Herr Minister, Frau Präsidentin ... gehört der Frauentag abgeschafft?

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Der Internationale Frauentag am 8. März stellt alljährlich die Frau, die Freundin, die Mutter, die Tochter - und alle weiteren weiblichen Rollen in den Fokus. Muss das sein? Ist die Gleichberechtigung nicht ohnehin (fast) erreicht? Und warum hat eine schwangere Politikerin (jüngste Beispiele: die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern und ÖVP-Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger) noch immer Seltenheitswert? Die "Presse" hat nachgefragt - bei Kanzler, Ministern, Landeschefs und Oppsoitionspolitker-Innen. Nicht alle bezogen Stellung, andere fanden deutliche Worte.

Von Hellin Jankowski und Marlies Kastenhofer

(c) REUTERS (Tyrone Siu)
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Herr Kanzler Sebastian Kurz, dürfen wir Sie fragen...

…, wie lange es den Frauentag noch geben sollte?
Unabhängig von den Errungenschaften und dem Fortschritt in einem bestimmten Bereich ist es immer gut, sich Zeit zu nehmen, um ein Thema oder Anliegen ganz besonders zu beleuchten und zu thematisieren. Aus meiner Sicht soll der Frauentag also noch lange Zeit bleiben. Frauenpolitik soll aber nicht auf einen einzigen Tag im Kalender reduziert werden.

..., ob es überholt ist, Schwangerschaft in der Politik als etwas Besonderes zu betrachten?
Ein Baby zu bekommen ist etwas Schönes und Besonderes, weil ein neues Leben entsteht und unsere Gesellschaft sowie die Familien bereichert – unabhängig in welchem Bereich die Eltern tätig sind.

…, welche Maßnahmen es braucht, damit Frauen und Männer vollends gleichberechtigt sind?
Wir müssen an vielen Schrauben drehen, an konkreten Maßnahmen wie der Kinderbetreuung oder der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Vor allem geht es aber auch um  Bewusstseinsbildung in der Gesellschaft und Vorbildwirkung. Mehr Frauen in Führungspositionen muss ebenso gefördert werden wie der Kampf gegen Altersarmut, der besonders Frauen trifft. In meinem direkten Umfeld arbeite ich mit zahlreichen Frauen in Führungspositionen zusammen. Im Bundeskanzeleramt gibt es zum Beispiel mehr weibliche Sektionsleiter als männliche.

APA/HERBERT PFARRHOFER
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Herr Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ), dürfen wir Sie fragen….

…, wie lange es den Frauentag noch geben sollte?
An eine Abschaffung ist  wohl erst zu denken, wenn die Gleichberechtigung der Geschlechter weltweit erreicht ist. Und selbst dann wäre es ratsam, ihn beizubehalten, um sich zu erinnern, wie weit die Gesellschaft vorangekommen ist.

..., ob es überholt ist, Schwangerschaft in der Politik als etwas Besonderes zu betrachten?
Schwangerschaft ist immer etwas Besonderes, egal in welchem Lebensumfeld. Aber ebenso sollte die Schwangerschaft bei Politikerinnen als etwas vollkommen Normales betrachtet und nicht die immer gleiche Frage gestellt werden, ob sie es dann noch schaffen, ihr Amt auszuüben. Sie schaffen das genauso wie andere Frauen, die schwanger und berufstätig sind.

…, welche Maßnahmen es braucht, damit Frauen und Männer vollends gleichberechtigt sind?
Es braucht gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit, also die Gleichstellung von Frauen am Arbeitsmarkt, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, soziale Sicherheit für Frauen, auch im Alter, eine bessere Unterstützung von Schwangeren und verstärkte Gewaltprävention.

Die Presse
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Herr SPÖ-Chef Christian Kern, dürfen wir Sie fragen….

…, wie lange es den Frauentag noch geben sollte?
Den Frauentag soll es noch lange geben, aber möglichst bald nur noch als Erinnerung an vergangene und überwundene Ungerechtigkeiten.

..., ob es überholt ist, Schwangerschaft in der Politik als etwas Besonderes zu betrachten?
Ja, das ist meiner Meinung nach überholt.

