Ein TV-Heimspiel für Sebastian Kurz

Der ÖVP-Spitzenkandidat meint am Montag Abend zu Islam-Kindergärten im Puls 4-Sommergespräch: „Ich brauche keine Studien, um zu wissen, dass das falsch läuft, was da abläuft.“

Sebastian Kurz
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APA/HERBERT PFARRHOFER

Problem Islam-Kindergärten, Schließung der Westbalkan-Route und der Mittelmeer-Route: Das waren die zentralen Themen des Sommergesprächs in Puls 4 mit Außenminister Sebastian Kurz am Montag Abend. Drei Viertel der Zeit gab es damit ein klassisches Heimspiel für den Spitzenkandidaten der ÖVP. Und die Nummer eins in allerlei Umfragen erlaubte sich keinen Fehler, nicht einmal Schnitzer, auf den viele ja lauern.

Den Vorwurf der Verfälschung und Nachschärfung einer Kindergarten-Studie durch zwei Beamte seines Hauses wies Kurz erneut zurück. Studienautor Ednan Aslan habe festgestellt, das die Studie auf Punkt und Beistrich von ihm stamme.

Staat soll Parallelgesellschaft nicht fördern

Kurz im O-Ton: „Wenn Kinder in türkisch-islamischen Kindergärten, in arabisch-islamischen Kindergärten religiös, ethnisch und sprachlich abgeschottet sind, führt das zu einer Parallelgesellschaft. Das sollte der Steuerzahler nicht fördern.“

Und weiter: „Ich brauche keine Studien mehr, um zu wissen, dass das falsch läuft, was da abläuft.“ Ihm gehe es nicht darum, irgendjemanden zu diskriminieren, sondern die Integration zu fördern, das könne nur funktionieren, „wenn Durchmischung stattfindet“. Er finde es bedenklich, wie mit jenen, die „unangenehme Wahrheiten“ ans Tageslicht brächten, umgegangen werde.

Ton hat sich verschärft

Er gab einem Fragesteller aus dem Publikum recht, dass sich der Ton in der Debatte über Flüchtlinge verschärft habe. Kurz macht die Flüchtlingskrise dafür verantwortlich. Die Überforderung des Staates und das Durchwinken von Flüchtlingen habe zu einer Verschärfung des Tons geführt und dazu, „dass in der Bevölkerung die Wogen hochgehen“. Und Kurz wörtlich: „Ich möchte natürlich die Zuwanderung in unser Sozialsystem beenden.“ Allzu groß ist die inhaltliche Differenz zur FPÖ da nicht (mehr). Und das Warten auf den Fehler geht weiter.

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