Sophie Karmasin: „Ja, es ist ein Abschied“

"Presse" exklusiv. Die Familienministerin steht der ÖVP "nicht mehr als Ministerin zur Verfügung". Die Quereinsteigerin kehrt in die Privatwirtschaft als Motivforscherin zurück.

Sophie Karmasin beim Gespräch mit Rainer Nowak und Iris Bonavida
Sophie Karmasin beim Gespräch mit Rainer Nowak und Iris Bonavida
Sophie Karmasin beim Gespräch mit Rainer Nowak und Iris Bonavida – (c) Mirjam Reither (Presse)

Für Familienministerin Sophie Karmasin sind es die letzten Wochen als Regierungsmitglied. Die Quereinsteigerin zieht nämlich einen Schlussstrich unter ihre Karriere als Politikerin: „Ja, es ist ein Abschied“, sagt Sie im Gespräch mit der „Presse“. Denn: „Ich werde nicht in den Nationalrat gehen – und ich werde auch nicht mehr als Ministerin zur Verfügung stehen.“

Die Gründe? Davon gibt es laut Karmasin zwei: „Erstens war mir immer klar, dass ich mir treu bleibe. Ich habe mir und meiner Familie versprochen, dass ich mich zwar in dieser Legislaturperiode mit aller Kraft für die Familien in Österreich einsetzen werde. Zweitens wollte ich nie Berufspolitikerin werden.“ Daher werde sie „auch wieder in meinem angestammten Beruf der Meinungs- und Motivforschung zurückkehren“. Das ausführliche Interview erscheint in der „Presse am Sonntag“.

Mit dem neuen Parteichef habe die Entscheidung nichts zu tun, im Gegenteil: „Damit hier kein Missverständnis aufkommt: Ich unterstütze Sebastian Kurz und seine Bewegung voll und ganz.“ Er sei auch immer für sie da gewesen, um über Themen zu diskutieren. Für Karmasin sei es allerdings Zeit, sich wieder auf ihre ursprüngliche Karriere zu konzentrieren.

„Politik hat eigene Spielregeln“

Die Entscheidung, vor knapp vier Jahren in die Politik zu wechseln, bereue sie aber nicht. „Ich würde es wieder tun und auch anderen raten, es zu machen.“ Ob es ein Abschied mit Wehmut sei? „Gewisserweise schon, ja“, antwortet Karmasin. „Ich habe den Job sehr, sehr gern gemacht.“

Schwierigkeiten habe es aber schon auch gegeben. „Ich will nicht bestreiten, dass Politik mit ihren eigenen Spielregeln funktioniert. Das muss man erst lernen.“ Auch dass es innerhalb der eigenen Partei, also der ÖVP, Widerstand gab, kann sie nicht leugnen: „Bei vielen Themen gab es immer wieder Diskussionen, auch intern. Widerstand gibt es dann, wenn Veränderung stattfindet.“

Seit Dezember 2013 Ministerin

Die 50-jährige Wienerin ist seit Dezember 2013 in der Regierung. Der damalige Vizekanzler und ÖVP-Chef, Michael Spindelegger, bot ihr das Familien- und Jugendressort an. Zuvor waren die Agenden bei Reinhold Mitterlehner im Wirtschaftsministerium – also ihrem zweiten (Partei-)Chef. Zuvor leitete sie das Meinungsforschungsinstitut Karmasin Motivforschung, ein Familienunternehmen.

Zur Person

Sophie Karmasin (50) kam im Dezember 2013 in die Bundesregierung. Sie ist für die ÖVP Familien- und Jugendministerin. Zuvor leitete die Mutter zweier Söhne seit 2006 das von ihren Eltern geführte Meinungsforschungsinstitut. Sie hat Psychologie und Betriebswirtschaftslehre studiert.

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