…, welche Maßnahmen es braucht, damit Frauen und Männer vollends gleichberechtigt sind?
Hierfür werden nicht drei oder auch fünf Maßnahmen reichen, sondern feministisches Denken und Handeln muss einen festen Platz im Alltag erhalten. Wichtige Punkte aus sozialdemokratischer Sicht sind dabei etwa Lohntransparenz und mehr Wahlfreiheit für Frauen durch einen Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen und bessere Pflege für alte Menschen.

Die Presse
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Frau Neos-Abgeordnete Irmgard Griss, dürfen wir Sie fragen...

…, wie lange es den Frauentag noch geben sollte?
Solange Frauenpolitik noch ein Thema ist. Und das wird so lange sein, so lange nicht alle Frauen ihr Leben selbstbestimmt gestalten können – genauso wie Männer.

..., ob es überholt ist, Schwangerschaft in der Politik als etwas Besonderes zu betrachten?
Schwangerschaft sollte jedenfalls nichts sein, was an der Eignung von Frauen zweifeln lässt, Politik zu machen. Schwangere Politikerinnen müssen aber den gleichen Schutz und die gleichen Rechte haben wie Arbeitnehmerinnen ganz allgemein.

…, welche Maßnahmen es braucht, damit Frauen und Männer vollends gleichberechtigt sind?
Gleiche Rechte für Frauen und Männer sind weitgehend erreicht; auch bei der tatsächlichen Gleichstellung haben wir große Fortschritte gemacht. Was uns noch fehlt, ist die allgemeine Überzeugung, dass Frauen und Männer gleichwertig sind. Dazu müssen sich Denk- und Verhaltensweisen ändern, die den weitaus größten Teil unserer Geschichte und unseres Zusammenlebens geprägt haben. Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, zu der jede und jeder von uns einen Beitrag leisten kann.

Clemens Fabry
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Herr Peter Kolba, Klubobmann der Liste Pilz, dürfen wir Sie fragen...

…wie lange es den Frauentag noch geben sollte?
Der internationale Frauentag erinnert an die Kämpfe der Frauen um Wahlrecht und Gleichstellung und ist Anlass für Forderungen. Ich sehe keine Befristung dafür.

..., ob es überholt ist, Schwangerschaft in der Politik als etwas Besonderes zu betrachten?
Nein. Schwangerschaft und Kinderbetreuung und Politik machen ist eine klassische Doppelbelastung.

…, welche Maßnahmen es braucht, damit Frauen und Männer vollends gleichberechtigt sind?
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit und weg mit der gläsernen Decke für Führungspositionen.

APA/HERBERT PFARRHOFER
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Frau Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP), dürfen wir Sie fragen...

…wie lange es den Frauentag noch geben sollte?
Solange, bis Frauen auf allen Ebenen gleichen Chancen und gleiche Rechte haben. Und ab dann als Feiertag, dass dies gelungen ist.

..., ob es überholt ist, Schwangerschaft in der Politik als etwas Besonderes zu betrachten?
Ja.

…, welche Maßnahmen es braucht, damit Frauen und Männer vollends gleichberechtigt sind?
Am wichtigsten ist gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Und dass jeder Mensch in seinem Verantwortungsbereich und Lebensumfeld Frauen und Männer einfach gleich behandelt. Das sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Dort, wo es das nicht ist, dürfen wir nicht aufhören, auf diese Ungleichheit hinzuweisen.

APA/GEORG HOCHMUTH
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Herr Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP), dürfen wir Sie fragen...

…, wie lange es den Frauentag noch geben sollte?
Solange, bis die Gleichstellung von Frauen nach sozialen, wirtschaftlichen und politischen Gesichtspunkten geschafft ist. Auch wenn diesbezüglich Vieles erreicht wurde, wir sind noch nicht am Ziel.

..., ob es überholt ist, Schwangerschaft in der Politik als etwas Besonderes zu betrachten?
Schwangerschaft und Kinder sind für eine Gesellschaft immer etwas Besonderes. Das Bild, dass dadurch die Leistung von Frauen im Berufsalltag verringert wird, ist aber antiquiert.

