Graf-Burschenschaft lädt "Rassentheoretiker" ein

Die Burschenschaft Olympia, der auch Nationalratspräsident Graf angehört, sorgt wieder für Aufregung. Grund ist ein Vortrag zu "Rasse, Evolution und Verhalten". Die SPÖ ortet einen "Skandal".

Martin Graf
Martin Graf
(c) Presse (Michaela Bruckberger)

Die Burschenschaft Olympia steht einmal mehr im Kreuzfeuer der Kritik. Die Burschenschaft lädt zu einem Vortrag des "Rassentheoretikers" Philippe Rushton. Laut Einladung sind Kern von Rushtons Thesen die "massiven genetisch bedingten Unterschiede zwischen der asiatischen, der weißen sowie der schwarzen Großrasse". Dies betreffe nicht nur Äußerlichkeiten, "sondern auch innere Fähigkeiten und Veranlagungen".

Rushtons Studien zufolge gibt es eine "Überlegenheit der asiatischen Rasse" etwa bei Intelligenz und Lebenserwartung - "dicht gefolgt von der weißen Rasse". "Auf der anderen Seite der Skala aber befindet sich mit deutlichem Abstand der Durchschnitt der schwarzen Rasse", heißt es in der Einladung weiter. Diese "führe" bei Studien über "den Testosteronspiegel, den Muskelaufbau, aber auch bei Kriminalitätsraten, außerehelicher Kinder sowie HIV-Infizierungen".

"Graf muss sich distanzieren"

SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas erklärte am Montag, die Burschenschaft liefere den "nächsten Skandal". Der dritte Nationalratspräsident Martin Graf (FPÖ), Mitglied bei der Olympia, müsse sich "endlich vom rechtsextremen Gedankengut und der Deutschtümelei der Olympia distanzieren und austreten". Andernfalls solle Graf als Nationalratspräsident zurücktreten, forderte Rudas.

Empört reagierten auch die ÖH und die Grünen & Alternativen StudentInnen (GRAS). "Es zeigt sich einmal mehr, wie rechtsextremes Gedankengut unter der politischen Billigung des dritten Nationalratspräsidenten verbreitet werden darf", erklärte Veronika Helfert aus dem Vorsitzteam der ÖH Uni Wien. "Wissenschaft wird hier zum Pseudonym für längst überkommene menschenverachtende Thesen und rassistische Hetze", kritisierte GRAS-Aktivistin Lisa Breit.

Graf war zuletzt in die Kritik geraten, als er eine Nationalrats-Sitzung vorzeitig verließ, um einen Burschenschafter-Ball zu besuchen. Die SPÖ hat vergangene Woche Anzeige gegen die Olympia erstattet. Auf der Homepage der Verbindung sei ein Beitrag veröffentlicht worden, der NS-Verbrechen verharmlose.

(Red.)

Lesen Sie mehr zum Thema