Kommunalpolitik: Neuer, junger Chef für Klosterneuburg

Nach dem Rückzug des Langzeit-VP-Bürgermeisters Gottfried Schuh wird am Freitag der bisherige VP-Stadtrat Stefan Schmuckenschlager vom Gemeinderat zum Stadtchef gewählt.

VP-Stadtrat Stefan Schmuckenschlager.
VP-Stadtrat Stefan Schmuckenschlager.
(c) Clemens Fabry

Generationenwechsel im Rathaus in Klosterneuburg, der drittgrößten Stadt Niederösterreichs (ca. 25.000 Einwohner mit Hauptwohnsitz): Nach dem Rückzug des Langzeit-VP-Bürgermeisters Gottfried Schuh (65) wird am Freitag der bisherige VP-Stadtrat Stefan Schmuckenschlager vom Gemeinderat (VP und Grüne) zum Stadtchef gewählt. Der neue Mann ist 31 Jahre alt. Und, so kündigt er an: Er ist gekommen, um zu bleiben. Doch von Anfang an ausgemacht war das nicht.

Schuh hatte nach 24 Jahren Amtszeit den ÖVP-Landtagsabgeordneten Willibald Eigner (61) als Nachfolger ins Auge gefasst. Dieser stolperte aber über einen Bauskandal. Auf dem Gelände der historischen „Villa Meran“ in Klosterneuburg-Weidling sollten mehrere Wohnblöcke entstehen. Die dafür nötige Bebauungsdichte (40 Prozent) fand sich zwar in den Akten, war aber vom Gemeinderat nie beschlossen worden. Wie die Angaben in den Akt gekommen sind, ist derzeit Sache der – von Schuh eingeschalteten – Staatsanwaltschaft. Eigner – er ist Architekt – hat mit dem Bauprojekt insofern zu tun, als er an der Erstellung der Baupläne mitgearbeitet hat. Im Strudel der Ereignisse schlug Eigner ein (politischer) Vertrauensverlust entgegen. So öffneten sich die Tore für den jungen Schmuckenschlager.

Wie dieser – er ist Manager bei der Bundesbeschaffungsagentur – bei der Bevölkerung ankommt, wird die Gemeinderatswahl am 14.März zeigen. Zuletzt (2005) errang die in einer Koalition mit den Grünen regierende ÖVP 45 Prozent. Beim nächsten Urnengang will Schmuckenschlager „wieder über 40 Prozent kommen – und klare Nummer eins bleiben“: Auf seiner Agenda steht die Errichtung eines Medizin/Pharma-Clusters und eines Sozialmarktes. Ebenso eine Gemeindeförderung für Sicherheitstüren.

Wo sieht sich der Neue (schon dessen Vater und Großvater saßen im Gemeinderat) in zehn Jahren? „Jetzt sagen alle, ich sei zu jung, aber dann bin ich gerade im besten Bürgermeisteralter.“ Bis dahin sollte auch die Befürchtung zerstreut sein, dass Klosterneuburg ein generelles Problem mit der Baulobby hat.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.11.2009)

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