…, welche Maßnahmen es braucht, damit Frauen und Männer vollends gleichberechtigt sind?
Der stetige Ausbau von Infrastruktur und Kinderbetreuungsstellen ist dafür sicherlich essenziell. Es braucht aber auch generell ein Mehr an Anerkennung für die Leistungen von Frauen – egal in welchen Bereichen und für welchen Lebensweg sich diese entscheiden.

APA/GEORG HOCHMUTH
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Frau Doris Bures, Zweite Nationalratspräsidentin (SPÖ), daürfen wir Sie fragen….

…, wie lange es den Frauentag noch geben sollte?
Der Weltfrauentag steht im Zeichen des solidarischen Zusammenhalts. Und das wird immer gefragt bleiben!

..., ob es überholt ist, Schwangerschaft in der Politik als etwas Besonderes zu betrachten?
Individuell ist eine Schwangerschaft immer etwas ganz Besonderes! Wenn es uns gelingt, dass es in der Politik mehr junge Frauen gibt, dann werden Schwangerschaften dort zunehmend nicht als Ausnahme- oder Sonderfall beäugt werden.

…, welche Maßnahmen es braucht, damit Frauen und Männer vollends gleichberechtigt sind?
Alle Eltern wissen, dass ein gutes Kinderbetreuungsangebot unerlässlich für die Vereinbarkeit von Job und Familie und somit auch für die Unabhängigkeit der Frau ist. Und wir brauchen Quotenregelungen für mehr Frauen in Spitzenpositionen. Es macht überhaupt keine Sinn auf 50 Prozent des gesellschaftlichen Potentials zu verzichten.

APA/GEORG HOCHMUTH
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Frau Anneliese Kitzmüller, Dritte Nationalratspräsidentin (FPÖ), dürfen wir Sie fragen ...

…, wie lange es den Frauentag noch geben sollte?
Solange es keine tatsächliche Gleichberechtigung von Frauen bzw. Wertschätzung – speziell von Müttern und deren Leistungen für unsere Gesellschaft – gibt, erinnert der Frauentag daran, dass noch einiges zu tun ist.

..., ob es überholt ist, Schwangerschaft in der Politik als etwas Besonderes zu betrachten?
Eine Schwangerschaft ist in jeder beruflichen sowie privaten Situation etwas Besonderes und eine Herausforderung. Gerade für Politikerinnen ist es oft schwierig beide Aufgaben gleichermaßen zu bewerkstelligen, da bedarf es partnerschaftlicher Unterstützung, Planung und Flexibilität.

…, welche Maßnahmen es braucht, damit Frauen und Männer vollends gleichberechtigt sind?
Frauen und Männer sind schon von Natur aus nicht gleich. Daher müssen die Leistungen der Frauen – ob als Partnerin, Mutter oder als pflegende Angehörige – nicht nur wertgeschätzt werden, sondern auch Niederschlag in den Pensionen, der Altersvorsorge sowie den arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen finden.

APA/BARBARA GINDL
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Herr Thomas Stelzer, ÖVP-Landeshauptmann von Oberösterreich, dürfen wir Sie fragen...

…, wie lange es den Frauentag noch geben sollte?
Natürlich hoffe ich, dass wir die Ungleichheiten, die noch bestehen, rasch beseitigen können. Der Frauentag soll uns aber auch daran erinnern, was über Jahrzehnte hinweg durch die unermüdliche Arbeit von Generationen von Frauen bereits erreicht wurde. Diesen Frauen gebührt unser höchster Respekt.

..., ob es überholt ist, Schwangerschaft in der Politik als etwas Besonderes zu betrachten?
Man sieht an den Reaktionen über die Schwangerschaften von amtierenden Politikerinnen, sei es in Österreich oder auch im Ausland, dass es in der öffentlichen Wahrnehmung offensichtlich noch immer etwas Besonderes ist. Grundsätzlich tut der Beruf nichts zur Sache – der Spagat zwischen Kindern und Beruf verlangt allen Eltern viel ab und dabei sollten wir sie bestmöglich unterstützen.

