Elisabeth Köstinger: Von der Landwirtschaft ins Hohe Haus

Aus dem EU-Parlament in die Parteizentrale nach Wien und weiter ins Hohe Haus: Erst im Mai 2017 hat der neue ÖVP-Obmann Sebastian Kurz seine langjährige Vertraute in die Parteizentrale geholt und Elisabeth Köstinger zur Generalsekretärin gekürt. Wenige Monate später, im November, steigt die Europamandatarin und Bauernbündlerin aus Kärnten nun zur Ersten Nationalratspräsidentin auf - ob vorübergehend oder dauerhaft, ist allerdings noch offen.

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Köstinger wurde am 22. November 1978 in Wolfsberg, Kärnten, geboren und wuchs in einem landwirtschaftlichen Betrieb im Granitztal auf. Landwirtschaft ist bei ihr Programm und so wundert es nicht, dass sie das junge, weibliche Gesicht des Bauernbundes ist, dessen Vizepräsidentin Köstinger auch ist.

Für den ländlichen Raum engagierte sie sich schon in jungen Jahren und war für die Landjugend von 2002 bis 2006 als Bundesleiterin tätig. Einige Jahre stand sie zudem der Jungbauernschaft als Bundesobfrau vor (2007 bis 2012).

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Den Einzug ins Europaparlament nach Straßburg bzw. Brüssel schaffte sie erstmals 2009 und erneut 2014, das jeweils mit hervorragenden Vorzugsstimmen-Resultaten. Die Abgeordnete ist nun stellvertretende Leiterin der ÖVP-Delegation und Landwirtschafts-, Umwelt- und Frauensprecherin ihrer Delegation.

Apropos Positionen: Köstinger sitzt auch dem Ökosozialen Forum Europas vor und ist Vizepräsidentin des Ökosozialen Forums Österreichs.

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In der Partei übte die 38-Jährige ebenfalls schon hochrangige Funktionen aus und war eine der Stellvertreterinnen des zurückgetretenen Obmanns Reinhold Mitterlehner (Bild) - und als solche auch im verkleinerten Bundesparteivorstand vertreten. Den neuen Parteichef Sebastian Kurz kennt sie bestens. Sie zählt zum engsten Führungskreis um den neuen Parteichef, ist seine Vizevorsitzende in der Politischen Akademie der ÖVP. Köstinger gilt zudem als Anwärterin auf ein Ministeramt in einer neuen Regierung.

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Die 38-Jährige ist auch in den Sozialen Medien sehr aktiv. Neben ihrer Homepage www.elli-koestinger.at, wo sie über ihre Tätigkeit im Europaparlament informiert (mittleweile ganz im türkisen Stil der "neuen Volkspartei") und "Nein zum Chlorhendl" sagt, postet sie regelmäßig auf ihrer Facebook- und Twitter-Seite. Nicht nur für ihre Freunde ist sie die "Elli Köstinger", auch auf ihren öffentlichen Social Media Accounts heißt sie so.

(c) Screenshot: www.elli-koestinger.at

Ausgleich zum politischen Alltag dürfte die gebürtige Kärntnerin beim Sport finden. So erfuhren ihre Follower auf Instagram, dass sie im Frühjahr ihren ersten Halbmarathon in Triest absolvierte und auch beim Wintersport zeigte sie sich dort.

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