Gegner konnten diese über eine eigens eingerichtete Website bestellen, die T-Shirts im Marlboro-Design waren rasch vergriffen. Bestellen können aktivistischere Teilnehmer der aktuellen Raucher-Debatte dort aber nach wie vor Stickerpackungen.

Neos/Screenshot Facebook

''Ist das ein Bondage-Club?''

Das Kippen des geplanten Rauchverbot in der Gastronomie wurde Ende Februar hitzig im Nationalrat diskutiert. Besonders in Erinnerung war das Meme-würdige Rede von Neos-Chef Matthias Strolz ("Ist das ein Selbstfesselungsverein dieser Regierung - ist das ein Bondage-Club, oder was ist mit euch?"). Der österreichische Video- und Sample-Künstler Kurt Razelli, der schon berühmte Sager von Frank Stronach und Marko Arnautovic sampelte, hat nun die mehrstündige Debatte im Nationalrat auf knapp 3,5 Minuten humoristisch zusammengefasst. In den weiteren Hauptrollen: Robert Lugar und Heinz-Christian Strache.

 

>> zum Video: Rauchen by Kurt Razelli

(c) Screenshot Youtube Kurt Razelli