Edtstadler will Außenstelle von Mauthausen nach Wien holen

Die neue Staatssekretärin im Innenministerium will Kindern die Ereignisse in der NS-Zeit "pädagogisch vermitteln". Und wirbt für das Aus der privaten Asylwerber-Unterkünfte.

 Karoline Edtstadler, Staatssekretärin im Innenministerium
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 Karoline Edtstadler, Staatssekretärin im Innenministerium
Karoline Edtstadler, Staatssekretärin im Innenministerium – imago/SKATA

Die neue Staatssekretärin im Innenministerium, Karoline Edtstadler, will, dass Asylverfahren "möglichst schnell über die Bühne gehen". Denn, so warnte sie am Mittwoch im Gespräch mit dem "Kurier", würden die Verfahren zu lange dauern, "haben sich Asylwerber in manchen Fällen bereits integriert und verfestigt, Abschiebungen sind dann noch schwieriger – auch für die betroffenen Beamten".

Verhindern möchte Edtstadler auch "Asylgroßzentren außerhalb der Stadt (Wien, Anm.), weil sich dann Parallelgesellschaften bilden und die Delinquenz steigt". Damit wirbt sie für ein im Regierungsprogramm verankertes Vorhaben, nämlich: "Die Regierung will aber von der individuellen Unterbringung wegkommen, um die Verfahren zu beschleunigen." Edtstadler dazu: "Das unterstütze ich."

>>> Das Regierungsprogramm zum Download

Dem Argument, dass die Dauer der Verfahren doch an den Behörden, nicht an der Unterkunft liege, entgegnete Edtstadler ein "Jein". Denn, es geschehe öfters, dass "Asylwerber oft plötzlich weg" seien. "Sie sollen in den Zentren versorgt sein, damit sie die Zeit gut überbrücken können."

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Erst, wenn klar sei, dass jemand asylberechtigt oder subsidiär schutzberechtigt ist, sei es "erwünscht, dass diese Personen in die Mitte unserer Gesellschaft geholt werden, und dass sich auch Private engagieren, und dass man sich mit den Kulturen, die da reinkommen, beschäftigt". Erst aber komme das staatliche Prüfverfahren.

Ob das bedeutet, dass die rund 22.000 Asylwerber, die österreichweit derzeit in Privatunterkunft leben, in Zentren übersiedelt würden, beantwortete die Staatssekretärin vage: "Das wird bei der Regierungsklausur besprochen." Wie viele und wie große Zentren es geben wird, hänge außerdem auch davon ab, "ob es gelingt, die illegale Migration zu stoppen".

Gedenkstätte Mauthausen: "Suchen nach einem Haus"

Zuständig zeichnet Edtstadler außerdem für die Gedenkstätte Mauthausen. Derzeit würden "gerade die vielen Anlässe" gesichtet. "Wir suchen gerade nach einem Haus in Wien, um darin eine Außenstelle der Gedenkstätte Mauthausen unterzubringen, damit Kindern, die keine Gelegenheit mehr haben, mit Überlebenden zu reden, diese Seite der Geschichte pädagogisch vermittelt wird."

Gedenkstätte Mauthausen

Das Konzentrationslager Mauthausen war das größte Konzentrationslager der Nationalsozialisten auf österreichischem Boden. In dem Lager sowie den Nebenlagern sind rund 100.000 Menschen getötet worden. Seit 1947 befindet sich auf dem Gebiet eine Gedenkstätte.

>>> Interview im "Kurier"

(Red.)

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