…, welche Maßnahmen es braucht, damit Frauen und Männer vollends gleichberechtigt sind?
Es wurde in der Frauenpolitik schon viel erreicht und dennoch ist Gleichstellung nach wie vor ein Ideal, an dem auch weiterhin gearbeitet werden muss – sei es bei der Transparenz von Einkommen oder der finanziellen Absicherung von Frauen. Erst vor wenigen Tagen haben in Oberösterreich Vertreterinnen aller Landtagsparteien unsere „Frauenstrategie 2030“ vorgestellt. Die Gleichstellung und Frauenförderung ist für uns eine gemeinsame Verantwortung von allen Parteien, von Männern und Frauen.

FOTOKERSCHI.AT/WERNER KERSCHBAUM
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Herr Matthias Strolz, Neos-Klubobmann, dürfen wir Sie fragen...

…, wie lange es den Frauentag noch geben sollte?
Ich glaube, dass es den Frauentag immer geben soll – schon alleine, um uns zu erinnern, wie viel sich Frauen bereits erkämpft haben. Bis zu einer echten Gleichberechtigung ist noch ein weiter Weg zu gehen, aber Frauen und Männer dürfen gleichzeitig nie vergessen, was bereits erreicht wurde.

..., ob es überholt ist, Schwangerschaft in der Politik als etwas Besonderes zu betrachten?
Wenn man in der Politik tätig ist, wird man immer stark in der Öffentlichkeit stehen, das ist noch nicht unbedingt schlecht. Politikerinnen (aber auch Politiker) können so vorangehen und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie vorleben. Gleichzeitig erwarte ich mir dann aber auch eine Frauen- und auch eine Familienpolitik, die alle miteinbezieht – und nicht nur die, die sich die Kinderbetreuung problemlos leisten können.

…, welche Maßnahmen es braucht, damit Frauen und Männer vollends gleichberechtigt sind?
Wichtig ist uns, dass Väter wie Mütter gleichermaßen Familienarbeit leisten und leisten können. Wenn wir Väter mehr in die Familienarbeit hereinholen, haben Mütter mehr Freiheiten, sich beruflich zu entfalten. Eine Maßnahme, die wir dabei fordern, ist ein gleichberechtigter Karenzanspruch.

Die Presse
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Frau SPÖ-Gesundheitssprecherin Pamela Rendi-Wagner, dürfen wir Sie fragen….

…wie lange es den Frauentag noch geben sollte?
Den internationalen Frauentag soll und wird es so lange noch geben, so lange Frauen in unserer Gesellschaft benachteiligt sind. Ich freue mich auf den Tag, an dem wir unsere Ziele gleicher Lohn, eine gerechte Verteilung der bezahlten und unbezahlten Arbeit und gleiche Aufstiegschancen erreicht haben.

..., ob es überholt ist, Schwangerschaft in der Politik als etwas Besonderes zu betrachten?
Die Entscheidung für ein Kind ist für jede Frau eine höchstpersönliche und besondere – egal ob Politikerin oder nicht. Für alle Familien gilt aber: es braucht entsprechende Rahmenbedingungen, wie ausreichend Kinderbetreuungsplätze, gerechte Verteilung der Familien-/Hausarbeit, familiengerechte Arbeitszeiten. Nur so lassen sich Familie, Beruf und politisches Engagement vereinbaren und nur so sind Frauen in der Politik keine Besonderheit, sondern eine Selbstverständlichkeit.

…, welche Maßnahmen es braucht, damit Frauen und Männer vollends gleichberechtigt sind?
Damit Frauen und Männer gleichberechtigt sind, müssen für beide grundsätzlich die gleichen Rahmenbedingungen gelten. Das bedeutet gleiche Chancen im Beruf, gleiche Verteilung von Kindererziehungs-/Pflege-/Hausarbeit, gleichen Lohn für gleiche Arbeit und gleiche Verteilung von Macht. Um diese Ziele zu erreichen braucht es eine gesellschaftliche wie politische Verantwortung.

Die Presse
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Herr Wissenschaftsminister Heinz Faßmann (ÖVP), dürfen wir Sie fragen….

