Martin Graf: Rückkehr eines Umstrittenen

Nachdem die strafrechtlichen Ermittlungen eingestellt sind, will der 57-Jährige zurück ins Parlament.

Ex-Nationalratspräsident Martin Graf.
Ex-Nationalratspräsident Martin Graf.
Ex-Nationalratspräsident Martin Graf. – (c) APA/GEORG HOCHMUTH

Wien. Während der durch antisemitische Zwischentöne aufgefallene FPÖ-Mandatar Johannes Hübner nicht mehr für den Nationalrat kandidieren wird, kündigt sich in blauen Kreisen das Comeback eines anderen umstrittenen Freiheitlichen an. Martin Graf, von 2008 bis 2013 Dritter Nationalratspräsident, will zurück ins Parlament.

Graf soll nach Informationen der Austria Presseagentur bei der kommenden Nationalratswahl an wählbare Stelle auf der FPÖ-Liste kandidieren. 2013 hatte Graf, der im Mittelpunkt verschiedener Vorwürfe stand, auf eine Kandidatur verzichtet. Von „politischer Hetze“ gegen ihn hatte Graf damals gesprochen, gleichzeitig aber ein späteres Comeback in die Politik nicht ausgeschlossen.

Graf war nicht nur in der Kritik, weil er Mitglied der weit rechts stehenden Burschenschaft Olympia ist und einige seiner einstigen Mitarbeiter in rechtsextremen Kreisen aktiv gewesen sein sollen. Auch im Zusammenhang mit seiner früheren Funktion als Geschäftsführer des Forschungszentrums Seibersdorf sowie seiner Rolle in der Privatstiftung Meschar stand der Freiheitliche unter Beschuss. Eine 90-jährige Wienerin hatte Graf beschuldigt, als Vorstand ihrer Privatstiftung zu ihrem Nachteil gehandelt zu haben.

Das Verfahren in der Causa Seibersdorf (der Vorwurf lautete unter anderem auf Untreue und Förderungsmissbrauch) wurde 2014 eingestellt. Auch rund um die Stiftung Meschar stellte die Staatsanwaltschaft 2015 ihre letzten Untersuchungen ein. Gegen Graf und weitere Stiftungsvorstände war wegen Untreue und Betrugs ermittelt worden.

Graf (57) saß schon von 1994 bis 2002 sowie von 2006 bis 2013 im Parlament. (red/APA).

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.08.2017)

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