Junge Grüne in den Ländern protestieren gegen KPÖ-Bündnis

Man sei "massivst enttäuscht" von der "autoritären Vorgehensweise" in den vergangenen Monaten, heißt es in einem Offenen Brief. Die Wahlplattform zeigt sich unbeeindruckt und ortet breiten Rückhalt.

Teresa Griesebner und Junge Grünen-Bundessprecherin Flora Petrik
Teresa Griesebner und Junge Grünen-Bundessprecherin Flora Petrik
Teresa Griesebner und Junge Grünen-Bundessprecherin Flora Petrik – APA/HELMUT FOHRINGER

Mitglieder der Jungen Grünen auf Landes- und Bezirksebene protestieren gegen das Wahlbündnis von Vorstandsmitgliedern mit den Kommunisten. Man sei "massivst enttäuscht" von der Vorgehensweise in den vergangenen Monaten, heißt es in einem Offenen Brief vom Dienstag: "Wir Verfasser*innen verurteilen eure autoritäre Vorgehensweise aufs Schärfste."

"Schon seit längerem fühlen wir uns nicht mehr repräsentiert von einem Bundesvorstand, der uns in keinerlei Entscheidungen über die Zukunft unserer Organisation einbindet", heißt es in dem Offenen Brief weiter. Entschlüsse wie der "Angriff auf die Grünen im März" oder die am Montag angekündigte Kooperation mit der KPÖ seien ohne jegliche Einbeziehung der Basis im Alleingang des Bundesvorstands gefasst worden.

Die Mitglieder der Jungen Grünen appellieren nun an die Integrität des Vorstands, "nach dem gestrigen politischen Outing auch die personellen Konsequenzen zu ziehen, die Jungen Grünen mit sofortiger Wirkung zu verlassen und damit den vielen verbleibenden Aktivist*innen, die weiterhin Teil der Grünen Bewegung bleiben möchten, die Möglichkeit zu geben, beim Bundeskongress im Juli einen Neustart der Organisation zu schaffen".

Wahlplattform betont breiten Rückhalt

Jene Mitglieder der Jungen Grünen, welche die Wahlplattform mit der KPÖ initiiert haben, zeigen sich von dem Offenen Brief unbeeidruckt und orten intern breiten Rückhalt für ihre Entscheidung. Im Vorfeld seien Gespräche mit über hundert Funktionären geführt worden, hieß es am Dienstag in einer Aussendung. Die Rückmeldungen seien "sehr positiv" gewesen. Der Protestbrief sei zudem nur von 13 Mitgliedern unterzeichnet worden.

Die "Plattform PLUS" sei als "Option für alle motivierten AktivistInnen" vorbereitet worden. "Klar ist, dass Debatten über diese hochsensiblen Gespräche nicht in aller Öffentlichkeit oder im Internet geführt werden konnten. Eine öffentliche Debatte hätte einer Mehrheit der Mitglieder diese Option verbaut", begründeten jene Jungen Grünen, die nun mit den Kommunisten kooperieren, ihre Vorgehensweise.

Aufgabe des Vorstands der Jungen Grünen sei es, im Sinne der Statuten und im Sinne der Mehrheit zu handeln", rechtfertigte man sich weiter. Die Meinungen der 13 Personen, die den Offenen Brief unterzeichnet haben, seien wichtig - "aber 13 FunktionärInnen sind sicher nicht 'die Basis'". Zudem hätten einige von ihnen die Funktionen, die angeführt wurden, gar nicht inne.

(APA)

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