…, wie lange es den Frauentag noch geben sollte?
Solange bis Frauen bei gleicher Ausbildung und Qualifikation ebenso in allen Bereichen repräsentiert sind wie Männer. Im Wissenschaftsbereich ist in den letzten Jahren sehr viel passiert, so beträgt der Frauenanteil beispielsweise in den heimischen Rektoraten aktuell 48%.

..., ob es überholt ist, Schwangerschaft in der Politik als etwas Besonderes zu betrachten?
Ja. Aber es ist wahrscheinlich ein guter Anlass, um das Thema Vereinbarkeit von Karriere und Familie wieder in Vordergrund zu rücken.

…, welche Maßnahmen es braucht, damit Frauen und Männer vollends gleichberechtigt sind?
Bildung ist in diesem Zusammenhang sicherlich das wichtigste Instrument um Gleichberechtigung zu erzielen. Darüber hinaus braucht es unter anderem auch Kinderbetreuungseinrichtungen mit Qualität, damit Mütter und Väter ihre Kinder in guten Händen wissen und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sichergestellt ist.

APA/GEORG HOCHMUTH
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Frau ÖVP-Frauenministerin Juliane Bogner-Strauß, dürfen wir Sie fragen...

…, wie lange es den Frauentag noch geben sollte?
Zumindest solange bis wir Gleichberechtigung erreicht haben.

..., ob es überholt ist, Schwangerschaft in der Politik als etwas Besonderes zu betrachten?
Ja

…, welche Maßnahmen es braucht, damit Frauen und Männer vollends gleichberechtigt sind?
Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit muss endlich selbstverständlich sein. Für Betriebe mit mehr als 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gibt es die Verpflichtung, Einkommensberichte zu erstellen. Hier braucht es mehr Bewusstsein und Information, dass es diese Berichte bereits gibt. Ein erster wichtiger Schritt zur Reduktion von Einkommensunterschieden wird die Evaluierung und Zusammenführung der bestehenden Einkommensberichte sein.

 

APA/GEORG HOCHMUTH
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Frau Daniela Holzinger, Abgeordnete der Liste Pilz, dürfen wir Sie fragen...

…, wie lange es den Frauentag noch geben sollte?
Solange die Ungleichbehandlung von Frauen weiterhin auf der Tagesordnung steht, bietet der Frauentag eine Plattform, um die Missstände ans Licht zu bringen. Er ist daher unverzichtbar, um den Diskurs weiterhin zu befeuern und dies ist auch notwendig, denn wir dürfen uns hier keinen Stillstand leisten!

..., ob es überholt ist, eine Schwangerschaft in der Politik als etwas Besonderes zu betrachten?
Die absolute Zahl der Menschen, die hauptberuflich in der Politik tätig sind, ist sehr überschaubar. Der Anteil der Frauen ist dann nochmals geringer und gerade bei den Regierungsparteien zu gering. Eine Schwangerschaft in diesem Umfeld wird immer etwas Besonderes bleiben, auch weil Politikerinnen in der Öffentlichkeit stehen und somit wird die Schwangerschaft auch verstärkt wahrgenommen. 

…, welche Maßnahmen es braucht, damit Frauen und Männer vollends gleichberechtigt sind?
Meines Erachtens braucht es hier in erster Linie eine Maßnahme: 100 Prozent Einkommenstransparenz! Schafft man es, dies umzusetzen, kommt es auch in den Köpfen der Menschen zu einer Bewusstseinssteigerung im Bereich der Lohndiskriminierung und Ungerechtigkeiten und damit gehören Missverhältnisse in weiterer Folge der Vergangenheit an.

APA/HERBERT PFARRHOFER
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Herr ÖVP-Kanzleramtsminister Gernot Blümel, dürfen wir Sie fragen...

…, wie lange es den Frauentag noch geben sollte?
Der Weltfrauentag ist jedenfalls ein jährlicher Appell, für Gleichstellung und Gleichberechtigung einzutreten. Und außerdem: Welchen Vorteil hätte es, würde es ihn nicht mehr geben?

