Strache zwischen Kurz, Pilz und „Friendly Fire“

BZÖ-Dimensionen wird die FLÖ mangels Jörg Haider eher nicht erreichen, aber auch sie tritt bundesweit an und könnte Strache dann doch Stimmen wegnehmen.

(c) REUTERS

Wien. Die FPÖ-Spitzen aus Bund und Ländern kamen am Dienstag zu einer Strategiesitzung in Salzburg zusammen. Der Termin war schon länger geplant, aber möglicherweise musste im letzten Moment eine kleine Programmänderung vorgenommen werden. Tags zuvor war nämlich bekannt geworden, dass Parteiurgestein Barbara Rosenkranz, im Jahr 2010 immerhin Bundespräsidentschaftskandidatin der FPÖ, zur Freien Liste Österreich wechseln würde. Die FLÖ wurde vom ehemaligen Salzburger FPÖ-Landesrat Karl Schnell gegründet, einem anderen blauen Urgestein.

Erwächst der FPÖ da eine neue Konkurrenz? BZÖ-Dimensionen wird die FLÖ mangels Jörg Haider eher nicht erreichen, aber auch sie tritt bundesweit an und könnte Heinz-Christian Strache dann doch Stimmen wegnehmen. Schnell verlangt einen Zuwanderungsstopp, sieht die EU sehr kritisch und wird nicht müde, die „etablierten Parteien“ zu kritisieren. Rosenkranz wiederum möchte, dass 100.000 Bürger eine Volksabstimmung beantragen können, wie sie dem „Standard“ sagte. Auch das könnte – Stichwort direkte Demokratie – dem FPÖ-Programm entlehnt sein.

 

Rechts von Kurz

Das ist unangenehm für Strache, aber nicht sein Hauptproblem bei dieser Wahl. Das heißt Sebastian Kurz. In Zuwanderungsfragen hat sich die ÖVP unter ihrem neuen Chef ein Stück nach rechts bewegt. Weshalb der FPÖ-Plan, in der politischen Mitte salonfähig zu werden, wohl ad acta gelegt werden muss. Strache kündigte bereits eine „Österreich zuerst“-Kampagne an.

Und dann wäre da noch der unerwartete Nebenbuhler. Der ehemalige Grüne Peter Pilz will den Freiheitlichen Protestwähler abwerben, indem er den politischen Islam zur größten Gefahr für das europäische Abendland erklärt. Einige FPÖ-Gemeinderäte hätten bereits bei der Liste Pilz angedockt. Sagt Peter Pilz. Namen hat er allerdings noch keine genannt.

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