NS-Lieder: Alle Mitglieder der Burschenschaft sollen befragt werden

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen vier Verdächtige, die für das 1997 neu aufgelegte Liederbuch mit NS-verherrlichenden Inhalten verantwortlich zeichneten.

Udo Landbauer
Udo Landbauer
Udo Landbauer – APA/ROBERT JAEGER

Das Ermittlungsverfahren in der Causa NS-Liederbuch der Burschenschaft Germania zu Wiener beschäftigt die dortige Staatsanwaltschaft weiterhin. Wie lang die Untersuchungen dauern werden, lasse sich nicht abschätzen, hieß es am Donnerstag bei einer Pressekonferenz zur Jahresbilanz der Anklagebehörde.

Das Landesamt für Verfassungsschutz erhebe derzeit die Mitglieder der Burschenschaft. Diese sollen unter anderem darüber Auskunft geben, ob bzw. bis wann das Liederbuch in Verwendung war. Eine Frage ist auch, wann die inkriminierten Texte geschwärzt wurden. Laut "Kurier" sind bisher 23 von rund 70 Burschenschaftern befragt worden.

Verjährungsfrist: zehn Jahre

Konsequenz der Causa war bisher neben dem Rücktritt von Udo Landbauer, FPÖ-Spitzenkandidat für die niederösterreichische Landtagswahl am 28. Jänner, von all seinen politischen Funktionen - er verließ auch die Burschenschaft - die Einsetzung einer Historikerkommission zur Aufarbeitung der Geschichte des Dritten Lagers durch Bundesparteichef Vizekanzler Heinz-Christian Strache.

Seitens der Staatsanwaltschaft wird gegen vier Verdächtige ermittelt, die für das 1997 neu aufgelegte Liederbuch mit NS-verherrlichenden Inhalten verantwortlich zeichneten. Die Verjährungsfrist betrage zehn Jahre - relevant dafür sind laut Staatsanwaltschaft die Zeitpunkte, wie lang das Buch verwendet und wann das Lied gesungen wurde bzw. die Schwärzung. Die Buchproduktion allein wäre also verjährt.

FPÖ: Die Burschenschafter im Nationalrat

(APA/Red.)

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