..., ob es überholt ist, Schwangerschaft in der Politik als etwas Besonderes zu betrachten?
Die Frage ist, ob es überholt ist, Schwangerschaft und Berufstätigkeit als etwas Besonderes zu betrachten und das beantworte ich gerne mit Ja. Trotzdem ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf oft eine große Herausforderung, besonders wenn man in einem sehr zeitintensiven Job tätig ist – und dazu zählt oft auch die Politik.

…, welche Maßnahmen es braucht, damit Frauen und Männer vollends gleichberechtigt sind?
Es hat sich schon viel getan, aber wir sind auch noch lange nicht am Ziel. Der Frauenanteil bei Aufsichtsräten staatsnaher Unternehmen liegt mittlerweile durchschnittlich bei 46,7 Prozent. Das soll aber kein Grund zum Zurücklehnen, sondern im Gegenteil Antrieb für andere Bereiche sein.

GEORG HOCHMUTH / APA / picturede
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Frau ÖVP-Staatssekretärin Karoline Edtstadler, dürfen wir Sie fragen...

…, wie lange es den Frauentag noch geben sollte?
Solange für Frauen nicht in allen Bereichen Gleichberechtigung herrscht.

..., ob es überholt ist, Schwangerschaft in der Politik als etwas Besonderes zu betrachten?
Schwangerschaft ist immer ein besonders freudiges Ereignis.

…, welche Maßnahmen es braucht, damit Frauen und Männer vollends gleichberechtigt sind?
Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit muss selbstverständlich sein.

APA/GEORG HOCHMUTH
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Herr Peter Kaiser, Landeshauptmann von Kärnten (SPÖ), dürfen wir Sie fragen...

..., wie lange es den Frauentag noch geben sollte?
Gleichberechtigung von Frauen muss im Österreich des 3. Jahrtausends endlich eine Selbstverständlichkeit werden. Das sollte uns immer gegenwärtig und im Bewusstsein sein - nicht nur aber ganz besonders am Frauentag. Der Frauentag soll immer beibehalten werden, aber hoffentlich bald nur mehr zur Erinnerung an die Ungleichstellung der Frau gegenüber dem Mann in der Gesellschaft.

..., ob es überholt ist, Schwangerschaft in der Politik als etwas Besonderes zu betrachten?
Eine Schwangerschaft ist immer etwas Besonderes. Es sollte jedoch für jede Frau die gleichen Rechte und Möglichkeiten geben, unabhängig vom Berufsstand.

…, welche Maßnahmen es braucht, damit Frauen und Männer vollends gleichberechtigt sind?
Es braucht ein Bündel an Maßnahmen - angefangen von einer besseren, flexibleren und umfangreicheren Kinderbetreuung und partnerschaftliche Erziehung, um den Frauen - vor allem den Alleinerziehenden - den Wiedereinstieg in den Beruf zu erleichtern, über die Selbstverständlichkeit, gleichen lohn für gleiche Arbeit endlich zu realisieren, bis hin zu Quoten in Aufsichtsräten und leitenden Positionen. Kinderwunsch und berufliche Karriere dürfen nicht länger ein Widerspruch sein. Durch die Geburt eines Kindes und die damit verbundene Karenzzeit, dürfen Frauen am Arbeitsmarkt keine Nachteile erfahren.

APA/GERT EGGENBERGER
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Herr ÖVP-Finanzminister Hartwig Löger, dürfen wir Sie fragen...

…, wie lange es den Frauentag noch geben sollte?
So lange, bis Frauen in allen Teilen der Welt gleichbehandelt werden. Dafür müssen wir alle kämpfen.

..., ob es überholt ist, Schwangerschaft in der Politik als etwas Besonderes zu betrachten?
Aufgrund des hohen Arbeitspensums in der Politik finde ich es besonders schön, wenn sich Politikerinnen bewusst dazu entscheiden, eine Familie zu gründen. Davon abgesehen sollte es jedoch keine Besonderheit sein.

…, welche Maßnahmen es braucht, damit Frauen und Männer vollends gleichberechtigt sind?
Wir müssen alles dafür tun, die Einkommensschere zu schließen. Frauen müssen für dieselbe Arbeit gleich viel verdienen wie ihre männlichen Kollegen.

