Robert Lugar: Rückkehr in die blaue Heimat

Parteifarbe wechsle dich: Lugar kam über die FPÖ in die Politik, mit dem BZÖ ins Parlament, war "wild", beim Team Stronach und kehrt nun zu seinen Anfängen zurück.

Robert Lugar
Robert Lugar
Robert Lugar – APA/HANS KLAUS TECHT

Einmal geht's noch, Robert Lugar, bis vor wenigen Tagen Team Stronach-Klubchef wechselt wieder die Partei. Es ist eine Rückkehr zu den Freiheitlichen, kam er doch ursprünglich über die FPÖ in die Politik. Der Einzug ins Hohe Haus erfolgte über das BZÖ und nun will Lugar weiterhin die Abgeordnetenbank drücken: Er kandidiert bei der Nationalratswahl auf dem achten Listenplatz der FPÖ.

Als einer der ersten Fans von Milliardär und Parteigründer Frank Stronach sorgte der Nationalratsmandatar Lugar 2013 mit seiner Unterschrift dafür, dass sich das Team Stronach das Unterschriftensammeln für das Antreten bei der Nationalratswahl erspart. Er selbst war 2011 aus dem BZÖ ausgeschieden und wirkte fortan als "wilder" Abgeordneter. "Das Team Stronach ist für mich ein Geschenk des Himmels", frohlockte Lugar dann und ließ auch später die Launen des Parteichefs über sich ergeben.

Die Geschichte der jungen, zunächst finanzstarken Partei war wechselvoll. Ähnlich wie das Team Stronach sein Personal aus dem BZÖ rekrutiert hatte, erging es der Partei später selbst. Kathrin Nachbaur und Marcus Franz etwa waren prominente Abgänge in Richtung ÖVP - diese trennte sich später allerdings wieder von Franz. Lugar blieb, jedenfalls bis zur jüngsten Auflösung der Parlamentsfraktion.

Kern, ein "organisierter Schlepper"

Im Parlament war Lugar etwa im Hypo-Untersuchungsausschuss tätig. Einen Ordnungsruf im Nationalrat handelte sich der Abgeordnete im März dieses Jahres ein, nachdem er Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) als "organisierten Schlepper" bezeichnet hatte - den Ordnungsruf erteilte sein nunmehriger Parteikollege Norbert Hofer.

Parteigründer Frank Stronach stellte seine politischen Ambitionen längst ein und drehte den Geldhahn zu. Auch der Name des Austro-Kanadiers darf von der Partei nicht mehr verwendet werden. Im Frühsommer hieß es noch, man sei auf der Suche nach einem Spitzenkandidaten, wenig später wurde das Antreten gänzlich abgesagt. Diese Woche gipfelten die Auflösungstendenzen schließlich im Verlust des Klubstatus' im Parlament.

Nach dem Austritt Lugners bestätigten sich die Gerüchte, der gebürtige Tiroler wechselt zurück in die freiheitliche Familie. Zwar habe er in den letzten Jahren im Team Stronach gewirkt, sei aber auch dort für freiheitliche Werte eingestanden. "Ich kann keine andere Politik machen, denn ich bin im Herzen freiheitlich", meinte Lugar bei der Bekanntgabe seiner Kandidatur. Von Platz 8 aus soll der Einzug gelingen. Mit seinem neuen Parteiobmann Heinz-Christian Strache habe er sich ausgesprochen, betonten beide.

Biografische Daten: Robert Lugar wurde am 9. Juli 1970 in Innsbruck geboren. Lehre zum Elektroinstallateur, selbstständig in der Wasseraufbereitung. Seit 28. Oktober 2008 im Nationalrat. Verheiratet, zwei Kinder.

(APA)

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