Wiener Ärztekammer startet Volksbegehren für Rauchverbot

Es sei eine "Schande", dass es eines solchen Kraftakts überhaupt bedürfe, sagt Ärztekammer-Präsident Szekeres.

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Symbolbild – (c) APA/HELMUT FOHRINGER (HELMUT FOHRINGER)

Die Wiener Ärztekammer macht gegen den blauen Dunst mobil: Das Präsidium der Interessensvertretung hat am Freitag Schritte zur Einleitung eines Volksbegehrens für die Beibehaltung des Nichtrauchergesetzes - das auch ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie beinhaltet - beschlossen. Das teilte die Kammer in einer Aussendung mit.

Der Beschluss im Präsidium sei einstimmig gefallen, wurde betont. Das Kammeramt sei beauftragt worden, alle rechtlichen Erfordernisse entsprechend vorzubereiten. Es sei eine "Schande", dass es eines solchen Kraftakts überhaupt bedürfe, sagte der Präsident der Wiener und der österreichischen Ärztekammer, Thomas Szekeres.

"Das sind wir unseren Patienten einfach schuldig"

Schon derzeit gehöre Österreich hinsichtlich Gesundheitsvorsorge und Prävention zu den Schlusslichtern Europas. Die Ärztekammer habe sich zu dieser "wohl nicht alltäglichen" Maßnahme entschlossen, um doch noch der "Vernunft in Österreich" zum Durchbruch zu verhelfen: "Das sind wir unseren Patienten einfach schuldig."

Die Abkehr vom Nichtrauchergesetz 2015 und vom generellen Rauchverbot in der Gastronomie würde laut Ärztekammer massive gesundheitliche Auswirkungen auf große Bereiche der Bevölkerung haben, warnte Szekeres. Es sei ein Faktum, dass ein Drittel aller Krebserkrankungen auf Rauchen zurückzuführen sei. Generelle Rauchverbote in anderen EU-Ländern hätten weiters gezeigt, dass damit Herzinfarkte, Atemwegserkrankungen, Angina Pectoris sowie die Frühgeburtenrate und die Anzahl der zu kleinen Neugeborenen reduziert werden konnten.

Eine "enge Partnerin" des Volksbegehrens soll die Österreichische Krebshilfe werden, teilte die Kammer mit. Kommende Woche sollen hier die Details besprochen werden. Auch andere Institutionen seien eingeladen, die Initiative zu unterstützen, hieß es.

Rendi-Wagner unterstützt Volksbegehren

Auch die ehemalige Gesundheitsministerin und nunmehrige SPÖ-Gesundheitssprecherin Pamela Rendi-Wagner unterstützt das angekündigte Volksbegehren. Denn die Pläne von Schwarz-Blau, das Rauchverbot zu kippen, seien angesichts von 13.000 Menschen, die jedes Jahr an den Folgen des Rauchens sterben, nicht nachvollziehbar.

"Bereits 430.000 Menschen haben die Don't Smoke Petition der österreichischen Krebshilfe unterzeichnet. Das zeigt ganz deutlich, dass das Thema den Menschen wichtig ist und das Rauchverbot in der Gastronomie bleiben muss", sagte Rendi-Wagner in einer Aussendung am Freitag. Sie sei davon überzeugt, "dass sich eine breite Allianz über alle Parteien hinweg finden wird, die das Volksbegehren unterstützt und dem Nichtraucherschutz in Österreich zum Durchbruch verhilft".

(APA)

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