APA/ROLAND SCHLAGER
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Herr Günther Platter, ÖVP-Landeshauptmann von Tirol, dürfen wir Sie fragen...

…, wie lange es den Frauentag noch geben sollte?
Der Internationale Frauentag ist ein wichtiger frauenpolitischer Aktions- und Gedenktag, der auf Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern aufmerksam machen soll. Diese bestehen leider nach wie vor und solange es diese gibt, ist der Internationale Frauentag auch wichtig. Es geht darum, die Lebensumstände von Frauen zu verbessern – und zwar in allen Gesellschafts- und Politikfeldern.

..., ob es überholt ist, Schwangerschaft in der Politik als etwas Besonderes zu betrachten?
Die Entscheidung, Kinder zu haben, ist eine sehr private. Selbstverständlich hat jeder Mensch das Recht, eine Familie zum persönlich richtigen Zeitpunkt zu gründen – unabhängig von seiner oder ihrer Profession.

…, welche Maßnahmen es braucht, damit Frauen und Männer vollends gleichberechtigt sind?
Für echte Gleichberechtigung müssen viele Aspekte berücksichtigt werden. Dies fängt bei den Löhnen an, geht über die Stärkung der politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Teilhabe von Frauen bis hin zum Schutz vor Gewalt.

Clemens Fabry
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Frau ÖVP-Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck, dürfen wir Sie fragen...

…, wie lange es den Frauentag noch geben sollte?
Zumindest solange bis wir Gleichberechtigung erreicht haben.

..., ob es überholt ist, Schwangerschaft in der Politik als etwas Besonderes zu betrachten?
Eine Schwangerschaft ist immer etwas Besonderes, nicht nur in der Politik.

…, welche Maßnahmen es braucht, damit Frauen und Männer vollends gleichberechtigt sind?
Wir müssen hier auch die Männer stärker in die Verantwortung nehmen - vor allem, weil sie in Unternehmen noch wesentliche Personalentscheidungen treffen. Hier gilt es nicht nur Frauen als gute Mitarbeiterinnen in den Teams wertzuschätzen, sondern sie auch beim nächsten Karriereschritt aktiv zu unterstützen.

APA/GEORG HOCHMUTH
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Herr Wilfried Haslauer, ÖVP-Landeshauptmann von Salzburg, dürfen wir Sie fragen...

…, wie lange es den Frauentag noch geben sollte?
Der Frauentag schafft Aufmerksamkeit und daher sollte es ihn so lange geben, bis es keine Benachteiligung von Frauen mehr gibt.

..., ob es überholt ist, Schwangerschaft in der Politik als etwas Besonderes zu betrachten?
Ja! Wir freuen uns wenn Frauen politisch engagiert, erfolgreich sind und Kinder bekommen. Gerade in der ÖVP gab und gibt es Frauen, die das vorleben.

…, welche Maßnahmen es braucht, damit Frauen und Männer vollends gleichberechtigt sind?
Bewusstseinsbildung und gezielte Förderung von Frauen. Ich denke, dass es für junge Männer aber mehr und mehr eine Selbstverständlichkeit ist, dass Frauen gleichberechtigt sind und zu sein haben. Da arbeitet auch die Zeit für uns.

APA/BARBARA GINDL
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Herr Hermann Schützenhofer, ÖVP-Landeshauptmann der Steiermark, dürfen wir Sie fragen...

…, wie lange es den Frauentag noch geben sollte?
Ich freue mich auf den Tag, wo wir dieses symbolische Datum zum Aufzeigen von Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern nicht mehr brauchen!

..., ob es überholt ist, Schwangerschaft in der Politik als etwas Besonderes zu betrachten?
Schwangerschaft ist doch etwas wunderschönes. Egal in welcher Branche.

…, welche Maßnahmen es braucht, damit Frauen und Männer vollends gleichberechtigt sind?
In erster Linie gesunden Menschenverstand. Die Ungleichbehandlung der Frau ist aus der Zeit gefallen. In unserem direkten Einflussbereich im Landesdienst gibt es daher auch keine Unterschiede mehr (etwa beim Gehalt).     

APA/ERWIN SCHERIAU